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Ronnenberg Gleichstellungsbeauftragte für alle Geschlechter
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13:05 27.12.2018
Seit Anfang Dezember ist Lara Carolin Sindt die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ronnenberg. Quelle: Elena Everding
Ronnenberg

In ihr neues Büro im Frauenzentrum Ronnenberg hat sich Lara Carolin Sindt bereits eingerichtet. Auf dem Schreibtisch der 26-Jährigen liegen viele Unterlagen, die sie nach und nach durcharbeitet. „Ich muss mich noch ein bisschen in die Verwaltungsstrukturen einleben“, stellt sie fest.

Seit Anfang Dezember ist Sindt die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ronnenberg. So wie ihre Vorgängerin Katherine Jürgens ist sie mit einer halber Stelle ausgestattet. Die Verwaltungsmitarbeiterin hat vor Kurzem ihr Bachelor-Studium in Sozialwissenschaft an der Universität Hannover abgeschlossen. Nun macht sie neben der Aufgabe in der Ronnenberger Verwaltung ihren Master-Abschluss in Soziologie. „Die Arbeit hat für mich allerdings Vorrang“, stellt sie fest.

Schon im Studium hatte sich Sindt, die in Hannover-Linden wohnt, mit der Geschlechterthematik beschäftigt. Nachdem sie bei der Stadt Nienburg ein Praktikum bei der dortigen Gleichstellungsbeauftragten gemacht hatte, stand für sie fest: In diesem Bereich möchte sie später auch arbeiten.

Ihre Aufgaben bei der Stadt sind vielfältig. Einen größeren Teil nehmen die Personalauswahlverfahren ein. Sindt hat ein Auge darauf, in welchen Bereichen der Stadtverwaltung ein Geschlecht unterrepräsentiert ist. „Das sind zum Beispiel in den Kitas die Männer, beim Bauhof dagegen die Frauen“, erklärt sie. Hier will sie versuchen, für ein ausgeglicheneres Verhältnis zu sorgen.

Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei der Stadt Ronnenberg ist ein wichtiges Thema für Sindt. Die Gleichstellungbeauftragte will die Umstände prüfen und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen, die eine Verbesserung ermöglichen sollen. Sie ist aber auch für alle anderen Bürger Ronnenbergs Ansprechpartnerin in Sachen Gleichberechtigung: Sowohl Frauen als auch Männer können sich bei ihr melden, wenn sie Fragen zum Thema haben, sich aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt fühlen, diskriminiert werden, Sexismus ausgesetzt sind oder einfach nur Informationsmaterial suchen.

Seit 1988 im Dienst gegen Benachteiligungen

Die Stadt Ronnenberg beschäftigt seit 1988 eine Gleichstellungsbbeauftragte. Damals war das noch eine freiwillige Maßnahme der Verwaltung. Eine Novelle des Kommunalverfassungsgesetzes verpflichtet Kommunen über 20.000 Einwohner, einen solchen Mitarbeiter (Mann oder Frau) einzustellen, unter anderem, weil dieser seither an allen Personalentscheidungen beteiligt werden muss. Katherine Jürgens, Vorgängerin von Lara Carolin Sindt im Amt, hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass vor allem diese Pflichten, andere Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragten erschwerten und deshalb eine halbe Stelle für dieses Amt zu wenig sei. Bürgermeisterin Stephaie Harms hat dies stets zurückgewiesen. Jürgens hatte die Verwaltung nach nur 15 Monaten im April 2018 verlassen. uwe

Sindt will nun erst einmal Kontakte zur Kommunalpolitik knüpfen, sich aber auch mit anderen Gleichstellungsbeauftragten vernetzten. Ideen für das nächste Jahr hat sie auch schon. „Zum Weltfrauentag am 8. März kann ich mir eine Aktion mit dem Frauenzentrum vorstellen“, sagt sie. Auch zum Equal Pay Day, der auf Entgeldungleichheit aufmerksam machen soll, will sie etwas vorbereiten.

Viel Arbeit für eine halbe Stelle. „Ich habe jetzt schon Überstunden gesammelt“, sagt Sindt. Doch das Thema Gleichstellung liegt ihr am Herzen: „Frauen sind viel häufiger Opfer von sexualisierter Gewalt und in wichtigen Positionen unterrepräsentiert – es gibt eine strukturelle Benachteiligung“, stellt sie fest. Doch auch Männer würden in einigen Bereichen, wie zum Beispiel in sozialen Berufen, benachteiligt. Deshalb ist Sindt wichtig: „Ich bin Gleichstellungsbeauftragte für alle Geschlechter.“

Von Elena Everding

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