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Ronnenberg Erster Stadtrat Torsten Kölle muss gehen
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10:37 15.11.2019
Ronnenbergs Bürgermeisterin Stephanie Harms und Erster Stadtrat Torsten Kölle Seite an Seite bei einem öffentlichen Termin. Quelle: Privat
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Ronnenberg

Stephanie Harms hielt sich strikt an die Informationskette. Vor der Öffentlichkeit hatte die Ronnenberger Bürgermeisterin (CDU) zunächst Torsten Kölle selbst informiert, dann die Ratspolitiker im Verwaltungsausschuss und danach die Mitarbeiter im Rathaus. Am Donnerstagabend ließ sie dann die Bombe im öffentlichen Teil der Ratssitzung platzen: Im Oktober 2020 wird sie den Ersten Stadtrat nicht mehr zur Wiederwahl vorschlagen. Kölle, der auch Leiter des Fachbereichs 2 ist, wird damit zum 31. Oktober kommenden Jahres aus der Verwaltung ausscheiden.

Nur die Bürgermeisterin darf einen Kandidaten vorschlagen

Gemäß der niedersächsischen Kommunalverfassung werden Beamte auf Zeit wie der Erste Stadtrat auf Vorschlag der Hauptverwaltungsbeamtin, also der Bürgermeisterin vom Rat gewählt. Sollte der Rat die vorgeschlagene Person ablehnen, obliegt es allein der Bürgermeisterin weitere Vorschläge zu machen, bis einer das Wohlwollen der Bürgervertretung findet.

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Harms kündigte vor dem Rat der Stadt an, die Stelle des Ersten Stadtrats wieder neu zu besetzen. Deshalb möchte sie sich möglichst schnell mit den Kommunalpolitikern auf ein entsprechendes Verfahren einigen. Möglich sind verschiedene Ausschreibungsverfahren oder eine interne Besetzung.

Eine Veränderung der Struktur der Verwaltung mit ihren drei Fachbereichen plant die Bürgermeisterin nach eigenen Angaben nicht. Allerdings ist Kölles Fachbereich derzeit stark in Bewegung, nachdem die Teamleiter Adrienne Carstens (Asyl) und Thomas Peest (Bildung) das Ronnenberger Rathaus jüngst verlassen haben und jeweils einen neuen Arbeitsplatz in Wohnortnähe gewählt haben.

Kölle war Harms’ Konkurrent bei der Bürgermeisterwahl

Kölle ist seit Beginn seiner Ausbildung 1987 bei der Stadt Ronnenberg tätig. Auf Vorschlag von Harms’ Vorgänger Wolfgang Walther (SPD) war er zum 1. November 2012 zum Ersten Stadtrat gewählt worden. Ein knappes Jahr später kandidierte er mit guten Aussichten als SPD-Kandidat bei der Bürgermeisterwahl – als Konkurrent von Harms.

In einer Stichwahl setzte sich die heutige Bürgermeisterin mit Unterstützung des dritten Kandidaten, Torsten Jung (Freie Wähler), knapp gegen Kölle durch. Kritisch wurde damals betrachtet, das Jung kurz darauf als Wirtschaftsförderer in die Verwaltung eintrat. Kölle blieb nach der Wahl für den Rest seiner achtjährigen Amtszeit Erster Stadtrat. Verlängert wird sein Vertrag im nächsten Jahr nun nicht mehr.

Bügermeisterin liefert keine Begründung

Begründen wollte die Bürgermeisterin ihre Entscheidung nicht. Sie beruft sich lediglich auf das ihr gesetzlich vorbehaltene Vorschlagsrecht. Und auch Kölle hält sich mit Kommentaren bezüglich der Entscheidung zurück. Als Wahlbeamter hätte er schließlich gewusst, worauf er sich einlässt, sagt er und spielt damit auf den zeitlich befristeten Vertrag an.

Möglicherweise ahnte der Diplom-Verwaltungswirt der von vielen Seiten als exzellenter Verwaltungsfachmann bezeichnet wird, bereits nach der verlorenen Wahl, dass die gemeinsame, professionelle und oft auch erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin nicht über die Laufzeit seines aktuellen Vertrages hinaus Bestand haben würde. Beobachter halten das Tischtuch zwischen den beiden nach persönlichen Anfeindungen während des Wahlkampfes für zerschnitten.

Inwieweit der Stadt diese Personalie zum Nachteil gereichen wird, muss die Zukunft erweisen. Die Stadtkasse belastet sie in jeden Fall. Für eine vorzeitige Pensionierung Kölles muss die Stadt Ronnenberg aufkommen. 300.000 bis 350.000 Euro könnte das kosten, schätzte Kämmerer Frank Schulz.

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