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Seelze ADFC: „Richtige Radwege gibt es in Seelze nicht“
Aus der Region Region Hannover Seelze ADFC: „Richtige Radwege gibt es in Seelze nicht“
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00:18 09.06.2019
Bei den Radwegen in Seelze gibt es viel zu tun: Mitglieder des ADFC Garbsen/Seelze, Bürgermeister Detlef Schallhorn, Organisatorin Luisa Terres und Bürger brechen zu einer Wald- und Wiesentour auf. Sie wollen Kilometer für das Stadtradeln sammeln. Quelle: Linda Tonn
Seelze

Für eine Radtour einmal rund um Seelze hat Bürgermeister Detlef Schallhorn sein Fahrrad extra geputzt und einen Helm aufgesetzt. Am Mittwochabend ist Schallhorn gemeinsam mit Mitgliedern aus der Stadtverwaltung, Vertretern des Fahrradklubs ADFC und Bürgern zu der 19 Kilometer langen Fahrt aufgebrochen. Die Teilnehmer haben Kilometer für das diesjährige Stadtradeln gesammelt, für das sich in Seelze schon mehr als 200 Radler angemeldet haben. „Im vergangenen Jahr waren es nur knapp 60“, sagt Werner Meyer vom ADFC Garbsen/Seelze. Das zeige, dass Fahrradfahren immer attraktiver würde. „Richtige Radwege gibt es dafür in Seelze nicht“, sagt Meyer. Radfahrer müssten größtenteils auf der Straße fahren oder sich mit Fußgängern den Bürgersteig teilen. „Es muss viel passieren in der Stadt.“

Radfahrer fühlen sich nicht sicher

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der Fahrradklimatest 2018 des ADFC, bei dem bundesweit Städte auf ihre Fahrradtauglichkeit getestet wurden. Die Obentrautstadt erreichte eine Gesamtbewertung von nur 4,0 – in vielen Kategorien stellten die Radfahrer sogar ein noch schlechteres Zeugnis aus. „Wer in Seelze mit dem Rad unterwegs ist, fühlt sich oft einfach nicht sicher“, sagt Karl-Heinz Giese vom ADFC. Viele Autofahrer hielten nicht genügend Abstand, außerdem seien die Wege in keinem guten Zustand.

„Seit Jahren wird dafür gekämpft, dass im Haushalt Geld dafür bereit gestellt wird“, sagt Meyer. Passiert sei wenig. Auch die Seelzer Grünen haben das Thema Radwege immer wieder auf die Tagesordnung gehoben, zuletzt in einer Sitzung des Bauauschusses Anfang April. „Es ist wichtig, dass wir jetzt darüber diskutieren“, sagt Giese. „Wenn zu wenig Geld ausgegeben wird, mangelt es auch an Sicherheit.“ Das Problem sei allerdings, dass die Radwege oftmals nicht ausschließlich an städtischen Straßen, sondern auch an Landesstraßen entlangführten. Auf deren Sanierung hat die Stadtverwaltung keinen Einfluss.

Radfahrer haben oft Probleme in der Stadt

Giese ist meistens auf seinem Liegefahrrad in Seelze unterwegs und dokumentiert regelmäßig den Zustand der Wege. Der Weg entlang des Mittellandkanals sei zwar gut ausgebaut, „allerdings kommt man von dort nicht hoch auf die Brücken und Richtung Stadtzentrum“, sagt er. An der Göxer Landstraße zum Beispiel führe eine Treppe vom Kanal zur Brücke. „Doch dann steht man vor einer Leitplanke und kommt nicht weiter.“ Der Zuweg zur Kanalstraße sei ebenfalls beschwerlich: „Da muss man sein Rad auch über eine Treppe hieven.“ Wer von Seelze in Richtung Harenberg fahre, müsse ohne Schutzstreifen einige hundert Meter an der B 441 entlangfahren. „Diese Mängel ließen sich auch mit wenig Geld beheben“, sagt Giese. Und dann sei da auch noch der Aufzug an der Heimstättenbrücke, der regelmäßig ausfiele. „Dann kommt man mit dem Rad gar nicht von Seelze-Süd nach Seelze“, beobachtet Giese.

Immer mehr Radfahrer in der Stadt

Dass die Fahrradboxen am Bahnhof Seelze immer voll seien, zeige, dass immer mehr Pendler auf das Auto verzichteten und auf Zug und Rad umstiegen, zudem sei Seelze eine junge Stadt, so Meyer. „Man muss auch Anreize schaffen, damit noch mehr Menschen Fahrrad fahren.“ Seelze habe viel Potential und der Radweg am Mittellandkanal entlang sei eine wichtige Verbindungsachse. Daher sei es wichtig, dass man zumindest dort fahrradfreundliche Aufgänge schaffe. „Vieles hängt in Seelze weniger am Willen als am Geld“, sagt Meyer. „Investitionen ins Radnetz sind nachhaltig und gerade für den Klimaschutz unumgänglich.“

Das sind die schönsten Radwege rund um Seelze

Mit den Radwegen um Seelze herum sei das so eine Sache, sagt Werner Meyer vom ADFC. „Es gibt sie, aber sie sind nicht besonders gut ausgeschildert. Der Vorsitzende empfiehlt vor allem die Regionsrouten Nummer vier, fünf, sechs und sieben, die von Hannover aus über Velber nach Barsinghausen, über Seelze am Mittellandkanal entlang Richtung Wilhelmsdorf, zum Steinhuder Meer oder auf dem Leine-Heide-Radweg bis hinter Neustadt führen. „Man kann aber auch gut zum Maschsee und zum Benther Berg radeln“, sagt Meyer. Die Region Hannover hat aller Touren mit Kartenmaterial und Sehenswürdigkeiten im auf ihrer Internetseite zusammengestellt. Wer Inspiration und Mitfahrer sucht, kann sich auch den Touren des ADFC anschließen. Mehrfach in der Woche werden Fahrten in verschiedenen Längen und Schwierigkeitsgraden angeboten. Alle Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Klubs unter adfc-garbsen-seelze.de und auf Flyern, die in Seelze unter anderem im Veranstaltungszentrum Alter Krug und im Rathaus ausliegen. ton

Von Linda Tonn

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