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Pattensen Leinetalschule: Teilnehmer arbeiten konzentriert bei Ideenwerkstatt
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20:05 22.10.2019
Während KGS-Direktorin Mirjam Gerull (Zweite von links) überlegt, notiert Stadtsprecherin Andrea Steding die Argumente. Quelle: Kim Gallop
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Pattensen/Jeinsen

Äußerst konzentriert ist am Montagabend im Foyer der Ernst-Reuter-Schule (KGS) Pattensen bei der Ideenwerkstatt zur Grundschullandschaft in Pattensen gearbeitet worden. Die Stadt Pattensen und die Elterninitiative Rettet die Leinetalschule Jeinsen hatten dazu eingeladen. Zur Enttäuschung einiger Teilnehmer fehlte aber am Ende die eine zündende Idee, welche die Wende hätte bringen können.

Bei der moderierten Veranstaltung, zu der sich die Teilnehmer anmelden mussten, sollten neue Ideen entwickelt werden. Anlass war der Vorschlag der Stadtverwaltung, die Leinetalschule in Jeinsen zu schließen. Dafür soll in Schulenburg eine neue Grundschule gebaut werden, die auch den Kindern aus Jeinsen, Vardegötzen und Thiedenwiese Platz bietet. Der Vorschlag hatte für Protest gesorgt, in Jeinsen hatte sich eine Elterninitiative gegründet.

Teilnehmer nehmen neue Perspektive ein

Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann begrüßte die 45 angemeldeten Teilnehmer und die zehn Mitarbeiter der Verwaltung, welche die Arbeitsgruppen betreuen sollten und für Fragen zur Verfügung standen. Ihre Hoffnung sei, dass die Teilnehmer „einen Perspektivwechsel versuchen“, sodass sie das ganze Bild sehen und nicht nur einen Teilausschnitt.

Bürgermeisterin Ramona Schumann (links) und Moderatorin Petra Kniesburges begrüßen die Teilnehmer. Quelle: Kim Gallop

Für die Moderation des Abends hatte die Stadt Petra Kniesburges gewonnen. „Ich bin ja die Schiedsfrau hier, aber das war wohl nicht der Hintergrund, dass ich die Moderation übernehme“, sagte sie und erntete großes Gelächter.

Kniesburges, die als Coach, Moderatorin und Beraterin arbeitet, erklärte das Verfahren. An mit unterschiedlichen Farben gekennzeichneten Tischen und Stellwänden sollten aus verschiedenen Perspektiven Argumente gesammelt werden. Am weißen Tisch sollten nur Fakten und rationale Argumente zählen, am roten Tisch waren Emotionen gefragt, Gelb stand für die positiven Aspekte, Schwarz für die negativen Seiten und Grün für Kreativität und frische neuen Ideen. Gearbeitet werden sollte zweimal über jeweils 30 Minuten. Die Moderation an den Tischen übernahmen Mitarbeiter der Verwaltung.

Rats- und Ortsratsmitglieder mussten sich verteilen

Damit die Gruppen in etwa gleich groß waren, war bei dem ein oder anderen Teilnehmer etwas sanfte Überredungskunst nötig, bis alle ihren Platz gefunden hatten. Unter den Teilnehmern waren 18 Rats- und Ortsratsmitglieder, die letztlich über die Zukunft der Schulen in Pattensen entscheiden.

Es fällt schwer, das große Ganze zu sehen, wenn jeder nur an sein eigenes Dorf denkt. Quelle: Kim Gallop

Wie sich im Verlauf des Abends herausstellte, gibt es über ein und dasselbe Thema mehr als eine Meinung. Und das war wohl auch die Wirkung, die beabsichtigt war.

Als am Ende im Plenum die Ergebnisse vorgestellt wurden, kritisierten die „Schwarzseher“, dass durch den Bau einer größeren Schulen in Schulenburg die Elterntaxis zunähmen, weil die Kinder aus Jeinsen hin und her gefahren werden müssen. Bislang würden viele Kinder in Jeinsen zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Grundschule erreichen. „Wenn sie immer nur gefahren werden, können die Kinder keine Selbstständigkeit entwickeln“, hieß es.

Dieses Argument wurde von Anwohnern aus Koldingen zurückgewiesen, wo die Grundschule schon vor vielen Jahren geschlossen wurde. „In Koldingen fahren die Kinder ab der ersten Klasse mit dem Bus nach Pattensen“, sagte eine Frau aus Koldingen. „Und die werden ganz schnell selbstständig.“ Außerdem würde ohne eigene Schule die Dorfgemeinschaft auseinanderbrechen, hieß es. Doch Bürgermeisterin Schumann ließ auf die Koldinger nichts kommen, die gerade einen Dorfverein gegründet haben. „Wir haben Dörfer ohne Schule mit einer aktiven Dorfgemeinschaft“, betonte sie.

Ernüchterung am Ende des Abends

Nachdem am Ende des Abends die Ergebnisse vorgestellt waren, machte sich etwas Ernüchterung breit. „Was passiert jetzt?“ fragte ein Teilnehmer. Bürgermeisterin Schumann sagte: „Wir legen die Drucksache wieder vor.“ Wenn es eine neue Variante geben sollte, dann müsste dieser Impuls „aus der Politik“ kommen.

Sie habe an diesem Abend „nicht viel Neues gehört“, ergänzte Schumann. Und irgendwann sei der Punkt gekommen, „wo eine Entscheidung fallen muss“.

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Von Kim Gallop

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