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Ronnenberg Schilder entscheiden an B 65-Kreuzung
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Schilder entscheiden an B 65-Kreuzung
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14:20 23.10.2018
Das Stoppschild sagt laut Polizei klar aus: Der Radfahrer hat an der Kreuzung bei Benthe auch bei abgeschalteter Ampel Vorfahrt. Quelle: Ingo Rodriguez
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Benthe

 Die Baustelle zur Sanierung der Bundesstraße 65 sorgt in und um Ronnenberg für große Aufregung. Themen sind für viele der so genannte Schleichverkehr in den Ortsteilen Empelde, Ronnenberg und Benthe sowie das erhöhte Verkehrsaufkommen auf der Umleitungsstrecke Bundesstraße 217. Letzter Aufreger war allerdings die Sicherheit der Radfahrer an der Kreuzung der B 65 mit der Benther Straße und der Straße Gergarten am Ortsrand von Benthe.

Da für viele Verkehrsteilnehmer offenbar nicht ganz eindeutig ist, wie die Vorfahrt für Radfahrer und Autofahrer bei abgestellter Ampelanlage grundsätzlich geregelt ist, kam es nach Beobachtern häufig zu gefährlichen Begegnungen auf der Kreuzung. Nun hat die Polizei klar gestellt, welche Regelung an dieser Stelle gilt: „Die Sache ist eindeutig“, sagt Oliver Müller, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes des Polizeikommissariates in Ronnenberg. „Wenn die Ampel ausgeschaltet ist, gelten die Verkehrszeichen.“

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Verkehrsteilnehmer, die auf der der Benther Straße oder auf der Straße Gergarten an die B 65 heranfahren, müssen demnach jeweils an einem Stoppschild anhalten und dem Verkehr auf der Bundesstraße die Vorfahrt gewähren. Das sind derzeit lediglich Linienbusse und einige Baustellenfahrzeuge – aber eben auch die Radfahrer auf dem in beide Richtungen der Bundesstraße befahrbaren Radweg. Die Fahrbahn und der Radweg bilden einen gemeinsamen Weg, der gegenüber Benther Straße und Gergarten vorfahrtsberechtigt sei, erklärt Müller.

Ein Benther Radfahrer hatte diesen Umstand falsch interpretiert und anhand von Eintragungen auf der ADAC-Hompage belegt, die aber laut der Polizei hier keine Anwendung finden. Entscheidend dabei ist, dass der Radweg vor der Kreuzung nicht von der Fahrbahn weg verschwenkt wird und dadurch einen separaten Weg bildet. Parallel zur Fahrbahn bildet er mit der vorfahrtsberechtigten Straße eine Einheit.

Die Verunsicherung des Benther Radlers befeuert hatte das Verhalten einiger Autofahrer, die, offenbar wegen des geringen Verkehrsaufkommens auf der Bundesstraße, den Stoppschildern wenig Beachtung schenkten, einfach durchfuhren und deshalb die eine oder andere gefährliche Begegnungen mit Radfahrern erlebten.

Grundsätzlich sollte deshalb in ungewöhnlichem Verkehrssituationen, wie auf der Baustellenkreuzung in Benthe in besonderem Maße für alle Verkehrsteilnehmer Vorsicht und Rücksichtnahme auf andere gelten – und selbstverständlich die Beachtung der geltenden Verkehrszeichen und -regeln, selbst wenn dem Anschein nach wenig los ist.

Von Uwe Kranz