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Ronnenberg Rechtsextremes Flugblatt: Polizei ermittelt gegen „Calenberger Bande“
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Rechtsextremes Flugblatt: Polizei ermittelt gegen „Calenberger Bande“
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19:20 10.09.2019
Diese Aufkleber sind Anfang August rund um die Buswendeschleife in Ronnenberg aufgetaucht. Quelle: Uwe Kranz
Ronnenberg/Gehrden

Die Polizei ermittelt gegen eine unbekannte Mitglieder einer Gruppe, die sich „Calenberger Bande“ nennt. Sie ruft mit Flugblättern zu einer Beteiligung an ihren Aktionen auf, die einen offensichtlich rechtsextremistischen Hintergrund haben. In Ronnenberg und Gehrden haben etliche Einwohner die Flugblätter in den vergangenen Tagen in ihren Briefkästen gefunden. Die Polizei Hannover hat deshalb nun eine spezielle Ermittlungseinheit eingeschaltet. Das Polizeikommissariat Ronnenberg, das wegen vorheriger Schmierereien und Aufkleber schon gegen die Gruppe Ermittlungen aufgenommen hatte, hat diese nach Angaben einer Kommissariatssprecherin an die Kollegen in Hannover abgegeben.

Suche nach Gleichgesinnten mit rechtsextremen Zielen

Die Verfasser des Flyers richten sich vor allem an junge Nationalisten und Gegner linker, kapitalistischer, liberaler sowie kommunistischer Interessen und nennen eine E-Mail-Adresse, über die diese Kontakt zu ihr aufnehmen können. Die Handzettel, mit denen die Gruppe versucht, rechtsradikale Gleichgesinnte zu finden, sind der bisherige Höhepunkt einer Serie von Vorkommnissen mit unterschwelligem, aber auch unverkennbar nationalsozialistischem Hintergrund im gesamten Stadtgebiet von Ronnenberg. Vor dem Auftauchen der „Calenberger Bande“ in Ronnenberg waren in den vergangenen Wochen etliche Gebäude, Fassaden und Lärmschutzwände der Bahn im Stadtgebiet beschmiert worden.

Abgabe der Ermittlungen nach Hannover zeigt Brisanz auf

Dass die Polizei in Hannover nun die Ermittlungen aufgenommen hat, lässt auf eine gewisse Brisanz der Vorfälle schließen. „Wir kennen die Flyer, möchten aber aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben zu dem Fall machen“, sagt Polizeisprecher André Puiu dazu jedoch nur. Offenbar nehmen die Ermittler die bislang unbekannten Mitglieder der Bewegung mit dem Namen „Calenberger Bande“ nun gezielt ins Visier.

Dieses Flugblatt mit Aufrufen zur Kontaktaufnahme mit einer offensichtlich rechtsextremen Gruppe (in der Abbildung verfremdet) ist in zahlreichen Ronnenberger Haushalten im Briefkasten gelandet. Quelle: Ingo Rodriguez

Unter dem Namen „Calenberger Bande“ waren schon Anfang August zahlreiche Aufkleber mit verdächtigen Parolen rund um die Buswendeschleife an der Langen Reihe verteilt worden. „Achtet das Volk“ lautete die Botschaft auf den Aufklebern. Obwohl ähnliche Formulierungen gemeinsam mit dem Begriff „Volk“ gern von Urhebern rechter Gesinnung vereinnahmt wird, hatte die Polizei in Ronnenberg darin zunächst nicht zwingend einen staatsschutzrelevanten Vorgang gesehen. Allerdings werde weiterhin in dieser Hinsicht ermittelt, hatte der Leiter des Kriminalermittlungsdienstes im Kommissariat Ronnenberg, Stefan Brüning, damals erklärt. Nun hat er den Fall abgegeben.

Überregionale Einordnung der Vorfälle

Der Hintergrund einer zentralen Bearbeitung von Hannover aus ist laut Polizei unter anderem auch, dass sich Vorgänge besser in Fälle einordnen lassen, die über das Stadtgebiet von Ronnenberg und Gehrden hinausgehen. Angesichts der Vorkommnisse in Ronnenberg erläutert Polizeisprecher Puiu wichtige Unterschiede: Strafrechtlich zu trennen sind demnach eine Sachbeschädigung wegen einer nicht mehr vollständig entfernbaren Schmiererei, eine Bedrohung wegen strafrechtlicher Inhalte, etwa dem Tötungsaufruf, der an eine Lärmschutzwand in Empelde geschmiert war, und ein verfassungsfeindliches Verwenden von verbotenen Parolen und Symbolen. Zwar äußert sich die Polizei dazu nicht genauer. Mit dem Aufruf zur Teilnahme an gemeinsamen Aktionen einer rechtsextremen Gruppe hat die „Calenberger Bande“ allem Anschein nach aber eine strafrechtliche relevante Stufe erreicht.

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Von Ingo Rodriguez

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