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Pattensen Schwelle vor Jeinsen bremst Raser nicht aus
Aus der Region Region Hannover Pattensen Schwelle vor Jeinsen bremst Raser nicht aus
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15:09 13.08.2019
Die Schwelle samt scharfer S-Kurve am Ortsausgang – im Bild der Blick Richtung Vardegötzen – bremst Raser nicht aus. Quelle: Kim Gallop
Jeinsen

Es war ein Déjà-vu der grausamen Art: Vor Hans-Henning Riedel stand die Nachbarin mit dem Kater der Familie Riedel auf dem Arm. Das Tier war tot. Tragisch: Es war schon der zweite Kater der Familie, der an der Ortsdurchfahrt von Jeinsen im Zuge der Kreisstraße 201 sein Leben lassen musste. Totgefahren von unbekannten Rasern.

Der Vorgängerkater war nachts angefahren und tödlich verletzt worden. Kater Tom, das jüngste Opfer, hat es in der vergangenen Woche am frühen Abend erwischt. „Es war doch noch hell. Wäre das Auto langsamer gewesen, hätte der Fahrer das Tier sehen können“, sagt Riedel.

Der Jeinsener lebt mit seiner Familie in einem der letzten Häuser an der Ortsausfahrt Richtung Vardegötzen. Er beobachtet seit Jahren mit Sorgen, wie schnell dort gefahren wird. In beide Richtungen. Zwischen Vardegötzen und Jeinsen liegt eine etwa ein Kilometer lange freie Strecke zwischen Ackerland, was offenbar zum Rasen verführt, so dass die Autos praktisch ungebremst nach Jeinsen hineinrauschen.

Verschwenkung und Verkehrsinsel bringen nichts

Als die Ortsdurchfahrt, deren Fahrbahn zuvor stark beschädigt war, von der Region Hannover 2015/2016 aufwendig saniert wurde, wurde am Ortseingang eine s-förmige und aufgepflasterte Verkehrsinsel als Verschwenkung angelegt, die Raser ausbremsen soll. „Das hat gar nichts gebracht“, kritisiert Riedel.

Diese Hürde scheint sogar einige Verkehrsteilnehmer zu waghalsigen Manövern anzustacheln. Riedel beobachtet häufig, dass Autofahrer aus Jeinsen in Richtung Vardegötzen vor der Verkehrsinsel auf die Gegenfahrbahn wechseln, um noch schneller voran zu kommen. „Die linke Spur der Verschwenkung verläuft etwas gradliniger, auf ihr kann man mehr Tempo machen“, sagt Riedel. „Die Autos fahren hier so schnell vorbei, dass man noch nicht mal den Fahrzeugtyp erkennen kann.“

Der Anwohner macht sich Sorgen um Kinder und andere Fußgänger – zumal der Gehweg häufig so zugeparkt ist, dass Fußgänger auf die Fahrbahn ausweichen müssen. „Dieses Mal ist ,nur‘ unser Kater getötet worden, beim nächsten Mal trifft es vielleicht einen Passanten“, warnt Riedel. Er hat sich jetzt mit seinen Beobachtungen und Sorgen schriftlich an Günter Kleuker gewandt, den Ortsbürgermeister von Jeinsen. Hat Riedel eine Idee, was helfen könnte? Er schlägt Bremsschwellen auf der Fahrbahn vor, auch Berliner Kissen genannt. „Das würde wirklich was bringen“, bekräftigt er.

Ortsbürgermeister weist auf weitere Probleme hin

Kleuker, dessen Hof an der Ortsdurchfahrt liegt, bestätigt auf Anfrage, dass das viel zu hohe Tempo in der Ortsdurchfahrt von Jeinsen ein Dauerproblem ist – bei Tag und bei Nacht. Er weist mit Bedauern darauf hin, dass die Probleme an der Ortseinfahrt nach Schulenburg ähnlich sind. Auch dort verleitet die freie Strecke zwischen Schulenburg und der Ortseinfahrt Jeinsen offenbar dazu, in die Calenberger Straße deutlich zu schnell hinein zu rauschen. Um Raser etwas auszubremsen, hat die Region dort die Fahrbahn verengt. Auch das ohne viel Erfolg.

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Von Kim Gallop

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