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Pattensen Windräder werden immer höher
Aus der Region Region Hannover Pattensen Windräder werden immer höher
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10:00 21.03.2018
Von Thomas Böger
Südlich der bereits vorhandenen Windräder bei Schulenburg möchte die Firma EnBW fünf weitere aufstellen. Quelle: Thomas Böger
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Schulenburg

Bei der Region Hannover liegen zwei Anträge für die Aufstellung weiterer Windenergieanlagen westlich von Schulenburg vor. Fünf davon will das Unternehmen Energie Baden-Württemberg (EnBW) südwestlich der Ortschaft errichten, südlich der bereits vorhandenen. Sie sollen 150 beziehungsweise 200 Meter hoch werden - und nicht 270, wie irrtümlich berichtet. "Das wäre Weltrekord - solche Windräder gibt es noch gar nicht", sagt EnBW-Sprecher Ulrich Stark. Bisher seien 230 Meter die absolute Spitze. Der Trend gehe allerdings aus Gründen der Wirtschaftlichkeit zu immer größeren Anlagen. Experten gehen davon aus, dass selbst Nabenhöhen von 200 Metern in der Zukunft realistisch sind.

Im Hunsrück gibt es bereits ein Windkraftwerk mit einer Nabenhöhe von 165 Metern und 65 Meter langen Rotorblättern. Es erreicht eine Leistung von 3,3 Megawatt. Anlagen dieses Typs will ein von der Stadt bisher nicht benannter Stromerzeuger nordwestlich von Schulenburg aufstellen. Stadtsprecherin Andrea Steding bestätigt, dass dort drei Räder mit 230 Meter Höhe und ein weiteres mit 200 Meter Höhe beantragt seien.

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Vorerst werden die Flächen aber weiter landwirtschaftlich genutzt, wenn es nach der Stadt geht. Sie möchte die Bauanträge zunächst um ein Jahr zurückstellen lassen, weil sie ihren Flächennutzungsplan in dem Bereich ändern will. Nach dem wären die Anlagen laut Erstem Stadtrat Axel Müller nämlich nicht zulässig. Er stamme jedoch aus dem Jahr 2000 und würde einer Anfechtung vor Gericht unter Umständen nicht standhalten, meint Müller. In den vergangenen Jahren, insbesondere nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima, habe sich die Rechtsprechung in Sachen Windenergie verändert.

Und die Standorte bei Schulenburg hätten insofern gute Karten, als sie im Regionalen Raumordnungsprogramm als Vorranggebiete für Windenergie ausgewiesen sind. Daran sei die Stadt grundsätzlich gebunden. Aber wenn sich bei einer Überarbeitung des Flächennutzungsplans ergeben sollte, dass einzelne Bereiche der Vorranggebiete doch nicht optimal für Windräder geeignet seien, könne es vielleicht noch Änderungen geben.

Südlich der bereits vorhandenen Windräder bei Schulenburg möchte die Firma EnBW fünf weitere aufstellen. Quelle: Thomas Böger