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Pattensen Schleiereulen sollen auf Kirchturm von St. Georg fliegen
Aus der Region Region Hannover Pattensen Schleiereulen sollen auf Kirchturm von St. Georg fliegen
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17:39 11.10.2019
Ute Stegen (von links), Manfred Wiechmann und Klaus Kühnast setzen die Nisthöhle zusammen. Quelle: Kim Gallop
Jeinsen

Schwindelfreiheit ist beim Engagement für den Nabu auf jeden Fall von Vorteil: Insgesamt ein halbes Dutzend Nabu-Mitglieder der Ortsgruppe Pattensen und des Nabu Hannover sind am Freitagvormittag auf den Kirchturm in Jeinsen gestiegen.

Sie mussten sich zwar nicht außen entlang hangeln, doch die hölzernen Stiegen im Inneren von St. Georg sind so steil und uneben, dass es auch für diesen Aufstieg einen klaren Kopf und einen sicheren Tritt braucht. Und dann hatten die Ehrenamtlichen auch noch sperrige Holzteile, dicke Balken, einen großen Werkzeugkoffer aus Metall und einen Akkuschrauber in den Händen.

Aus den zuvor zurechtgeschnittenen Teilen wurde in Gemeinschaftsarbeit eine große Nisthöhle von einem Meter mal 70 Zentimetern Größe montiert. Unter der Regie von Manfred Wiechmann und Ute Stegen – beide beim Nabu Hannover in der Fachgruppe Eulen engagiert – wurde der Kasten im Inneren des Glockengestühls an der Nordseite des Kirchengebäudes zur Kirchstraße hin angebracht.

Die kleinere Holzröhre ist die Einflugschneise in den Nistkasten. Quelle: Kim Gallop

Vögel fliegen durch Röhre hinein

Eine kleinere Röhre macht den Einflug der Vögel von außen in die Nisthöhle möglich. Diese große Kiste kann geöffnet werden. So kann die Behausung von Zeit zu Zeit vom Gewölle gereinigt werden, den unverdaulichen Nahrungsresten, die von Eulenvögeln und Greifvögeln ausgewürgt werden.

Wie Thomas Volkert, Sprecher der Ortsgruppe Pattensen erläutert, bietet dieser Zugang zum Nistkasten außerdem die Möglichkeit, die Vögel – die Schleiereulenküken im Alter von etwa sechs Wochen, aber auch die erwachsenen Tiere – herauszunehmen und zu beringen. Damit will der Nabu Erkenntnisse über die Entwicklung der regionalen Eulenpopulation gewinnen, sagt Ute Stegen.

Krähen machen Jagd auf Schleiereulen

Schleiereulen sind nachtaktiv, sie jagen Feldmäuse – ihre Hauptnahrungsquelle – im Dunkeln. „Tagsüber sind die Vögel schlaftrunken und langsam“, erläutert Volkert. Deshalb lassen sie sich vom Menschen leichter aus der Nisthöhle nehmen und mit einem Vogelring am Bein versehen.

Das Einflugloch nach draußen wird für die Dauer der Beringungsaktion mit einer kleinen beweglichen Klappe geschlossen. Einerseits, damit die Vögel vor den menschlichen Eindringlingen nicht fliehen können. Aber auch, um sie bei Tageslicht vor den Krähen zu schützen. „Krähen jagen Schleiereulen“, sagt Volkert, „und die Eulen sind tagsüber nicht gut orientiert.“

Der Nabu Pattensen hatte über Pastor Christian Hüttmann Kontakt zur Kirchengemeinde in Jeinsen und zur Thomasgemeinde in Schulenburg aufgenommen. Auch der Schulenburger Kirchenvorstand hat zur Freude des Nabu das Anbringen einer Nisthöhle für Schleiereulen genehmigt. Die Kirchengemeinden erhalten dafür eine Plakette und eine Urkunde, die sie als Teilnehmer der Nabu-Aktion „Lebensraum Kirchturm“ auszeichnet.

Eine Nistmöglichkeit für Schleiereulen gibt es jetzt im Kirchturm von St. Georg in Jeinsen. Mitglieder des Nabu haben den großen Holzkasten mit Einflugtunnel im Inneren des Turms eingebaut.

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Von Kim Gallop

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