Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Ronnenberg Ronnenberger auf historischen Spuren ihrer Stadt
Aus der Region Region Hannover Ronnenberg Ronnenberger auf historischen Spuren ihrer Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:53 12.04.2019
Manfred Riedel (von links) und Friedrich Haeseler organisierten die Tour und führten durch den Ortsteil. Quelle: Stephan Hartung
Anzeige
Ronnenberg

Seit fast eineinhalb Jahren befinden sich in Ronnenberg 33 Informationstafeln an denkmalgeschützten Gebäuden oder historischen Stellen. „Die letzte Tafel haben wir am 18. Dezember 2017 aufgestellt“, erinnert sich Manfred Riedel noch ganz genau. Er ist, wie Friedrich Haeseler, Mitglied des Heimatbunds. Das Duo ergriff damals die Initiative für die Beschilderungen. Doch seitdem diese vorhanden sind, gab es aufgrund terminlicher Engpässe keinen erklärenden Rundgang durch die Kernstadt – bis zum Freitagvormittag.

Über 20 Personen waren mit dabei und ließen sich von Riedel und Haeseler, die die Führung als Privatpersonen anboten, viel Historie erklären und Geschichte erzählen. Los ging es an der Michaeliskirche. „Aus einer kleinen Kapelle ist hier eine Kirche geworden“, sagte Haeseler und nannte 1150 als Baubeginn. „Damals war die Kirche noch eine romanische Basilika, erst im 15. Jahrhundert kamen gothische Elemente hinzu.“ Drei Umbauten waren nötig, damit die Kirche so aussieht wie heute.

Anzeige

1905 hatte Ronnenberg 1000 Einwohner

Nur einen Steinwurf entfernt befand sich das frühere Küsterhaus. „Die Küster mussten früher auch die Schüler unterrichten“, erzählt Haeseler. Und mit dem Thema Schule geht es weiter, dazu müssen sich die Teilnehmer auf dem Kirchhof nur kurz umdrehen. Im Jahr 1905 hatte Ronnenberg 1000 Einwohner, zwei Jahre später hatte sich diese Zahl bereits verdoppelt. „Und zur Bevölkerung zählten 400 Kinder. Da lag es auf der Hand, dass damals die Schule gebaut werden musste“, berichtet Friedrich Haeseler.

Anschließend machten sich die Zuhörer mit dem Führungsduo auf den Weg, insgesamt dauerte die Tour zwei Stunden und beinhaltete einen Fußmarsch von etwa fünf Kilometern. Vorbei ging es am aktuellen Haus der Superintentur des Kirchenkreises Ronnenberg, „das heute älteste Haus in Ronnenberg, das nach dem verheerenden Brand 1713 neu gebaut wurde“, sagt Riedel. Über Steinbruch, ehemalige Kaliwerkverwaltung und Heimatmuseum verlief die Tour zurück zum Ausgangspunkt. Bis auf die etwas entfernt liegende Straßenmeisterei machte der Tross an allen 33 Hinweisschildern Station.

Am Ende bleibt nur eine Frage offen

Bleibt nur noch die Frage zu klären: Wie lange dauert es bis zum nächsten Rundgang? „Wir wollen das gern wiederholen, vielleicht auch in diesem Jahr. Vielleicht haben wir dann etwas mehr Glück mit dem Wetter“, sagt Riedel. Denn bei einsetzendem Schneefall wurde der Rundgang zwischenzeitlich auch zu einer kleinen Winterwanderung.

Von Stephan Hartung

Anzeige