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Ronnenberg Ortsrat verschiebt Beschluss zum Baugebiet
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Ortsrat verschiebt Beschluss zum Baugebiet
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00:16 09.03.2019
Der Bereich nordöstlich des Beton-Zufahrtsweges des Neubaugebietes ist bei den Anwohnern strittig. Quelle: Uwe Kranz
Ihme-Roloven

Mit Ende der Ortsratssitzung am Dienstagabend waren die Diskussionen noch längst nicht beendet. Außer der Reihe hatten sich die Bürgervertreter im Dorfgemeinschaftshaus getroffen. Das Ziel, der Aufstellungsbeschluss und die Einleitung eines frühzeitigen Beteiligungsverfahrens der Öffentlichkeit für das Neubaugebiet Hohefeldstraße, haben sie dabei allerdings nicht erreicht. Nach einigen kritischen Nachfragen aus dem Kreis der etwa 30 anwesenden Bürger hatte die CDU-Fraktion eine Verschiebung der Abstimmung beantragt.

Auch Ortsbürgermeister von Fällungen überrascht

„Damit hat keiner gerechnet“, erklärte Hans-Hermann Fricke vor der Ortsratssitzung am Dienstag. Gemeint ist die Fällung von 34 Bäumen an der Ortseinfahrt von Ihme-Roloven im Rahmen des Baus eines Radweges zwischen Ronnenberg und Devese. Die 40 bis 50 Jahre alten Gewächse am Rande seines eigenen Grundstücks seien in Rekordzeit gefallen, erklärte er. Überrascht sei er deshalb gewesen, da er für den Bau im Bereich der betreffenden Bäume selbst Land verkauft habe. Er habe sogar der Abgabe einer etwas größeren Fläche zugestimmt. Dass die Bäume dann noch fallen müssten, sei für ihn danach kein Thema gewesen. Allerdings, das räumt der Ortsbürgermeister ein, habe er nicht alle Einzelheiten der komplexen Planfeststellungsunterlagen geprüft.

Lange Gesichter gab es danach bei den Mitarbeitern der Verwaltung. Wolfgang Zehler, Fachbereichsleiter für Stadtplanung, und seine Kollegin Angela Meyer-Everloh hatte den Stand der Planung ausführlich vorgestellt. Die Hoffnung, dass ihre Arbeit mit einem Beschluss des Fachausschusses in der kommenden Woche in die ersten Schritte der Umsetzung mündet, ist allerdings zerplatzt. Stattdessen sprach sich die CDU-Mehrheit für eine zusätzliche Informationsveranstaltung am 9. April um 18.30 Uhr, voraussichtlich im Feuerwehrhaus, aus.

Nachfrage nach Bauland ist enorm

Die Nachfrage nach Baugrund im Stadtgebiet von Ronnenberg ist enorm. Allein rund 350 ernstzunehmende Anfragen lägen der Verwaltung vor, führte Zehler aus. Für die Stadt ein Argument dafür, das Baugebiet selbst zu vermarkten – auch um die Preise für die Grundstücke nicht ausufern zu lassen. Zehler beschrieb detailliert das Prozedere, dass am Ende zum Baurecht auf 20 oder 21 Grundstücken führen soll. Der nächste Schritt wäre demnach die sogenannte frühzeitige Beteiligung der Bürger. Doch darauf wollten die anwesenden Anwohner nicht warten und brachten ihre Einwände noch vor der Abstimmung des Ortsrates vor.

Der Bereich nördöstlich des Beton-Zufahrtsweges des Neubaugebietes ist bei den Anwohnern stritig. Quelle: Uwe Kranz

Die Kritik der Anwohner richtete sich gegen zunehmenden Verkehr, Behinderungen des landwirtschaftlichen Betriebes und die Auswahl der Fläche im Allgemeinen. Dabei schienen die ausführlichen Erklärungen Zehlers für viele der Anwesenden keine Rolle zu spielen. Beispielsweise verwies der Fachbereichsleiter darauf, dass die genaue Gestaltung des Zufahrtsweges Inhalt der Bürgerbeteiligung sein solle, worauf er auf Anfrage eines Anwohners genau dazu genauere Angaben machen sollte. Besonderen Gegenwind erhielt die Planung anhand einer Teilfläche nordöstlich des Zufahrtsweges, die im Tausch mit einer südlicher liegenden Fläche in den Entwurf aufgenommen worden war. Die Verwaltung begründete diese Veränderung damit, dass nun das gesamte Baugebiet mit nur einem Zufahrtsweg erschlossen werden könne. Das erspare zusätzliche Kosten.

CDU will Dampf aus Diskussion nehmen

Nach der Diskussion mit den Anwohnern, bat Carsten Elies um einer Beratung, damit sich die CDU-Fraktion zur Beratung zurückziehen könne. Dazu gesellten sich auch Jörg Garbe, CDU-Parteivorsitzender im Stadtverband, und Bürgermeisterin Stephanie Harms, ebenfalls CDU. Als Ergebnis beantragte Elies die Verschiebung der Abstimmung zum Aufstellungsbeschluss. Der Entwurf beinhalte „Konfliktpotenzial“. Auf diese Weise habe man Dampf aus der Sache herausgenommen, erklärte Harms später. Bis zum 9. April haben die Anwohner nun Zeit, sich durch die 127 Seiten der Entwurfsunterlagen zu arbeiten.

Torsten Baasner und Elke Lepel (beide SPD) stimmten gegen eine Verschiebung. Man könne die Entwicklung des Dorfes auch kaputt diskutieren, sagte Baasner. Er stelle sich seiner Verantwortung zur Dorfentwicklung. „Dafür bin ich auch gerne mal der Buhmann“, sagte er.

Weitere Themen über Ronnenberg finden Sie im Internet unter haz.de/umland/ronnenberg.

Von Uwe Kranz

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