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Pattensen Jeinser wollen ihre kleine Grundschule retten
Aus der Region Region Hannover Pattensen Jeinser wollen ihre kleine Grundschule retten
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16:57 04.09.2019
Jens Höfer (von links), Alexandra Stolle und Günter Kleuker leiten die Diskussion. Quelle: Kim Gallop
Jeinsen

„Rettet die Leinetalschule in Jeinsen“ – ihr Ziel trägt die Initiative im Namen. Die von Eltern gegründete Gruppe und der Ortsrat Jeinsen hatten für Dienstagabend zur Diskussion im Landgasthaus eingeladen. Dabei wollten sie eine vorläufige Bilanz ziehen, aber auch überlegen, wie die Grundschule im Ort gehalten werden kann. Alexandra Stolle und Jens Höfer von der Initiative sowie Günter Kleuker (UWJ), Ratsmitglied und Ortsbürgermeister, leiteten die Veranstaltung.

Die Stadtverwaltung hat vorgeschlagen, die Leinetalschule zu schließen. Das Gebäude soll zur Kindertagesstätte werden, im benachbarten Schulenburg soll eine neue größere Grundschule gebaut werden. Die Pläne der Stadt hatten kurz vor den Sommerferien für Entsetzen gesorgt, die Elterninititative hatte sich gegründet.

Auf Einladung der Eltern und des Ortsrats Jeinsen waren am Mittwoch gut 50 Zuhörer gekommen. –darunter viele Eltern, Schulleiterin Renate Beblo, Lehrerinnen und andere Beschäftigte der Schule, aber auch viele Ratsmitglieder.

Im Landgasthaus wird intensiv über die Zukunft der Leinetalschule diskutiert. Quelle: Kim Gallop

Online-Petition gegen Schließung mit 576 Unterschriften

Bei einer Online-Petition gegen die Schließung seien 576 Unterschriften gesammelt worden, berichtete Stolle jetzt. Bei einer Elternbefragung habe sich eine große Zahl der Eltern auch Kita-Plätze im Ort gewünscht, sagte sie. Aber am wichtigsten sei den befragten Eltern die Grundschule im Ort gewesen.

„Es ist unser oberstes Ziel, die Ratsmitglieder zu erreichen“, sagte Stolle. Kleuker ergänzte, dass die Verwaltung Vorschläge machen könne, aber letztlich die Ratsmehrheit die Entscheidung treffe.

Deshalb sollten jetzt einerseits die Argumente der Stadt entkräftet werden – etwa das der Wirtschaftlichkeit - und andererseits gute Argumente für den Erhalt der Schule gesammelt werden.

Kitaplätze könnten auch anderswo geschaffen werden

Die Stadt muss weitere Kitaplätze schaffen. Das müsse aber nicht unbedingt im Gebäude der Leinetalschule sein – darüber waren sich die Anwesenden einig. Kleuker schlug vor, dass die vorhandene Kita in Jeinsen durch einen Anbau erweitert werden könne. Der Grundstückseigentümer würde darüber auch mit sich reden lassen. „Dafür gab es schon vor 25 Jahren Pläne.“

Stolle ergänzte, dass der Bau der Kita Ruther Straße in Pattensen-Mitte gezeigt habe, dass ein solches Gebäude in kostengünstigerer Modulbauweise in einem knappen Jahr hochgezogen werden könne. „Und der Umbau der Leinetalschule zur Kita würde immense Kosten verursachen“, betonte Kleuker.

Dirk Meyer, Sprecher der Ratsfraktion der Unabhängigen von UWG und UWJ, schlug vor, die Schulgrenzen aufheben zu lassen. Dann könnten auch Eltern, die nicht in Jeinsen, Vardegötzen oder Thiedenwiese leben, ihre Kinder in die Grundschule Jeinsen schicken.

Klein, fein und bald Geschichte? Die Leinetalschule in Jeinsen. Quelle: Kim Gallop

Manche Eltern schätzen kleine Schule

Das könnte die Schule stärken, meinte er, weil viele Eltern für ihre Kinder in den ersten Jahren eine kleinere Schule bevorzugen würden. Die Klassen seien kleiner, der Geräuschpegel niedriger. Schulleiterin Beblo schlug vor, Räume der Leinetalschule für eine Kita zu nutzen – ohne die Schule zu schließen.

Kleuker regte an, über eine Schule mit zwei Standorten nachzudenken. So ein Verbund könne mit einem Schulleiter, einem Hausmeister und einer Sekretärin auskommen.

Zum Abschluss forderte Stollen alle, die gegen die Schulschließung sind, auf, „Flagge zu zeigen“. Die Inititative will Banner produzieren, die für das Anliegen werben. Um den Druck zu finanzieren, ging einen Spendendose herum.

Um weitere Protestaktionen zu finanzieren, werden Spenden gesammelt. Quelle: Kim Gallop

Stolle informierte auch über Termine, bei denen die Politik öffentlich diskutiert, und bei denen sich die Initiative zu Wort melden will. Das wäre in der Ratssitzung am Donnerstag, 5. September, ab 19 Uhr in der KGS und im Ortsrat Jeinsen am Mittwoch, 11. September, ab 19 Uhr im Landgasthaus.

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Von Kim Gallop

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