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Ronnenberg Welche Fläche wird in Ihme-Roloven zum Neubaugebiet?
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16:29 15.07.2019
Auf diesem Kornfeld an der Hiddestorfer Straße könnte bald ein Neubaugebiet entstehen. Quelle: Heidi Rabenhorst
Ihme-Roloven

Mehr als 400 Interessenten zählt die Baugrund-Warteliste der Stadt Ronnenberg. Ein Eigenheim im Calenberger Land ist gefragt. In Ihme-Roloven wurde deshalb bereits 2017 die Ausweisung eines Neubaugebiets nordöstlich der Hohefeldstraße auf den Weg gebracht. In einem Modellversuch wollte die Stadt dort voll erschlossene Grundstücke, quasi zum Sofort-Bebauen anbieten – ein Rundum-Sorglos-Paket für Bauherren, möglichst günstig dazu.

Diese Planungen wurden nun gestoppt. Massive Kritik von Anwohnern auf einer Informationsveranstaltung der Stadt im Frühjahr führten dazu, dass Politik und Verwaltung das Vorhaben erneut zur Debatte stellen. „Das Bebauungsverfahren für das Gebiet Hohefeldstraße soll zunächst ruhen“, sagt CDU-Ratsherr Jörg Garbe. Er einigte sich mit Vertretern der SPD-Ortsratsfraktion und der Stadtplanung auf den vorläufigen Stop.

Die Öffentlichkeit soll mit entscheiden

Voraussichtlich im September soll ein öffentlicher Workshop helfen, die sinnvollste Antwort auf die Neubaugebietsfrage zu finden. Als Alternative zur Variante Hohefeldstraße rückt dabei eine Fläche im Bereich der nördlichen Hiddestorfer Straße in den Fokus der Stadtplaner. Ursprünglich sollte an der Hohefeldstraße Platz für neun Häuser entstehen. Später verdoppelten der Ortsrat und die Verwaltung das Gebiet und damit die mögliche Häuserzahl, ohne die Öffentlichkeit zu beteiligen. Durch die Vergrößerung des Neubaugebiets wären die Erschließungskosten pro Grundstück gesunken (von 220 auf 160 Euro pro Quadratmeter) und damit auch der Grundstückspreis. Aus Sicht von Politik und Verwaltung eine Win-Win-Situation. Für einige Anwohner ein Horror-Szenario, dass mehr Verkehr, unsichere Schulwege und versperrte Feldwege zur Folge haben könnte. Der Alleingang von Ortsrat und Stadtplanern erwies sich als Fehler. „ Das hätten wir anders regeln müssen“, sagt Garbe.

Die Planung zur Bebauung dieses Ackers an der Hohefeldstraße wurde vorerst gestoppt. Quelle: Uwe Kranz

Vom Tisch ist die Variante Hohefeldstraße nicht. „Es geht jetzt darum, die beiden möglichen Entwicklungsflächen zu vergleichen“, sagt Wolfgang Zehler, Leiter des Fachbereichs Bau, Ökologie und Ordnung. Welche Flächen grundsätzlich in Frage kommen, ist im sogenannten Integrierten Stadtplanungskonzept (ISEK) festgelegt. In Ihme-Roloven gibt es zu den beiden diskutierten Varianten keine Alternative im ISEK. Auch wenn am Ende der laufenden Debatte das Gebiet Hiddesdorfer Straße bevorzugt wird, könnte an der Hohefeldstraße im Anschluss gebaut werden. „Ich bin ziemlich sicher, dass alles gut weg geht“, prognostiziert Zehler eine anhaltend hohe Nachfrage. Konzeptionell will die Verwaltung auch an des Hiddestorfer Straße an dem Pilotprojekt Kommunales Bauland festhalten. Vorbilder sind hier etwa die existierenden Passivhausbaugebiete Am Wischacker in Empede und Agricolastraße in Ronnenberg. Für die Hiddestorfer Straße ist angedacht, einen Teil der Fläche für Gemeinbedarf zu reservieren. Altersgerechte Wohnungen, eine städtische Einrichtung oder Mehrgenerationenhäuser könnten dort entstehen. „Konkrete Nachfragen von Trägern gibt es derzeit aber noch nicht“, sagt Zehler.

SPD fordert Kostenobergrenze

Unklar ist derzeit auch noch, wie viel die Grundstücke an der Hiddestorfer Straße kosten würden. Noch sind sie, wie auch das Gebiet an der Hohlfeldstraße, in privatem Besitz. Torsten Baasner, SPD-Vertreter im Ortsrat, plädiert für eine Kostenobergrenze. „230 oder 250 Euro pro Quadratmeter sind für uns nicht akzeptabel. Bauen muss so günstig wie möglich sein“, sagt er.

So teuer ist Bauland

160 Euro für den Quadratmeter Baugrundstück (erschlossen) ist der Zielwert, den die Stadt Ronnenberg für das Neubaugebiet in Ihme-Roloven anstrebt. Ist das viel oder wenig? Auskunft über den sogenannten Bodenrichtwert gibt kostenlos die Geschäftsstelle der Gutachterausschüsse des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen. Für den Bereich Ihme-Roloven gelten dort derzeit 130 Euro pro Quadratmeter (erschlossen) als Durchschnittswert. 2011 lag der Richtwert bei 110 Euro. Nach Auskunft der Behörde seien die Preise auch im Umland seitdem „explodiert“. Wird das Grundstück nicht von der Kommune, sondern von privaten oder gewerblichen Eigentümern erworben, sind Preise zwischen 200 und 300 Euro keine Seltenheit mehr.

Von Mario Moers

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