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Seelze Mit ihren Babys angelockt: Feuerwehr befreit Katzenmutter aus Schornstein
Aus der Region Region Hannover Seelze Mit ihren Babys angelockt: Feuerwehr befreit Katzenmutter aus Schornstein
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00:19 10.06.2019
Helga Elsner hofft, dass die Katze sich an einem Tuch aus dem Schornstein hangeln kann. Quelle: Sandra Remmer
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Letter

„Plötzlich hörte ich es poltern“, erzählt Helga Elsner. Kurz darauf folgte ein verzweifeltes Maunzen, und die Letteranerin wusste, dass die Katze ihrer Mieterin in den Kamin gefallen war. Erst die Feuerwehr konnte das verunglückte Tier aus der misslichen Lage befreien. Rwaida Al Jassim, die im ersten Obergeschoss des Zweifamilienhauses in der Akazienstraße in Letter wohnt, wollte der Katze ihrer Tochter eigentlich nur einen kurzen Ausflug auf den Balkon gönnen. Dabei war das Tier auf den Schornstein geklettert, offenbar abgerutscht und in den Schacht gefallen. Aber nicht nur im Kamin miaute es daraufhin heftig, auch die erst wenige Tage alten Katzenbabies maunzten laut nach ihrer Mutter.

Katze steckt im Kaminschacht fest

Zunächst hatten die beiden Frauen selbst versucht, die Katze aus dem Kaminschacht zu befreien. „Wir sind mit einer Leiter hochgestiegen und haben ein langes Tuch in den Schacht gehängt – in der Hoffnung, die Katze würde sich daran hoch hangeln“, berichtet Elsner. Um das Tier zusätzlich zu locken, zeigte Al Jassin der Katzenmutter eines ihrer Kleinen. Doch der Rettungsversuch der beiden Frauen blieb ohne Erfolg. Offensichtlich steckte das Tier fest und konnte sich nicht selber aus der misslichen Lage befreien. „Also entschloss ich mich dazu, die Feuerwehr anzurufen“, sagt Elsner.

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Die vier Katzenbabies sind erst wenige Tage alt. Quelle: Sandra Remmer

Feuerwehr kann das Tier befreien

Für die Einsatzkräfte war es nur ein kurzer Weg vom Feuerwehrhaus am Buchenweg bis zur Akazienstraße. Dort angekommen nahmen sie den Kamin der Familie Elsner im Wohnzimmer unter die Lupe. Schnell bemerkten sie, dass es keine Möglichkeit gab, von innen an die Katze heranzukommen. Doch dann entdeckte der stellvertretende Ortsbrandmeister Marco Becker, dass es offenbar auch von außen an der seitlichen Hauswand eine Öffnung für den Kamin gab. Ausgerüstet mit einer großen braunen Kiste machten sich die sieben Einsatzkräfte auf den Weg durch den Garten, wo sie die Klappe entdeckten und öffneten. Im Inneren des Schachts hockte die völlig verängstigte Katze, deren schwarz-weißes Fell über und über mit Ruß besät war.

Die Feuerwehrleute versuchen, die Katze durch eine Luke von außen aus dem Schacht zu befreien. Quelle: Sandra Remmer

So viele Männer, ausgerüstet mit Helm und Handschuhen, machten ihr wohl zusätzlich Angst. Keinen einzigen Zentimeter kam sie auf die Feuerwehrleute zu, und auch die Versuche, sie zu greifen und heraus zu ziehen, scheiterten. Erst als Al Jassim erneut eine Wäschewanne mit den Jungen heranbrachte, regte sich die Katzenmutter. Ein schneller Griff, und schon hatten die Feuerwehrleute die Katze in die Kiste gesperrt. Schnell brachten die Tierretter die Katzenfamilie zurück in die Wohnung im ersten Obergeschoss, wo Mutter und Babys nach gründlicher Reinigung erst einmal in einen tiefen Schlaf verfielen.

Von Sandra Remmer