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Ronnenberg Kein Abriss, kein Neubau: Das passiert mit dem alten Getränkemarkt
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Kein Abriss, kein Neubau: Das passiert mit dem alten Getränkemarkt
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18:01 12.07.2019
Die Gebäude des früheren Getränkehandels bleiben erst einmal stehen – Zukunft ungewiss. Quelle: Ingo Rodriguez
Ronnenberg

Unerwartete Pläne für das Grundstück eines früheren Getränkehandels an der Gehrdener Straße: Fast ein Jahr nach der Schließung des traditionsreichen Familienbetriebes Fricke und dem Verkauf des Firmengeländes mit angrenzendem Wohnhaus suchen die neuen Besitzer der Immobilie nun neue Mieter für die gewerblichen Räume.

„Die Wohnung ist bereits wieder vermietet und für die Gebäude des alten Getränkemarktes sind wir auch darum bemüht, Nachnutzer zu finden“, sagt Miteigentümer Yakup Gencer. Bisherige Gerüchte über einen geplanten Abriss und Neubau weißt Gencer zurück. „Das bleibt erst einmal alles so“, betont er. Es sei nicht auszuschließen, dass die Familie Gencer dort irgendwann einmal einen schönen Neubau errichte. „Zurzeit ist das aber noch nicht in Planung“, sagt Gencer.

Neubaupläne sind Zukunftsprojekt

Nach dem Verkauf der Immobilie hatten in Ronnenberg bis zuletzt Gerüchte die Runde gemacht, wonach dort nach dem Abriss der Gebäude ein Neubauprojekt umgesetzt werden sollte. Auch der Vorbesitzer Rainer Fricke hatte unmittelbar vor der Schließung seines Ladens erzählt, dass die Gebäude nicht erhalten würden. Was der Käufer mit dem Grundstück genau vorhabe, könne er allerdings nicht sagen, hatte Fricke bei einer Abschiedsfeier mit langjährigen Stammkunden ebenfalls betont.

Das Ehepaar Fricke war auch aus dem Wohnhaus hinter dem Getränkehandel ausgezogen. Fricke hatte den Familienbetrieb bis zum September 2018 in fünfter Generation geleitet und nach einer insgesamt 112-jährigen Firmengeschichte den Laden schweren Herzens wegen Überlastung aufgegeben, die Immobilie verkauft. Er zog nach Empelde und nahm einen anderen Job in der Getränkebranche an.

Rainer Fricke gab den Familienbetrieb nach 112 Jahren wegen Überlastung auf. Quelle: Ingo Rodriguez

Als Grund für die Geschäftsaufgabe hatte Fricke ein nicht mehr zu bewältigendes Arbeitsaufkommen genannt. Er habe kaum noch geeignete Aushilfskräfte gefunden. Mit der Schließung des Familienbetriebes beendete der Firmenchef eine lange Tradition: Sein Urgroßvater hatte 1906 am selben Standort als Kesselschmiede Heinrich Fricke einen Bier- und Kohlehandel eröffnet – ohne Abholmarkt, aber mit Auslieferung der Getränke auf einer Pferdekutsche.

Bis in die Sechzigerjahre wurde das Bier laut Fricke in einer Betriebshalle an der Gehrdener Straße noch selbst aus Tanks in Flaschen abgefüllt. Erst 1975 war in einem früheren Kohlelager der Getränkemarkt eröffnet worden. Nicht zu vergessen: die legendäre Rio-Bar auf dem Hof neben der früheren Abfüllhalle. Dort hatten einst die Arbeiter aus der Zuckerfabrik und dem Kalischacht ihr Feierabendbier getrunken. Oma Frieda war einst als 96-jährige Chefin der Rio-Bar sogar Niedersachsens älteste Gastwirtin.

Nun bleiben immerhin die Gebäude des Betriebes vorerst erhalten. Unsere Familie ist gegenüber Angeboten für eine gewerbliche Nachnutzung der Firmenräume sehr aufgeschlossen“, sagt Gencer.

Von Ingo Rodriguez

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