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Seelze An Lohndes Kiesteich fallen morsche Bäume
Aus der Region Region Hannover Seelze An Lohndes Kiesteich fallen morsche Bäume
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00:18 26.01.2019
Der Baum am Lohnder Kiesteich ist innen hohl, wie sich nach dem Fällen herausstellt. Quelle: Patricia Chadde
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Lohnde

Nur wetterfeste Spaziergänger bemerkten am Mittwoch Morgen das Kreischen der Motorsägen am Lohnder Kiesteich. Seelzes Stadtverwaltung hatte ein Fachunternehmen mit der Fällung von morschen Bäumen beauftragt, die bei frostigen Temperaturen mit ihren Arbeiten begannen. Wie sich schon beim ersten Baum zeigte, war es höchste Zeit für die Maßnahme. Der Stamm war hohl und morsch. An einer Astgabel, die ebenfalls schon am Boden lag, ließ sich anschaulich nachvollziehen, wie es zu dem gravierenden Zersetzungsprozessen kommen konnte.

 

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In einer kleinen Senke, durch Astgabeln gebildet, hatten sich Wasser und Laub gesammelt, die verrotteten. Dieser Kompostierung setzte sich im Inneren des Stammes bis zu den Baumwurzeln fort. Auch wenn die Silberweide von außen gesund und stattlich wirkte, war sie tatsächlich nicht mehr standfest. „Die Verkehrssicherheit wird durch die Pflegemaßnahmen wieder hergestellt“, wie Stadtsprecher Carsten Fricke betonte. Denn neben der Baumfällung zählte auch das Kappen von Ästen sowie das Entfernen von Totholz zu den Aufgaben der Baumexperten. Waren Spaziergänger, die durch den Zaun lugten, zu Beginn der Arbeiten noch entsetzt, zeigten sie wenige Stunden später Verständnis für die drastisch wirkenden Pflegemaßnahmen. Aufgrund des äußeren Eindrucks hätte kaum ein Betrachter auf den inneren Zustand der jahrzehntealten Bäume schließen können.

„Alle Maßnahmen werden so schonend und umweltverträglich wie möglich erfolgen“, sicherte Stadtsprecher Carsten Fricke zu und ergänzte: „Die Stadt bemüht sich aus ökologischen und ökonomischen Gründen um eine möglichst lange Standzeit der Bäume. Sind die Bäume jedoch so stark geschädigt, dass eine Gefahr besteht, muss gehandelt werden“. Doch die abgeschnittenen Zweige werden ebenso wie die Abschnitte der gefällten Baumes auf dem Gelände des Lohnder Kiesteiches verbleiben. Auf diese Weise stehen sie weiterhin zahlreichen Tierarten als Lebensraum zur Verfügung.

Was sich an einem Stamm als schwarze Sichel abzeichnet, hätte für Badegäste lebensgefährlich werden können. Auch hier waren Fäulnisbakterien in den Zwischenraum zwischen Stamm und abzweigenden Ast eingedrungen und hatten sich im Halbkreis durchgefressen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann dieser Ast abgebrochen wäre. Auch die romantisch wirkenden, mit Efeu berankten Exemplare werden in den nächsten Tagen weichen. „Efeu ist der pure Baumtod“, wie es ein Mitarbeiter des Gartenbaubetriebs ausdrückte.

Nach dem Abschluss der Baumpflegemaßnahmen am Lohnder Kiesteich gegen Ende der Woche, werden die Arbeiten auf Letters Spielplatz "Alte Aue" fortgesetzt. Die Pappeln an diesem Standort sind ebenfalls nicht mehr standsicher, so dass auch hier Fällarbeiten unausweichlich sind.

Von Patricia Chadde