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Seelze Dedensens Ortsbrandmeister schult Feuerwehrleute in Kenia
Aus der Region Region Hannover Seelze Dedensens Ortsbrandmeister schult Feuerwehrleute in Kenia
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10:00 27.08.2019
Interkontinentale Feuerwehrkameraden: Rene Corterier mit Chief Ranger William Kimosop. Quelle: privat
Dedensen

Schon mit einer relativ bescheidenen Ausrüstung lässt sich viel erreichen. Die Ranger im Naturschutzreservat Soysambu Conservancy in Kenia verfügen bald über Feuerpatschen, Äxte, Schaufeln und Kettensägen. Die Naturschützer tragen leichte Baumwollkleidung, für die Arbeit mit den Kettensägen erhalten sie zudem Schnittschutzkleidung. „Das ist die erste Grundausstattung“, sagt Rene Corterier. Dedensens Ortsbrandmeister ist neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in seiner Ortsfeuerwehr, die einen Abschnitt der Autobahn 2 betreut, auch als Projektleiter im Verein European Fire & Rescue Support Association aktiv. Für den Verein, dessen Gründungsmitglied er ist, kümmert er sich um die Organisation, beschafft Gerätschaften und koordiniert den Einsatz der Helfer. Und nicht zuletzt ist er in seinem Urlaub auch selbst im Einsatz in Afrika.

Ranger werden geschult

Der 28-jährige Steuerfachangestellte engagiert sich bereits seit 2016 für den Aufbau und die Verbesserung des Brandschutzes in Kenia. Demnächst wird er Ranger in der Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden schulen. „Wir sind gefragt worden, ob wir das machen können.“ Mit einer gemischten Gruppe von Freiwilligen aus dem Emsland, Köln, Österreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten wird er in einigen Monaten unter dem Motto „Train the Trainer“ die ersten zwölf Ranger ausbilden, die als Multiplikatoren das Wissen weitergeben sollen. Über einen Zeitraum von sechs Wochen werden bis 2022 jeweils zwei Leute für einen gewissen Zeitraum in ihrem Urlaub vor Ort sein. Insgesamt seien für das rund 48.000 Hektar große Reservat mehr als 100 Ranger zuständig, die in Zukunft von ihren bereits ausgebildeten Kollegen geschult werden.

Es geht um Zusammenarbeit

Dem Dedenser ist wichtig, dass die Europäer den afrikanischen Brandbekämpfern nicht einfach ein fertiges Konzept vermitteln. „Wir sind nicht die Lehrmeister.“ Corterier spricht von Entwicklungszusammenarbeit. „Die Afrikaner müssen uns sagen, was die Bevölkerung braucht.“ Dann könne der Verein sagen, ob er die Wünsche erfüllen könne. Bei den Rangern handele es sich um eine gemischte Gruppe aus Frauen und Männern unterschiedlichen Alters, die keine Feuerwehrfahrzeuge hätten. Es ginge letztlich nicht um das Löschen von großen Bränden. „Was brennt, ist eh verloren“, sagt Corterier. Die Ranger könnten aber Entstehungsbrände verhindern. Beim Brandschutz im Naturschutzgebiet komme es vor allem darauf an, die weitere Ausbreitung eines Feuers zu verhindern, etwa durch das Anlegen von Schneisen, und gegebenenfalls müssten sie auch Erste Hilfe leiste können.

Wilderer legen Brände

Die meisten Brände werden von Wilderern gelegt, die damit ihr kriminelles Tun vertuschen wollen. Das Reservat war anfangs landwirtschaftlich geprägt, wurde aber dann in den Dienst des Naturschutzes gestellt, um bedrohte Tierarten zu erhalten. Der Park sei ebenfalls als Verein organisiert, die Ranger keine Staatsbedienstete –und deshalb nicht bewaffnet.

Die Arbeit in Afrika sei eine Herausforderung, sagt Corterier. „Ich wollte mal was anderes machen, aber es sollte nicht ganz themenfremd sein“, sagt der engagierte Feuerwehrmann. Umso mehr freut ihn der Erfolg. „Alle sind sehr wissbegierig und engagiert.“ Der Verein kümmert sich auch um die Beschaffung der Ausrüstung und sei dafür auf Spenden angewiesen. Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert das Projekt Soysambu Conservancy mit knapp 10.000 Euro.

Verein baut Feuerwehren und Rettungsdienste auf

Der Verein European Fire & Rescue Support Association ist Mitte 2017 mit dem Zweck gegründet worden, den Feuer-, Katastrophen- und Zivilschutz sowie die Unfallverhütung in Afrika zu fördern. Mitglieder des Vereins sind dabei als Ausbilder aktiv. Der Dedenser Rene Corterier ist der Projektleiter. Schon vor der Vereinsgründung waren die Helfer 2015/2016 beim Aufbau und der Ausbildung des Fire Department Baringo County in Kenia aktiv. Weitere Projekte sind der Aufbau einer Feuerwehr- und Rettungseinheit in Tansania (seit 2018) sowie die Materialbeschaffung und Ausbildung in Buschbrandbekämpfung und Erster Hilfe für die Ranger des Natutrschutzreservates Soysambu Conservancy in Kenia. Für das nächste Jahr steht der Ausbau und die Atemschutzausbildung des Fire Service Kilifi Conty in Kenia an.

Um mitmachen zu können, ist ein Mindestalter von 25 Jahren, das Beherrschen der englischen Sprache sowie eine Grundausbildung im Bereich Feuerwehr oder Rettungsdienst erforderlich. Ebenso willkommen sind Spenden. Der Verein ist per E-Mail an info@est-africa.com erreichbar. Weitere Informationen sind auf est-africa.com zu finden.

Von Thomas Tschörner

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