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Ronnenberg Linderte: Politiker müssen Baumfällungen erklären
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Linderte: Politiker müssen Baumfällungen erklären
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00:40 27.05.2018
Anwohner diskutieren mit den Politikern am Denkmalsweg. Quelle: Uwe Kranz
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Linderte

Manchmal dauern politische Prozesse so lange, dass die Verantwortlichen nach der Umsetzung in Erklärungsnöte geraten. So geschehen im Linderter Denkmalsweg, wo im Vorfeld der Kanalsanierung einige große Birken gefällt wurden. Ein Neubürger des Ortsteils wollte den Vorgang während der Ortsbegehung von den lokalen Politikern begründet wissen.

Vor seinem Haus hätten die Bäume zum besonderen Charakter der Straße beigetragen. Nach der Fällung sei nun eine beklagenswerte Lücke entstanden, begründete der Linderter sein Unbehagen. Allerdings habe er sich im Vorfeld auch nicht über die Vorgänge im Ort informiert, räumte er ein. Ortsbürgermeister Karsten Erbelding, Bürgermeisterin Stephanie Harms und der städtische Fachbereichsleiter Wolfgang Zehler umrissen für ihn eine jahrelange Geschichte um die Birken, deren Fällung ursprünglich von Anwohnern gefordert worden sei. Zudem, so Zehler, sei zu erwarten gewesen, dass die Wurzeln im Zuge der Gehwegsanierung dermaßen zu schaden kämen, dass die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte. Nach dem Erd- und Pflasterarbeiten sollen als Ersatz für die Birken Rotdorn-Bäume gepflanzt werden.

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Insgesamt verlief die Begehung des Ortes wenig kontrovers. Zehler verprach, die Firma Avacon um eine Lösung für die Ecke Rotanger/Im Nordfeld zu bitten. Aufgrund einer unglücklichen Anordnung der Laternen ist dort nachts eine dunkle Ecke zu beklagen. Um defekte Laternen in der Holtensener Straße wolle sich die Stadt selbst kümmern.

Insachen Tempo 30 auf den Ortsdurchfahrten müssen sich die Linderter gedulden. Die Stadt hatte sich mit mehreren Streckenabschnitten im Ort für die Aufnahme in ein Modellprojekt des Landes beworben. Über die Aufnahme wird derzeit entschieden. „Ein schwebendes Verfahren“, erklärte Zehler. In der Schulstraße, wo bereits diese Geschwindigkeitsbeschränkung gilt, soll es schneller gehen: Eine aufgemalte „30“ auf der Fahrbahn soll Autofahrer an das Tempolimit erinnern und zu langsamem Fahren ermuntern.

Die Frage nach einem Hundeplatz im Ortsgebiet beantworteten die Verwaltungsvertreter zurückhaltend. In Zeiten des Leinenzwangs bräuchten die Tiere zwar Flächen zum Auslauf, die Umsetzung bereite aber viele Probleme. Vielversprechender klang ein Vorschlag aus den Reihen der Bürger, den Reitverein für solche Zwecke um Asyl für die Hunde zu bitten. Derweil hofft der Ortsrat auf weitere Hundekotbeutelspender. Standorte könnten am oberen Denkmalsweg oder am Friedhof sein.

Von Uwe Kranz