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Pattensen Alle wollen mit Ortsbürgermeister Bötger reden
Aus der Region Region Hannover Pattensen Alle wollen mit Ortsbürgermeister Bötger reden
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00:16 22.12.2016
Von Kim Gallop
"Der Marktplatz ist unser Mittelpunkt": Pattensens Ortsbürgermeister Günter Bötger in seinem zweiten Wohnzimmer. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen-Mitte

Seit 35 Jahren ist der Christdemokrat im Rat der Stadt Pattensen, seit 20 Jahre ist er stellvertretender Bürgermeister und seit 30 Jahren Ortsbürgermeister. Der Marktplatz ist für den 77-Jährigen vermutlich wie eine Art zweites Wohnzimmer.

"Der Marktplatz ist unser Mittelpunkt", sagt er. "Er ist auch sehr schön gelungen." Er sei am Anfang wegen der Sanierung skeptisch gewesen, räumt er ein. "Viele Anlieger sind immer noch unzufrieden. Aber man muss nicht immer auf seinen konservativen Ansichten beharren." Es sei gut, dass die Umgestaltung dank der öffentlichen Förderung durch die Altstadtsanierung möglich war. Nur, dass wegen der umfangreichen Sanierung auch beinahe alle Bäume gefällt werden mussten, dass bedauere er immer noch. "Aber die Wurzeln waren wohl im Weg."

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Herzlich begrüßt Bötger Dieter Wenzel. Der Citipost-Zusteller ist ein Nachbar. "Gut, dass ich heute nichts für die Hahnenstraße habe", sagt Wenzel, der mit dem Dienstfahrrad unterwegs ist, scherzhaft. An der Hahnenstraße liegt der Hof, auf dem Bötger mit seiner Frau lebt. Und die Hahnenstraße ist wohl eine der kaputtesten Straßen in ganz Pattensen. "Du bist doch Bürgermeister, warum machst du nichts?" - das würden ihn die Leute oft fragen, berichtet Bötger. Dann müsse er erklären, dass er nicht alleine entscheidet. Aber demnächst wird auch die Hahnenstraße schick gemacht, im Rahmen der Altstadtsanierung.

Bötger unterbricht und hält einen Avacon-Dienstwagen an. Ihm ist aufgefallen, dass mehrere Avacon-Autos um den Marktplatz kreisen. Schnell findet er heraus, dass die Fahrer eine Mitarbeiterversammlung im Ratskeller haben und auf Parkplatzsuche sind. Bötger sagt dem einen Fahrer, dass sie gerne alle auf seinem Hof parken können. Das wird offenbar schnell weiter gegeben: Als der Spaziergang auf Bötgers Hof endet, stehen dort acht große Fahrzeuge. Es ist die Hofstelle, die einst seine Eltern erworben haben. Bötger war Jahrzehntelang mit Leidenschaft Landwirt, bis zum vergangenen Jahr hat er noch selbst auf dem Trecker gesessen.

Den Ortsbürgermeister zieht es zur Grundschule. "Schulen sind ein heißes Thema", sagt der zweifache Vater und zweifache Großvater. "Bildung ist das A und O." Und die Stadt als Schulträger müsse gute Voraussetzungen bieten. So, wie es bei der Ernst-Reuter-Schule (KGS) mit der Sanierung passiert. "So eine Schule gibt es in der ganzen Region nicht", sagt Bötger zufrieden. "Und die Grundschule ist genau so wichtig." Neubaugebiete sollen junge Familien anziehen und die brauchen gute Schulen.

Das kostet natürlich alles auch viel. "Wenn man da den Finger für heben muss und weiß um die finanzielle Lage der Stadt..." Bötger seufzt. Man müsse bei jedem Euro überlegen, ob der sinnvoll ausgeben wird. "Einige freiwillige Aufgaben könnten auf der Strecke bleiben", fürchtet er.

Etwas Sorgen macht ihm die geplante Sanierung der Dammstraße. Diese werden zeitweise voll gesperrt werden müssen. "Und da ist doch sehr viel Durchgangsverkehr. Das wird ein Problem." Die Umgehungsstraße werde immer noch nicht richtig angenommen, bedauert er. Zufrieden ruht Bötgers Blick auf der St. Lucas-Kirche. Dort ist er getauft, konfirmiert und getraut worden, bestätigt er. Vielleicht könnte im Zuge der Straßensanierung auch die total marode Mauer vor der Kirche aufgewertet werden, denkt er laut. "Wenn man da schöne Natursteine verwendet, das wäre ein großer Wunsch von mir."

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