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Pattensen „Was wir spielen, könnte für Ältere verstörend sein“
Aus der Region Region Hannover Pattensen „Was wir spielen, könnte für Ältere verstörend sein“
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00:16 23.06.2019
Verbindet Tradition und Moderne: die Jagdhornbläsergruppe der Jägerschaft Springe. Quelle: Eckhart Liss
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Pattensen/Springe

Sie haben schon bei vielen Veranstaltungen den Ton angegeben und mancher Feier einen besonderen Glanz verliehen: die Mitglieder der Jagdhornbläsergruppe der Jägerschaft Springe. Die Bläsergruppe, der aktuell zehn Mitglieder aus Pattensen, Schulenburg und Hüpede angehören, feiert ihr 60-jähriges Bestehen. Dazu wird unter dem Motto „Wild“ für Sonnabend, 22. Juni, ab 18 Uhr in den Hermannshof, Röse 33, in Springe-Völksen eingeladen. Auf dem Hermannshof von Eckart Liss übt die Bläsergruppe jeden Dienstag.

,,Wild" lautet das Motto der Feier zum 60-jährigen Bestehen der Bläsergruppe. Quelle: privat

Höhepunkt der Feier soll ein musikalisch-literarischer Parforce-Ritt werden. Das hat nichts mit Pferden zu tun, sondern mit einem neuem Genre: Dabei wagen sich die 20 Musiker unter der künstlerischen Leitung von Marcel Wolters auf neues Terrain und spielen zu Texten, die „mit Krallen und Zähnen“ ausgestattet sind, neue und bekannte Fanfaren und frei assoziierende Liedrufe. Die Bläserschaft hat sich für diesen Abend illustre Gäste zur Unterstützung eingeladen. Percussionist Christian von Richthofen bringt den Wald zum Klingen. Die Schauspieler Rainer Frank und Lisa Natalie Arnold treffen auf Rotkäppchen und Rousseau. Die romantische Kulisse dafür gibt der Steinbruch, der sich hinter dem Teepavillon öffnet. Der Eintritt ist frei, Spenden erbeten.

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Tradition und Moderne

Vorsitzende der Bläsergruppe ist derzeit Monika Bönsch (Springe), zweiter Vorsitzender ist Dieter Freimann (Mittelrode). Nach Auskunft von Freimann wurde die Bläsergruppe im April 1959 auf der Jahresversammlung der Jägerschaft im damaligen Bahnhofhotel Gröne in Springe gegründet. Damals war Hermann Lampe aus Jeinsen Kreisjägermeister. Erster Bläsergruppenleiter wurde Wildmeister Gerhardt Hortsch vom Forstamt Saupark.

Die Bläsergruppe hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ihren Weg gesucht zwischen Tradition und Moderne. Wie Susanne Böckmann aus Schulenburg berichtet, sind unter den Mitgliedern im Alter zwischen unter 20 und 80 Jahren auch Jäger. Sie ist ebenso wie ihr Mann Carsten Böckmann seit Jahren Teil der Bläsergruppe. Frauen gehören seit vielen Jahren zu den Musikern dazu – inzwischen ganz selbstverständlich. Einige der Spieler können Noten lesen, es ist aber keine Voraussetzung. Die großen Parforcehörner und die kleineren Fürst-Plesshörner erklingen bei Veranstaltungen der Jägerschaft, aber auch bei der Hubertus-Messe in der Thomaskirche Schulenburg waren sie schon zu hören.

Brauchtum wird gepflegt

Bei der 60-Jahr-Feier wird die Bläsergruppe mit ganz neuen Tönen zu hören sein, die intensiv mit dem jungen Leiter Wolters einstudiert wurden. „Was wir spielen, könnte für Ältere verstörend sein“, sagt Böckmann. Es soll aber auch zeigen, dass das Brauchtum gepflegt werden kann, und trotzdem Neues möglich ist. Und das Schönste wäre, wenn sich für die Bläsergruppe neue Mitspieler finden würden, erklärt Böckmann.

Von Kim Gallop

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