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Seelze Solides Handwerk und Einschränkungen im Alter
Aus der Region Region Hannover Seelze Solides Handwerk und Einschränkungen im Alter
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00:16 24.05.2017
Von Thomas Tschörner
Fatos Thaqi (von links) und Sakir Celik zeigen Handwerkstechniken. Zwei Schüler informieren sich bei Mohamed Jallow über die Arbeit in einem Dachdeckerbetrieb. Quelle: Thomas Tschörner
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Seelze

"Uns geht es um nachhaltiges Bauen", sagt Carsten Kassel vom gleichnamigen Dachdeckermeisterbetrieb. Was länger halte, schone auch die nachfolgende Generation, begründet der Handwerksmeister seine Herangehensweise. Früher hätten Dächer 100 Jahre gehalten, heute seien es vielleicht 30 Jahre. Grund seien falsch eingesetzte Bauartikel wie Styropor und Plastik. Er setze dagegen auf  ökologisch abbaubare Werkstoffe von Hanf und Mineralwolle. "70 Jahre alte Dächer kann man heute locker reparieren anstatt sie wegzuwerfen - 30 Jahre alte Dächer kann man oft nur wegwerfen, weil schlechtes Baumaterial benutzt wurde." Und natürlich geht es auf Kassels Stand auch ganz handfest zu: Die Besucher können hämmern und sägen, unter fachkundiger Anleitung.

Handfest demonstriert auch das Kursana-Domizil, was es bedeutet alt zu sein. Der sogenannte Old-Age-Anzug besteht aus einer 15 Kilogramm schweren Weste, dazu kommen jeweils zwei Kilogramm schwere Manschetten für die Beine und Arme. Damit ist der Träger auf einen Schlag 23 Kilogramm schwerer, Bewegungen werden so ganz automatisch schwerfälliger. Zusätzlich werden mit einem Gehörschutz und einer abgedunkelten Brille auf Hör- und Sehvermögen reduziert. "Damit können wir unseren Auszubildenden einen Einblick geben, wie man sich als alter Mensch fühlt", sagt Kursana-Direktorin Elisabeth Mechelhoff.

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"Eigentlich sind wir zufrieden", sagt Rolf Zikowsky von Rilling & Partner, der auch dem Vorstand des Vereins Handel & Gewerbe in Seelze (HGS) angehört. Zwar hätten angesichts des sommerlichen Wetters weniger Besucher als bei den Messen vergangener Jahre den Weg ins Schulzentrum Seelze gefunden. Dafür gebe es jetzt aber mehr Zeit für Gespräche, sagt Zikowsky. Als Neuheit hat er einen Geschirrspüler, dessen unterer Korb sich beim Herausziehen aus der Maschine sich rückenschonend hebt. Einige Meter weiter macht der Seelzer Brotkorb auf seine Arbeit aufmerksam, der aktuell rund 780 Bedürftige mit Essen und Kleidung versorgt. "Jedes achte Lebensmittel wird weggeworfen", sagt Elke Kapp. Einige Besucher seien auch froh über die Informationen gewesen, wie ein Kühlschrank am sinnvollsten befüllt werden sollte. Gleichzeitig wirbt der Brotkorb für seine Kaffeestube beim Shanty-Festival am 3. und 4. Juni, für er wieder selbstgemachte Torten und Kuchen benötigt. Der Erlös ist für seine Arbeit bestimmt. Wer Kuchen oder Torten spenden möchte, erreicht Friederike Volker unter (05137) 907955 oder (0160) 2718821.

Daniela Hauschild, stellvertretende Leiterin der Turnsparte des RSV Seelze, informiert über das Angebot ihres Vereins. "Was sehr gut läuft, ist Yoga." Das Bewegungsangebot Zumba präsentiert der RSV auf der Bühne. Dort war zuvor auch Orientalischer Tanz zu sehen. Stephanie Werner, Inhaberin vom Gesundheitszentrum für Tanz & Entspannung in Garbsen, betont dabei vor allem die gesundheitlichen Aspekte: Die Durchblutung der Organe würde ebenso verbessert wie die Muskulatur gestärkt. "Die Gesundheit wohnt im Bauch", sagt Werner. Leider werde er heute nur auf sein Aussehen beschränkt. Das Spektrum der Messe ist weit gefächert, Staubsauger sind unter anderem ebenso zu finden wie die Diabetes-Selbsthilfegruppe, die SG Letter 05 als zweiter Sportverein, Heilpraktiker, die AOK und Audi BKK sowie Optiker,  Hörgerätefachleute die Kreuz-Apotheke.

Zufrieden ist auch Sebastian Knebel von der städtischen Wirtschaftsförderung, die mit der HGS und Hörgeräte Korallus die Gesundheitsmesse organisiert hat. Zwar sei der Andrang mit gut 750 Besuchern nicht ganz so groß. Dafür kämen die Besucher an den Ständen schneller an die Reihe. Davon profitierten wiederum auch die Aussteller, die intensivere Gespräche führen könnten.

Thomas Tschörner 24.05.2017
Thomas Tschörner 24.05.2017
Sandra Remmer 22.05.2017
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