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Ronnenberg Kalihalde: Bürger und Politiker sehen Gesprächsangebot der Firma Menke skeptisch
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Kalihalde: Bürger und Politiker sehen Gesprächsangebot der Firma Menke skeptisch
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18:24 27.08.2019
Die Nähe der Wohnhäuser zur Kalirückstandshalde ist ein wichtiges Argument der Gegner einer Bauschuttablagerung auf dem Berg. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg

Die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg hat die Bevölkerung der Kernstadt mit ihrem Vorschlag, in einen gemeinsamen Dialog einzutreten, am vergangenen Sonnabend überrascht. In ihrem Brief, der an die Haushalte verteilt worden war, verwies Menke unter anderem auf eine Internetseite, auf der Einwohner Fragen zu dem Plan des Unternehmens stellen können, die Kalirückstandshalde im Ort mit Bauschutt abzudecken. Ratspolitiker und die Bürgerinitiative (BI) „Bauschutt – Nein Danke!“ reagierten ungläubig und skeptisch auf das Schreiben.

Grüne fordern eine Entschuldigung Menkes an die Bürger

Das Gesprächsangebot der Firma Menke sei fragwürdig und rieche nach „Greenwashing“, „auf gut Deutsch: Grün angehauchte Schönfärberei“, heißt es vonseiten der Ronnenberger SPD. Das Umweltargument sei vorgeschoben, um die lukrative Geschäftstätigkeit zu rechtfertigen. „Außerdem grenzt es an bewusste Irreführung, die Halde in Empelde mit den Ronnenberger Plänen des Unternehmens zu vergleichen.“ In einer Mitteilung Menkes war die begrünte Halde in dem anderen Ortsteil als positives Beispiel einer gelungenen Renaturierung herangezogen worden.

In ihrem klaren Nein zur den Menke-Plänen steht die SPD im Einklang mit den Grünen. Es gehe nicht um eine Renaturierung der Halde, stellt Jens Williges, Vorsitzender der Grünen-Ratsfraktion klar, „sondern um die Sicherung oder Beseitigung der vorhanden Altlast Abraumhalde, falls sich hier aus fachlichen Gründen dringender Handlungsbedarf herausstellen sollte“. Vor allem gehe es um die Frage, ob durch die Halde das Grundwasser verunreinigt wird, welche Alternative es zur Einleitung des stark salzhaltigen Oberflächenwassers in die Fösse gibt und wie diese zu bewerten ist.

Um zu zeigen, dass es die Firma Menke ernst meint, eine Lösung zu finden, bei der die Belange der Umwelt und die Wünsche der Anwohner Berücksichtigung finden, erwartet Williges zunächst eine Entschuldigung der Firma an die Einwohner Ronnenbergs. Denen habe Menke vorgeworfen, mit falschen Zahlen zu agieren, obwohl diese Zahlen zuvor von der Firma selbst genannt worden seien. Dies sei „kein Anzeichen für eine ernst gemeinte Dialogbereitschaft“, sagt Williges.

Wirtschaftsminister Althusmann soll kommen

„Greenwashing“ sieht auch die BI in dem Brief der Firma Menke. Ein Umweltargument werde vorgeschoben, sodass der Eindruck entstehe, die Akteure würden nicht ertragsorientiert, sondern besonders umweltfreundlich und fair handeln, kritisiert BI-Sprecher Maik Hartje. Ernstgemeinte Gesprächsangebote nehme die BI gerne an, allerdings erscheine ihm dieser Vorstoß der Firma Menke „zweifelhaft“. Das Unternehmen ignoriere auch die breite Ablehnung des Vorhabens in der Bevölkerung und der Politik vom Stadtrat über die Regionsversammlung, die sich beide geschlossen gegen das Vorhaben ausgesprochen hatten, bis in einzelne Landtagsfraktionen.

Ebenso wie die Firma Menke bereite sich auch die BI auf ein bevorstehendes Planfeststellungsverfahren vor, erklärte Hartje. Für Anfang September kündigte er eine öffentliche BI-Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Ronnenberg an. In Vorbereitung seien zudem ein Ortstermin mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und eine Petition im niedersächsischen Landtag.

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Von Uwe Kranz

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