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Ronnenberg Gegen das Insektensterben: Bauhof legt drei große Blühflächen an
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Gegen das Insektensterben: Bauhof legt drei große Blühflächen an
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11:13 10.06.2019
Stephanie Harms (von links), Björn Gaschler und Henrik Lienau am Blühstreifen auf der Fläche am Mühlenrär. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

Wieso pflügt die Stadt die Rasenfläche am Mühlenrär in Ronnenberg teilweise um? Und Warum lässt der Bauhof das Kraut auf dieser Fläche danach wild wachsen? Fragen dieser Art werden derzeit teilweise auch in Form von Beschwerden gleich reihenweise an die Verwaltung im Ronnenberger Rathaus gerichtet. Mit einem öffentlichen Termin wollten jetzt Bürgermeisterin Stephanie Harms, Bauhofchef Björn Gaschler und Gärtnermeister Henrik Lienau die Bevölkerung aufklären: Auf den bemängelten Flächen wurden Blühstreifen für den Insektenschutz angelegt, die erst in den kommenden Wochen ihre volle Pracht entfalten sollen.

„Flächen sehen nicht mehr aus, wie auf dem Golfplatz“

Auf insgesamt 7500 Quadratmetern am Mühlenrär und auf der Friedhofserweiterungsfläche in Ronnenberg sowie auf der Grünverbindung zwischen der Straße Op de Deel und Berliner Straße in Empelde hat der städtische Bauhof im April dieses Jahres Saatgut der Sorte „Veitshöchheimer Bienenweide“ für Insektenwiesen ausgebracht. „Dort sieht es jetzt natürlich nicht aus, wie auf einem Golfplatz“, bestätigt die Bürgermeisterin. Soll es aber auch nicht. Ziel sei es vielmehr, dem Insektensterben entgegenzuwirken.

35 ausgesuchte Pflanzenarten wurden ausgesät

Die Saat besteht aus insgesamt 35 ausgesuchten Stauden und Kräutermischungen. Darunter sind Pflanzen wie Klatschmohn, Schafgarbe, Kornblume, Zahnöhrchen-Margerite, Goldrute und Ringelblume zu finden. Die Saat hat sich gut entwickelt, sodass in den kommenden Wochen mit einer entsprechenden Blütenpracht gerechnet werden kann. Obwohl die mehrjährige Saatmischung nach regionalen Gesichtspunkten zusammengestellt worden sei, müsse nun aber abgewartet werden, welche Pflanzenarten sich am Ende auf den Flächen durchsetzten, erklärte Gaschler.

Gärtnermeister Linau betonte die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Landwirtschaft, die bei der Vorbereitung der Flächen – entkrauten, auffräsen und einsäen – ihre Erfahrungen mit eingebracht hat. Die Maßnahme fußt auf frühen Planungen der Verwaltung, die im vergangenen Jahr nach einem Antrag der Grünen auch politisch im Rat bestätigt worden sind, wie Harms erläutert. Gaschler warb für Verständnis, dass die Flächen, je nach Jahreszeit, auch zeitweise „merkwürdig“ aussähen. Da die Blumen nicht nur Nahrung sondern auch Schutz für Bienen und andere Insekten bieten sollen, könnten die neu angelegten Flächen auch nicht so oft gemäht werden, wie bei einer normalen Wiese üblich.

Kostenloses Saatgut für Ronnenberger Bürger

Gaschler machte den Ronnenbergern schließlich noch ein Angebot: Da nach Ende des Projektes noch Saatguts übrig geblieben ist, könnten Bürger daran kostenfrei für den heimischen Garten teilhaben. Bis zu 10 Gramm je Haushalt wird, solange der Vorrat reicht, auf dem städtischen Bauhof ausgegeben. Diese Menge reicht aus für eine 10 Quadratmeter große Blühfläche. Voraussetzung ist eine Voranmeldung bei Gärtnermeister Lienau unter Telefon (05109) 518218. Bei ihm sind auch weitere Informationen zu diesem Thema erhältlich. „Wir hatten den Eindruckt, dass viele Ronnenberger ein großes Interesse an verschiedenen Fragen zum Umweltschutz haben. Mit der Aktion wollen wir den Bürgern auch etwas für ihren Einsatz zurückgeben“, sagte Gaschler.

Alle aktuellen Themen aus Ronnenberg finden Sie unter haz.de/ronnenberg.

Von Uwe Kranz

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