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Seelze SPD fordert Konzepte gegen Elterntaxis vor Schulen
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14:28 17.11.2017
Die Stadt Seelze will Konzepte erarbeiten, um gegen Elterntaxis vorzugehen. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Seelze

 Morgens kurz vor Schulbeginn wird es an der Brüder-Grimm-Schule in Letter eng. „Die Eltern parken hier völlig ohne Skrupel, nur um ihre Kinder möglichst nah an der Schule abzusetzen“, schildert Schulleiterin Betty Ahrens. „Sie halten mitten auf der Kreuzung, in Einfahrten von Anwohnern und blockieren die Ampel.“ Auch sonst hätten sie keine Hemmungen länger den Wagen abzustellen und noch mit anderen Eltern zu quatschen.“ Versuche etwas gegen diese sogenannten Elterntaxis zu unternehmen, seien aufgrund mangelnder Bereitschaft der Eltern gescheitet.  Man weise mündlich und mit Elternbriefen auf die Problematik hin, aber die Eltern ändern nichts, sagt Ahrens:  „Wir sind machtlos.“

Verkehr zu Bring- und Abholzeiten einschränken

Auch vor anderen Grundschulen im Stadtgebiet  werden die vielen Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zum Unterricht bringen und auch wieder abholen, zunehmend zu einem Problem. An der Grundschule Seelze und der Grundschule Harenberg tummeln sich zu Schulbeginn die Fahrzeuge. In einem Antrag fordert die SPD-Ratsfraktion Konzepte, um den Verkehr zu den Bring- und Holzeiten einzuschränken. In Hannover und Garbsen wurden bereits an vereinzelten Schulen Sperrzonen eingerichtet, die die Elterntaxis stoppen sollen.  Es gehe vor allem um die Sicherheit der Schüler, die zu Fuß zum Unterricht kämen, sagt Alexander Masthoff, der Vorsitzende der SPD-Fraktion. Noch sei nichts Schlimmes passiert, doch man wolle präventiv handeln: „Wir müssen uns die Frage stellen, was können wir tun, um Unfälle zu verhindern?“

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Teilweise habe man versucht, mit Hilfe der Polizei den Verkehr zu regeln, doch das sei keine langfristige Lösung, so Masthoff. Die SPD schlägt vor, in Zusammenarbeit mit der AG Schule, mit Grundschulen, Eltern, Polizei und Politik Konzepte für mehr Sicherheit zu entwickeln und darüber zu beraten, wie die Einhaltung gewähleistet werden kann.

„Es besteht Handlungsbedarf.“

Der Stadtverwaltung Seelze sei das Problem bekannt, sagt Stadtsprecher Carsten Fricke. Man stehe bereits im Austausch mit der Polizei. „Es besteht definitiv Handlungsbedarf. Die Elterntaxis verursachen Staus und stellen eine Gefahr für die Fußgänger dar. Ein Appell, von unserer Seite an die Eltern, hat sich leider als wenig effektiv herausgestellt.“ Vor allem Bereichen mit einem ohnehin großen Verkehrsaufkommen, sei das Problem besonders groß. „Wir würden wir es begrüßen, wenn sich die AG Schule mit dem Thema auseinandersetzten würde“, sagt Fricke. Die Stadt Seelze sei offen für Gespräche. 

Elternverbot auf dem Schulgelände

Teilweise greift die Brüder-Grimm-Schule Letter schon jetzt gegen hartnäckige Eltern durch: „Wir mussten ein Verbot für Eltern auf dem Schulgelände aussprechen“, sagt Schulleiterin Ahrens. Sie seien teilweise bis ins Klassenzimmer gekommen, um den Schulranzen an den Platz zu stellen. „Die Eltern blockierten den Weg zum Klassenzimmer, sodass der Unterricht nicht rechtzeitig anfangen konnte. Jetzt dürfen sie nur noch bis zum Schultor.“

Von Lennart Pralle und Linda Tonn

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