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Pattensen UWJ kann ihr 25-jähriges Bestehen feiern
Aus der Region Region Hannover Pattensen UWJ kann ihr 25-jähriges Bestehen feiern
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17:01 23.11.2018
Dort fing alles an: Dirk Meyer (links) und Günter Kleuker vor der Leinetalschule in Jeinsen. Quelle: Kim Gallop
Jeinsen/Vardegötzen/Thiedenwiese

Als die Unabhängige Wählergemeinschaft Jeinsen, Vardegötzen, Thiedenwiese (UWJ) zum ersten Mal einen Sitz im Rat der Stadt Pattensen errungen hatte, sprach ein Ratsmitglied von einer der etablierten Parteien verächtlich von einer „Eintagsfliege“. Das war ein fataler Irrtum: Die Unabhängigen sind inzwischen aus dem Rat von Pattensen nicht mehr wegzudenken. Und die UWJ kann am Sonnabend, 24. November, auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken.

Um das Vierteljahrhundert erfolgreicher politischer Arbeit zu markieren, hatten die Ratsmitglieder Günter Kleuker, auch Ortsbürgermeister von Jeinsen, und Dirk Meyer, auch Ortsvorsteher von Vardegötzen, für Freitag zum Pressegespräch eingeladen. An den Auslöser für ihre politische Karriere erinnern sich beide noch ganz genau: Es war die Sorge, dass die Ortsteile im Gegensatz zur Kernstadt Pattensen vom Rat benachteiligt werden.

Konkret ging es damals um die Grundschule in Jeinsen, die um zwei Klassenräume erweitert werden sollte. (Kleuker: „Ein Teil der Kinder musste im Keller unterrichtet werden“) Und es ging um den Kindergarten in Jeinsen, der eine zweite Gruppe erhalten sollten. Das Geld war im Haushalt eingeplant, doch dann sollte es plötzlich für den neuen Betriebshof der Stadt verwendet werden. Die Menschen aus Jeinsen, Vardegötzen und Thiedenwiese protestierten mit allen Mitteln, Meyer – damals Elternratsvorsitzender der Leinetalschule – und Kleuker ganz vorne mit dabei. Bei den damaligen Ratsmitgliedern seien sie mit ihrem Protest nicht durchgedrungen, berichtet Meyer. „Diese ganze Klüngelei bei Rat und Verwaltung, da brach man nicht durch“, sagt er.

„Die Kindergarten-Erweiterung ist damals trotzdem geplatzt“, sagt Kleuker bedauernd, aber die Erweiterung der Grundschule kam durch. „Es gab sogar eine Live-Fernsehsendung aus Jeinsen mit Hanna Legatis vom NDR“, berichtet Kleuker.

Nach diesen Erfahrungen hätten sich die Aktiven gesagt „Wir können nur etwas bewegen, wenn wir in die Parlamente gehen“, erinnert sich Kleuker. Am 24. November 1993 wurde der Verein Unabhängige Wählergemeinschaft Jeinsen, Vardegötzen, Thiedenwiese gegründet. Der Verein hat damals wie heute um die 25 Mitglieder. 1996 kandidierten erstmals UWJ-Mitglieder für den Ortsrat Jeinsen und den Rat von Pattensen. In den Ortsrat kamen Kleuker und Heinrich Wissel, in den Rat Arnold Schröder. Zwei Jahre zuvor war in Schulenburg die Unabhängige Wählergemeinschaft Schulenburg (UWG) gegründet worden, für die UWG hatte Rüdiger Kowalkowski ebenfalls einen Sitz im Rat errungen. Die Unabhängigen arbeiten seitdem sehr eng zusammen und bilden seit der Wahl von 2016 mit insgesamt vier Ratsmitgliedern – Kleuker und Meyer (UWJ) sowie Klaus Iffland und Rolf Kattenhorn (UWG) die drittgrößte Fraktion.

Wer die die politische Arbeit der Unabhängigen, die ohne Fraktionszwang agieren, einige Jahre verfolgt, merkt schnell, dass sie sich für ihre Orte besonders einsetzen, aber dennoch die ganze Stadt im Blick haben. „Wir sind keine Kirchturmpolitiker“, sagt Meyer, „das bringt nichts.“ So hat die UWJ auch schmerzliche Ratsentscheidungen wie die Schließung des Lehrschwimmbeckens in Jeinsen mitgetragen. „Aber wir haben das Beste draus gemacht, und es ist nicht abgerissen worden, sondern ein Raum für die TuSpo geworden“, sagt Meyer. Und was war in all den Jahren der wichtigste Erfolg? „Dass die Leinetalschule weiterhin besteht“, sagt Meyer.

Von Kim Gallop

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