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Pattensen Roter Heinz trifft Flotte Biene
Aus der Region Region Hannover Pattensen Roter Heinz trifft Flotte Biene
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00:29 24.05.2018
Am Pfingstsamstag finden viele hundert Interessierte bei der Tomaten- und Pflanzenbörse in Reden wieder leckere und historische Pflanzensorten für ihren Garten und Balkon. Quelle: Torsten Lippelt
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Reden

Weit über 50 historische Tomaten- und Kräutersorten erfreuten sich am Nachmittag des Pfingstsamstages auf dem Hof von Sibylle Maurer-Wohlatz an der Dorfstraße in Reden der erhöhten Aufmerksamkeit von gleich mehreren Hundert Besuchern. Anlass dafür war die hier inzwischen zum 15. Mal ausgerichtete Tomatenbörse mit historischen und samenfesten Sorten und für andere Nutzpflanzen.

„Der Rote Heinz ist seit Jahren dabei sehr gefragt. Denn dies ist eine regionale Tomatensorte - geschätzt von allen, die rote, runde und feste Tomaten lieben“, sagte Sibylle Maurer-Wohlatz, Vorstandsmitglied vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Region Hannover. Viele historische Sorten sind laut Sibylle Maurer-Wohlatz vom Aussterben bedroht, weil sie nicht mehr im Handel erhältlich und sogar von der EU-Sortenliste genommen worden sind. Die Veranstaltung von Tomatenbörsen mit historischen und samenfesten Sorten könne jedoch dazu beitragen, diesen sonst aussterbenden genetischen Schatz zu bewahren.

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Am Pfingstsamstag finden viele hundert Interessierte bei der Tomaten- und Pflanzenbörse in Reden wieder leckere und historische Pflanzensorten für ihren Garten und Balkon. Quelle: Torsten Lippelt

Und so stöberten die Tomatenliebhaber zwischen der „Old German“-Fleischtomate, die vor 200 Jahren aus Deutschland auswandernde Mennoniten - auch Amish-People genannt – nach Nordamerika mitgenommen hatten, und ihrer italienischen Schwester Cuor de Ponente, mit einem klassischen Pasta-Tomatenaroma. Wer dunkelrote bis braune Früchte mag, interessierte sich für die Cherokee Purple des gleichnamigen amerikanischen Indianerstammes, wer süßsaftige Cocktailtomaten bevorzugte, nahm den Mexikanischen Honig mit. Und wer alles etwas größer liebt, lag beim Polnischen Ochsenherz, mit seinen bis zu 400 Gramm schweren Fleischtomaten, goldrichtig.

So lecker und unterschiedlich wie die Nachtschattengewächsfrüchte waren oft auch die Sortennamen reizvoll: Tangerine, Taiwan Cocktail und die Baumtomate Tegucigalpa, aus Honduras.

Wem der Geschmackssinn nicht nur nach Tomaten stand, fand auf der Börse auch sehr scharfe Chili und Gemüsepaprika, Ananasbeeren und Hokkaido-Kürbisse, Teeminze und echte Kamille, Wiesensalbei und Liebstöckel. Darüber hinaus konnten die Besucher – „Mehr als die Hälfte sind wohl Stammgäste“, sagte Sibylle Mauer-Wohlatz - auch Saatgut und die hilfreiche BUND-Broschüre „Tomaten selber anbauen“ erwerben. Wer selbst überschüssige Stauden hatte, war dazu eingeladen, diese mitzubringen und zu tauschen. Im Garten lockte darüber hinaus das Kaffee und Kuchen-Angebot zum Sitzen und Klönen im Grünen ein.

Ergänzend zu den Garten- und Balkon-Angeboten der historischen Tomaten- und Gemüsesorten informierten die Pattenser Ortsgruppen von BUND, die Bündnisgrünen und der AG sozialdemokratischer Frauen (AsF) an einem Gemeinschaftsstand auf dem Hof über die immense Bedeutung von Wild- und Honigbienen für die menschliche Ernährung. Unter dem Titel „Flotte Bienen suchen ein Zuhause…auch in Pattensen – helfen Sie mit!“ luden sie für Sonntag, 24. Juni, 13 bis 17 Uhr, bei trockenem Wetter zu einem Mitmach-Picknick in den Fuchsbach-Park in Pattensen-Mitte. Dabei können die Besucher unter anderem Insektenhotels basteln.

Von Torsten Lippelt