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Ronnenberg Fleischersterben? Diese 23-Jährige findet in dem Handwerk ihren Traumberuf
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11:55 20.09.2019
Sarah Poerschke ist eine ausgezeichnete Verkäuferin. Quelle: Stephan Hartung
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Ronnenberg

Klassische Handwerksberufe liegen nicht im Trend. Sarah Poerschke zeigt aber, dass das Handwerk nicht nur Spaß machen kann, sondern auch Erfolgserlebnisse verspricht. Die 23-Jährige arbeitet bei Knigge, dem Ronnenberger Betrieb für Fleischerei und Partyservice, als Fleischereifachverkäuferin. Und das macht sie inzwischen sogar ausgezeichnet. Denn zum Ende ihrer Ausbildung wurde ihr eine besondere Ehre zuteil. Sie erhielt als Sonderpreis für die beste praktische Prüfung ihres Berufsschuljahrgangs einen sogenannten Wetzstab – ein traditionelles Werkzeug zum Schärfen von Messern.

Immer schon in der Branche tätig

Im weiteren Sinne hatte Sarah Poerschke schon immer mit Lebensmitteln zu tun. Der Weg zur Fleischereifachverkäuferin verlief aber auf Umwegen. Zunächst besuchte sie eine Hauswirtschaftsklasse, es folgte eine Ausbildung zur Köchin – ohne Abschluss zwar, „aber ich wollte in diesem Bereich weiter tätig bleiben“, erzählt sie. Ein Jahr lang arbeitete sie in der Fleischerei des Edeka-Marktes in Gehrden, ehe sie 2016 dann die Ausbildung bei Knigge begann. Ein Betrieb übrigens, „der super läuft und den es noch lange geben wird“, wie Sarah Poerschke betont – und damit zugleich Gerüchte über Schließungspläne des Traditionsbetriebs, der in der vierten Generation geführt wird, zerstreut.

Die Prüfung beinhaltete, für einen feierlichen Anlass eine bunte Platte zu gestalten. Vorgeschaltet war ein ein fiktives Kundengespräch, anschließend war der Kreativität des Lehrlings keine Grenzen gesetzt. „Dabei wurde der Aufschnitt und die Legetechnik, aber auch die gesamte Dekoration bewertet“, sagt Poerschke. Sie selbst isst übrigens auch gern Fleisch – allerdings in Maßen. „Zum Frühstück gehört für mich Wurst einfach dazu“, gesteht sie. Dumme Sprüche wegen ihres Berufs hat sie dagegen noch nie gehört. „Ganz im Gegenteil: Meine Freunde finden das cool. Manchmal besuchen sie mich auch im Betrieb und kaufen bei mir ein“, erzählt Poerschke

Nächstes Ziel ist der Führerschein

Wie geht es für die Ausgezeichnete jetzt weiter? „Ach“, sagt Sarah Poerschke und lacht, „ich arbeite ganz normal wie bisher. Ist ja auch ein schönes Gefühl, nun mehr Geld zu bekommen als in der Ausbildung.“ Prinzipiell bestünde für sie zumindest die Möglichkeit, ein Jahr lang in die Produktion zu gehen und die Meisterprüfung zu machen. Auch ein Fachstudium ist denkbar.

„Das kann ich alles immer noch machen“, sagt sie und betont, wie sehr sie sich in ihrem Team in der Gehrdener Filiale des Betriebs wohlfühlt. Mittelfristiges Ziel ist zunächst, dank des nun erhöhten Einkommens den Führerschein zu machen. „Dann bin ich in den bis zu zweistündigen Pausen mobiler, könnte zwischendurch auch mal nach Hause fahren“, sagt die Bennigserin. Vor allem ihre Hündin Lou würde sich darüber freuen.

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Von Stephan Hartung

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