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Pattensen Bikesharing, Bienenwiesen und Schülerfahrkarten: „So geht Klimaschutz“
Aus der Region Region Hannover Pattensen Bikesharing, Bienenwiesen und Schülerfahrkarten: „So geht Klimaschutz“
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00:21 28.06.2019
In einer Sitzungspause diskutieren (von links) Ramona Schumann, Dagmar Moldehn und Joshua Kimpioka mit Andrea Werneke und den 9G1-Schülerinnen Lilli Klara (15) und Janna (14). Quelle: Torsten Lippelt
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Pattensen-Mitte

Premiere in der Ernst-Reuter-Schule (KGS): Erstmals ist jetzt an der Schule in Pattensen das neuentwickelte dreitägige Planspiel „plenergy – Vom Planspiel zur Energiewende“ umgesetzt worden. Das Projekt der Klimaschutzagentur Region Hannover fördert den Austausch und vernetzt Jugendliche und weitere Generationen, Aktive der Lokalpolitik und örtliche Initiativen im Sinne von Klimaschutz und Energiewende. Bei „plenergy“ geht es um Meinungsbildung und politische Teilhabe, Netzwerken, Klimaschutz und die Energiewende. Das Planspiel zielt dabei auf die Folgen jeweiliger planerischer Entscheidungen ab.

Rund 60 Neunt- und Zehntklässler des Gymnasial- und Realschulzweiges der KGS hatten dazu mit Mentoren die fünf Fachausschüsse Mobilität, Wärme und Strom, Konsum und Öffentlichkeitsarbeit gebildet. Die Schüler konnten darin zunächst eigenes Wissen zu den Themenbereichen aufbauen. Ein aus allen 60 Schülern gebildetes Energiewende-Parlament stimmte im KGS-Auditorium dann über die Ideen aus den Fachausschüssen in Form von Beschlussvorlagen ab.

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Beim dreitägigen Planspiel plenergy suchen 60 KGS-Schüler den Weg zur Energiewende. Unterstützt werden sie bei ihrer Parlamentssitzung von Bürgermeisterin Ramona Schumann (rechts). Quelle: Torsten Lippelt

Da gehörten ausgiebig und kontrovers diskutierte Vorschläge zur Finanzierung verbilligter Schülerfahrkarten für die ÖPNV-Nutzung ebenso dazu, wie ein gewünschtes Bikesharing-Projekt für alle Stadtteile. Insektenhotels und Blumenwiesen sollten ebenso eingerichtet werden, wie der Bau von Passivhäusern gefördert und zur Plastikvermeidung ein Schulkiosk mit Getränkeausgabe eingeführt werden.

Themen kommen ins Jugendparlament

„Da sind viele gute Ideen und Anregungen dabei, die ich gern mitnehme zur Diskussion im Pattenser Jugendparlament“, sagte Joshua Kimpioka, der als frisch gewählter Jugendbürgermeister an der Sitzung als Zuhörer teilnahm. Bürgermeisterin Ramona Schumann leitete das Parlament und suchte auch in einer Sitzungsunterbrechung den Dialog mit den Ernst-Reuter-Schülern über das aktuelle Thema Klimaschutz. „Ich weiß, wie wichtig den Kindern und Jugendlichen in Pattensen das Thema Klimaschutz und Energiewende ist. Das zeigt ihr vielfältiges Engagement zum Beispiel bei den Themen Schulwald und Global Goals“, betonte Schumann. Als „großer Fan von Planspielen“ – so die Bürgermeisterin - habe sie deshalb auch keinen Moment gezögert, als Pattensens Klimaschutzmanagerin Dagmar Moldehn ihr die Teilnahme am Projekt vorgeschlagen hat. Die Stadt Pattensen ist damit die erste Kommune überhaupt, die „plenergy“ zu sich geholt hat. Insgesamt 34 weitere, vom Bund geförderte Planspiele in der Region Hannover und bundesweit sollen bis Ende 2021 folgen.

Dagmar Moldehn nahm ebenso an der mehrstündigen Sitzung des Energiewende-Parlaments teil, wie weitere Vertreter aus Stadtverwaltung und Politik. Zum Abschluss des Planspiels stand zum Kontaktaufbau eine Art Speed-Dating mit örtlichen Initiativen und engagierten Menschen auf dem Programm.

Begleitet wurde das Planspiel an allen drei Tagen von einer achtköpfigen Schüler-Doku-Gruppe, darunter der 16-jährige Calvin (Klasse 9R2), der aufgenommene Interview-Videos zusammenschnitt. Mit Unterstützung von zwei Medienpädagogen bloggten die Jugendlichen mit Text, Fotos und Filmclips aus dem Planspiel. Der Pattensen-Blog steht unter www.plenergy.de im Internet.

„Durch plenergy sollen frische Ideen für die Energiewende vor Ort sowie neue Kontakte und neue Netzwerke entstehen“, fasste Projektleiterin Andrea Werneke von der Klimaschutzagentur zusammen. „Wir freuen uns, dass die Stadt Pattensen und die Ernst-Reuter-Schule das Projekt zu sich geholt haben und die Jugendlichen motivieren, sich vor Ort aktiv einzubringen.“

Von Torsten Lippelt