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Ronnenberg Der TuS Empelde hat seit zehn Monaten Sparte für Bogenschießen
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18:09 06.09.2019
Die TuS-Bogenschützen zielen auf die Scheiben. Quelle: Stephan Hartung
Empelde

Den Anfängerfehler mache ich gleich zu Beginn. Endlich habe ich die Bogensportler auf den ehemaligen Tennisplätzen des TuS Empelde gefunden, gibt es vom Seiteneingang des Platzes aus ein freundliches „Hallo“. Die Schützen nehmen ihre Bögen ab und stoppen. Einen Querschläger kann es immer mal geben. Deshalb wäre es besser gewesen, sich vorher dem Betreten des Platzes bemerkbar zu bemachen. Christiane Weißenborn dagegen macht es richtig. Die Vorsitzende des TuS klingelt hinter dem Schutzzaun laut mit ihrer Fahrradklingel.

Die junge Sparte Bogenschießen macht Spaß und wächst.

Die etwa zehn Monate alte Sparte hat eine Besonderheit: Sie ist inklusiv. Unter den zwölf Mitgliedern ist mit Andrea Hamann auch eine Rollstuhlfahrerin. Hamann ist in der Öffentlichkeit bekannt, weil sie als Behindertenbeauftragte der Stadt Hannover schon seit vielen Jahren für die Barrierefreiheit kämpft. „Ich habe für mich immer einen schönen Sport gesucht – und dann hier gefunden, nachdem mir eine Freundin so von Bogenschießen vorgeschwärmt hat“, berichtet Hamann und lacht. Der Vorteil für sie: „Man neigt immer dazu, auch im Rollstuhl, krumm zu sitzen. Beim Schießen muss ich mich aber aufrichten.“

Ein Test macht mich zum Linksschützen

30 Minuten schaue ich den Bogenschützen interessiert zu. „Wollen Sie auch mal schießen?“, fragt Markus Wollmann, Trainer und Leiter der Sparte. Natürlich will ich. Doch bevor es mit Pfeil und Bogen losgeht, gibt es eine Übung. Wollmann will herausfinden, ob er mir einen Bogen für Links- oder Rechtsschützen in die Hand drücken soll. Der Test ist einfach. Wollmann zeigt auf einen noch vorhandenen Flutlichtmast der Tennisanlage. „Da schauen Sie jetzt drauf.“ Gleichzeitig soll ich mit meinen Zeigefingern und Daumen ein Dreieck formen und durch dieses auf den Mast schauen. „Jetzt ziehen Sie dieses Dreieck bis zu sich an die Stirn.“ Ich lande mit dem Dreieck vor meinem linken Auge. „Alles klar“, sagt Wollmann, „Ihr Führungsauge ist links, also sind Sie Linksschütze.“

Den Bogen darf ich schon mal in die Hand nehmen, aber nicht damit schießen. Noch nicht. Denn zunächst legt Wollmann mir die Ausrüstung an: am rechten Oberarm einen sogenannten Streifschutz, der aussieht und sich anfühlt wie ein Blutdruckmessgerät. Für Ring, Mittel- und Zeigefinger der linken Hand zieht er mir sogenannte Fingertabs über, was den späteren Abzug des Bogens unterstützt. „Und zwar indem man die Finger explosionsartig loslässt. Wenn es zu langsam passiert, erhält der Pfeil einen Effet und driftet ab“, erläutert Wollmann.

Mit Geduld gibt es ein Erfolgserlebnis

Bei mir driftet aber nichts ab, der erste Pfeil fliegt links an der Scheibe vorbei. Bei den nächsten Versuchen treffe ich immerhin die Scheibe, jedoch fernab von den Punktzahlen. Wollmann verstellt etwas an meinem Visier und rät mir, den Bogen vor dem Abzug bis unters Kinn zu ziehen. Es klappt! Ich erziele erst fünf Ringe, danach sogar acht von möglichen zehn. „Gut gemacht“, lobt mein Coach. Okay, Anfängerglück. Aber das ist schon ein Fortschritt nach dem Anfängerfehler zu Beginn.

Das ist die Ausrüstung

Die Sparte Bogenschießen des TuS Empelde hat ihr Domizil im ehemaligen Aufenthaltsraum der Tennisabteilung, die sich vor vier Jahren auflöste. Vom Gesamtverein gab es zum Start ein Set mit 20 sogenannten Recurvebögen, fünf Zielscheiben und sieben Sätzen á zehn Pfeilen. Die Ausrüstung befindet sich in dem Holzhäuschen, einige Sportler haben aber eigene und viel hochwertigere Bögen, mit denen man auch bei großen Turnieren schießt. Die Pfeile sind aus Vollkarbon, die Spitzen aus Edelstahl. Schießen kann man damit bis zu 70 Meter weit, auf dem ehemaligen Tennisplatz sind aber nur Weiten bis zu 35 Meter möglich. Das führt zu einem weiteren wichtigen Teil der Ausrüstung: die Fangnetze, die wie ein Sichtschutz aussehen und vor dem Zaun des Tennisplatzes hängen. Der Grund ist einfach: Die Pfeile können Geschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern erreichen und, falls sie das Ziel völlig verfehlen, eine Gefahr darstellen. hg

Das ist die Bogensportsparte des TuS Empelde

Im vergangenen November hat sich beim TuS Empelde eine neue Sparte gegründet: Bogenschießen. Zum Start waren es acht Mitglieder. Ein Schnupperkurs zeigte Wirkung: Mittlerweile sind dort zwölf Sportler unterschiedlichen Alters aktiv. Im Winterhalbjahr findet das Training in der Theodor-Heuss-Schule in Empelde statt, in der warmen Jahreszeit auf den ehemaligen Tennisplätzen am Sportpark (jeweils dienstags von 17 bis 19 Uhr). Leiter der Sparte ist Markus Wollmann, der selbst Wettkämpfe für den SSV Wennigsen bestreitet. Er hatte schon immer die Idee, beim TuS eine Abteilung für Bogensport zu gründen. Sein Sohn Niklas ist begeisterter Schütze, spielt auch Faustball beim TuS unter Trainerin Maxi HüperHüper ist selbst zweite Vorsitzende des größten Empelder Sportvereins und macht nun beim Bogenschießen mit. Somit war die Basis für die Spartengründung gegeben. Im nächsten Jahr sind erstmalige Teilnahmen an Turnieren geplant. hg

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Von Stephan Hartung

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