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Pattensen Lesemann spricht über 100 Jahre Frauenwahlrecht
Aus der Region Region Hannover Pattensen Lesemann spricht über 100 Jahre Frauenwahlrecht
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13:53 24.02.2019
Andrea Eibs-Lüpcke (von links) und Annette Köppel vom Mehrgenerationenhaus begrüßen Referentin Silke Lesemann. Quelle: Kim Gallop
Pattensen-Mitte

 Über das Thema „100 Jahre Frauenwahlrecht“ hat jetzt die Geschichtswissenschaftlerin und SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann aus Sehnde im Mehrgenerationenhaus in Pattensen einen Vortrag gehalten. Dazu eingeladen hatte Andrea Eibs-Lüpcke, SPD-Ratsmitglied und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Sozialdemokratischer Frauen (ASF). Zu dem Vortrag der promovierten Historikerin Lesemann war nur eine Handvoll Zuhörerinnen gekommen.

„Ich als Sozialdemokratin komme bei dem Thema nicht daran vorbei, die Sozialdemokraten zu erwähnen“, schickte die Referentin gleich zu Beginn als scherzhaft gemeinte Entschuldigung voraus. Auch die ArbeiterwohlfahrtLesemann ist Vorsitzende der Awo Region Hannover – werde in ihrem Vortrag eine Rolle spielen, kündigte sie an. Schließlich war Marie Juchacz (1879-1956) Vorkämpferin für das Frauenwahlrecht, und 1919 eine der ersten weiblichen Abgeordneten, auch Gründerin der Awo.

Für moderne Frauen und Männer in Deutschland ist es schwer vorstellbar, dass Frauen weder wählen noch sich zur Wahl stellen dürfen „Was wir heute selbstverständlich finden, ist hart erkämpft worden“, bekräftigte Lesemann.

Silke Lesemann ergänzt ihren Vortrag durch Schaubilder und historische Fotos. Quelle: Kim Gallop

Die Wurzeln der Veränderung liegen in der Französischen Revolution, im sogenannten deutschen Vormärz sowie dem Aufstand gegen die regierenden Fürsten- und Königshäuser und der Frankfurter Nationalversammlung 1848. Erst mit dem Reichsvereinsgesetz von 1908 allerdings durften sich Frauen in Deutschland politisch betätigen.

Die Frauenbewegung sei nicht homogen gewesen, berichtete Lesemann: „Es herrschte eine ganz klare Klassengesellschaft und eine Spaltung in proletarisch und bürgerlich.“ Und zu den Forderungen der bürgerlichen Frauen zählte die nach dem Wahlrecht für Frauen nicht. Die SPD dagegen unterstützte trotz aller Vorbehalte, die auch die männlichen Sozialdemokraten hatten, diese Forderung öffentlich. „Da bin ich immer wieder stolz“, sagte Lesemann.

Der Erste Weltkrieg sorgte wieder für einen Rückschritt und eine stärkere Spaltung der Frauenbewegung. Erst mit der Novemberrevolution 1918 und dem Sturz der Monarchie wurde die Forderung nach gleichen Rechten für Männer und Frauen wieder lauter. 1919 wurde sie Teil der Weimarer Verfassung. Das sogenannte Dritte Reich mit dem rückwärtsgewandten Frauenbild der Nationalsozialisten und der Zweite Weltkrieg brachten aber wieder Rückschritte. Eine Vorreiterrolle habe Deutschland mit dem Frauenwahlrecht sowieso nicht eingenommen, erläuterte Lesemann. Neuseeland (1893) und Finnland (1906) waren schneller, Großbritannien (1928) oder auch Portugal (1976) hingegen deutlich langsamer.

Lesemann nannte als ein positives Beispiel für politisch aktive Frauen Pattensens Bürgermeisterin Ramona Schumann (SPD). Eibs-Lüpcke sagte, dass Frauen in der SPD zuvor von Gertraude Kruse aus Pattensen zu politischer Arbeit ermuntert wurden. Kruse war von 1990 bis 1998 SPD-Landtagabgeordnete, bis 2003 Regierungspräsidentin und eine der wenigen Zuhörerinnen des Vortrags.

„Der Fortschritt ist eine Schnecke“, sagte Referentin Lesemann bedauernd. Sie wies darauf hin, dass 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts die politischen Entscheidungsträger überwiegend Männer sind. Auch in Niedersachsen kenne sie Kommunalparlamente, in denen ausschließlich Männer säßen. Ein Grund sei die besondere Belastung vieler Frauen durch Beruf und Kinder, aber auch die „Abneigung der Frauen gegen Machtpolitik und Streit“. Lesemanns Fazit: „Wir sind noch lange nicht am Ziel.“

Von Kim Gallop

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