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Ronnenberg Riesenauszeichnung: Isabelle Strecker besucht Nobelpreis-Schmiede Cern
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Riesenauszeichnung: Isabelle Strecker besucht Nobelpreis-Schmiede Cern
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12:35 25.05.2019
Isabelle Strecker (rechts, 17) und Physiklehrer Wolfgang Claas von der Marie Curie Schule haben das Forschungszentrum Cern erkundet. Quelle: Wolfgang Claas
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Empelde

Die Konkurrenz für Isabelle Strecker war groß. Insgesamt 700 Bewerber wollten das Forschungszentrum Cern, den derzeit weltgrößten Teilchenbeschleuniger, in der Schweiz besuchen. Doch aus Deutschland durften nur 24 Schüler anreisen. Die 17-Jährige – eine Schülerin der Marie Curie Schule in Empelde – schaffte es in diese Gruppe. „Ich hätte niemals damit gerechnet, dass ich ausgesucht werde“, sagt die Elftklässlerin. Das Praktikumsprogramm mit dem englischen Titel „German High-School Students Internship Programm 2019“ dauerte insgesamt fast zwei Wochen.

Isabelle Strecker (dritte von rechts) erkundet mit 23 weiteren Schülern das Forschungszentrum Cern. Quelle: Wolfgang Claas

Wohnen in der Marie Curie Straße

Das Cern ist die Europäische Organisation für Kernforschung in der Schweizer Stadt Genf. In der Einrichtung wird physikalische Grundlagenforschung betrieben, insbesondere mithilfe großer Teilchenbeschleuniger der Aufbau der Materie erforscht – letzter großer Durchbruch dort: die Entdeckung des Higgs-Bosons, des sogenannten Gottes-Teilchens, das (vereinfacht gesagt) Materie ihre Masse verleiht. Das Wort Cern leitet sich vom französischen Namen des Rates ab, der die Organisation gegründet hat, dem Conseil européen pour la recherche nucléaire.

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Kurz nach der Ankunft in Genf bezogen die Schüler ihr Hotel – bezeichnenderweise in der Marie-Curie-Straße. „Das war echt ein schöner Zufall“, merkt der mit außergewöhnlichen Forschungsausflügen vertraute Wolfgang Claas an. Als Physiklehrer der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Ronnenberg durfte er Strecker während des 14-tägigen Aufenthalts begleiten.

Jugendliche hören interessante Vorträge

Während des Aufenthalts besichtigten die Schüler mehrere Einrichtungen des Forschungszentrums. Zudem hörten die Jugendlichen verschiedene Vorlesungen zum Thema Teilchenphysik und Beschleunigerphysik. „Die Referate waren sehr interessant und trotzdem verständlich“, erzählt Isabelle.

Im Forschungszentrum Cern konnten die Schüler Vorträge anhören und selber experimentieren. Quelle: Wolfgang Claas

Weiterhin durften die Schüler in Zweiergruppen an verschiedenen Projekten arbeiten. Strecker hat dabei mithilfe eines Computerprogramms die Simulation von beschleunigten Hochfrequenzstrukturen untersucht. „Wir haben in einer Simulation die Effektivität vom Beschleunigern gemessen“, erklärt die 17-Jährige. Anschließend präsentierte jede Gruppe ihr Projekt, und die jungen Physiker tauschten sich über ihre Ergebnisse aus.

Schülerin besteht schweres Auswahlverfahren

23 Mitgliedsstaaten arbeiten gemeinsam in der Forschungseinrichtung Cern. Zu dem Praktikum werden jeweils fünf Mitgliedsländer aufgefordert, ihre Schüler zu mobilisieren. An der Marie Curie Schule hat Lehrer Claas das besondere Angebot angesprochen. Daraufhin hat sich Strecker beworben. „Der internationale Aspekt hat mich besonders gereizt“, betont die Barsinghäuserin.

Physiklehrer Wolfgang Claas begleitete die Schüler im Forschungszentrum Cern. Quelle: Wolfgang Claas

Das Auswahlverfahren war nicht leicht. Die Schüler mussten ein Video auf Englisch einreichen, warum sie unbedingt an dem Ausflug teilnehmen wollen. Weiterhin mussten die Mädchen und Jungen ihre physikalischen Vorkenntnisse aufschreiben.

Eine berufliche Zukunft in der Physik

Die zwölf Jury-Mitglieder haben sich viel Zeit genommen, um die richtigen Teilnehmer auszuwählen. „Es wurden Schüler angenommen, die noch nicht so viele Preise gewonnen hatten“, sagt Claas. Trotzdem seien alle Mitfahrer sehr gut auf dem physikalischem Gebiet, lobt der Pädagoge.

Strecker wusste schon vor dem Ausflug, dass sie später „irgendwas mit Physik“ machen will. Doch den Leistungskurs in dem Fach kann sie leider nicht belegen, da er an der Marie Curie Schule nicht angeboten wird. „Ich bleibe im Grundkurs und schaue, wie es dann weitergeht“, beschränkt sich Isabelle.

Alle aktuellen Themen aus Ronnenberg finden Sie unter haz.de/ronnenberg.

Von Ann Kathrin Wucherpfennig