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Pattensen Umstritten: Ortsrat will zwei neue Bäume für 15.000 Euro pflanzen lassen
Aus der Region Region Hannover Pattensen Umstritten: Ortsrat will zwei neue Bäume für 15.000 Euro pflanzen lassen
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14:28 03.11.2019
Die beiden zu Beginn des Jahres gefällten Linden am Marktplatz sollen durch japanische Kirschen ersetzt werden. Quelle: Tobias Lehmann
Pattensen-Mitte

Mit knapper Mehrheit hat der Ortsrat Pattensen der Pflanzung von zwei neuen Bäumen am Marktplatz zugestimmt. Sie sollen die Lücke schließen, die durch die Fällung der morschen Linden Anfang dieses Jahres entstanden ist. Streitpunkt in der jüngsten Sitzung des Gremiums waren die von der Stadtverwaltung dafür geschätzten Kosten von rund 15.000 Euro.

Gestaltungskonzept sieht an der Stelle zwei Bäume vor

Die unter dem Protest einiger Bürger gefällten Linden standen direkt vor dem Ratskeller. Jetzt gibt es eine durchgehende Sichtlinie über den gesamten Marktplatz. Das entspricht allerdings nicht dem Gestaltungskonzept, das der Ortsrat vor einigen Jahren für den Marktplatz beschlossen hatte. In der Diskussion gab es deshalb auch niemanden, der dafür plädierte, auf die Pflanzung komplett zu verzichten.

„Doch wenn das so teuer ist, pflanze ich die beiden Bäume dort lieber selbst“, sagte der 80-jährige Ortsbürgermeister Günter Bötger (CDU). Auch SPD-Mitglied Axel Steding wurde ironisch und sagte: „Und wenn wir Kirschkerne auf den Boden spucken und hoffen, dass daraus irgendwann Bäume wachsen, haben wir es noch billiger.“ Er bezog sich darauf, dass es sich bei den beiden Bäumen um japanischen Kirschen handeln soll. Im Zuge der Sanierung des Marktplatzes wurden bereits 2016 zehn japanische Kirschen gepflanzt. Die beiden neuen Bäume sollen noch in diesem, alternativ im Herbst 2020 gesetzt werden und sich in das vorhandene Gestaltungsbild einfügen. Sie sollen ebenso groß sein wie die bereits vorhandenen Bäume.

Bäume benötigen speziellen Wurzelraum

Der stellvertretende Ortsbürgermeister Gerhard Dettmer (SPD) fragte, ob die Bäume nicht vielleicht kleiner und damit billiger sein könnten. Der Leiter des Sachgebiets Tiefbau, Jörg Hinrichsen, sagte, dass kleinere Bäume optisch für ein komisches Bild auf dem Marktplatz sorgen würden. Er wies auch darauf hin, dass es nicht nur um die Pflanzung der Bäume gehe. Für eine gute Entwicklung der Bäume müsse ein „regelkonformer Wurzelraum mit einem speziellen mineralisch/organischen Substrat“ angelegt werden, heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Weiterhin müssen die dort noch vorhandenen Fahrradbügel um einige Meter versetzt werden.

Bötger verwies auf die defizitäre Stadtkasse und sagte, dass der Ortsrat hier ein Zeichen des guten Willens setzen könnte. „Selbst wenn wir Fachleute hinzuziehen müssen, können wir durch Eigenleistung sicherlich ein wenig sparen“, sagte er. Unterstützung bekam er von Andreas Ohlendorf (SPD): „Die Kosten sind der helle Wahnsinn.“

Keine Einigkeit innerhalb der Fraktionen

Der kontroversen Diskussion entsprechend fiel die Abstimmung knapp aus. Auch innerhalb der Fraktionen gab es keine einhellige Meinung zu dem Thema. Axel Steding (SPD), Jörg Walkowiak (SPD), Marita Tillmann (CDU) und Horst Hary Raese (Freie Wähler) sprachen sich für die Pflanzung aus. Günter Bötger (CDU), Christian Bock (CDU) und Andreas Ohlendorf (SPD) stimmten dagegen. Gerhard Dettmer (SPD) und Julia Recke (CDU) enthielten sich.

Recke, die auch Vorsitzende des Stadtrats ist, begründete ihre Enthaltung: „Als Mitglied des Ortsrats bin ich für die Pflanzung der beiden Bäume. Doch als Mitglied des Stadtrats muss ich auch die Kasse der gesamten Stadt im Blick haben.“

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Von Tobias Lehmann

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