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Seelze Honeywell denkt erneut über Abbau von Arbeitsplätzen nach
Aus der Region Region Hannover Seelze Honeywell denkt erneut über Abbau von Arbeitsplätzen nach
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00:19 19.04.2019
Das Werk von Honeywell vom Turm der Kirche St. Martin aus gesehen. Verlieren bald über Hundert Mitarbeiter ihren Job? Quelle: Foto: Thomas Tschörner (Archiv)
Seelze

Im Chemiewerk Honeywell an der Wunstorfer Straße werden möglicherweise bis zu 160 Arbeitsplätze abgebaut. Honeywell wolle die Geschäftsabläufe am Standort Seelze optimieren, sagte Unternehmenssprecher Matthias Wowtscherk. Das Unternehmen solle effizienter werden und weiterhin attraktive Arbeitsplätze bieten. Darüber seien die Mitarbeiter am Dienstagmittag informiert worden.

„Wir wissen, dass dieser Vorschlag leider einige unserer geschätzten Mitarbeiter betreffen könnte und haben uns daher einer offenen Kommunikation während der gesamten Konsultationsphase verpflichtet.“ Von einem Jobverlust betroffen könnten rund 160 Mitarbeiter sein, davon 60 in Vollzeit und 97 in Teilzeit. Die genaue Zahl werde aber erst nach den derzeit laufenden Beratungen feststehen. Betroffen sei zudem nicht nur eine Abteilung. Wie ein Abbau von Arbeitsplätzen ausgestaltet werde, müssten Gespräche mit dem Betriebsrat ergeben. Auch der Zeitrahmen sei noch unklar.

Im November vergangenen Jahres habe das Unternehmen den Mitarbeitern mitgeteilt, dass die Anpassung der Ressourcen an die Bedürfnisse der Kunden im Chemiegeschäft am Standort Seelze neu überdacht und 2019 die Gespräche mit dem Betriebsrat erneut aufgenommen werden sollten. „Der aktuelle Vorschlag soll den Betrieb am Standort Seelze verschlanken, damit wir für unsere Kunden effizienter arbeiten können“, sagte Wowtscherk. Es ginge aber nicht um eine Schließung des Standortes Seelze, betonte der Sprecher.

Zuvor war im vergangenen Jahr der Abbau von circa 140 Arbeitsplätzen an der Wunstorfer Straße und die Schließung ganzer Abteilungen im Gespräch gewesen. Das Unternehmen selbst hatte dies jedoch damals nicht bestätigt und auf die bevorstehende Umstrukturierung hingewiesen, deren Planung noch nicht abgeschlossen sei. Der Betriebsratsvorsitzende Frank Steuernagel hatte sich erleichtert gezeigt, dass im November die Umstrukturierung erst einmal vom Tisch zu sein schien. Mit den Plänen seien zwischen dem 10. April und 30. November vergangenen Jahres mehr als 800 Mitarbeiter in Angst und Schrecken versetzt worden, sagte Steuernagel im März.

Interims-Geschäftsführer und -Werksleiter sind verantwortlich

Im März war zudem Michael de Poortere als Werksleiter von Honeywell in Seelze ausgeschieden. Als Grund nannte das Unternehmen, dass de Poortere sich neuen Herausforderungen außerhalb Honeywells stellen wolle. Zum Geschäftsleiter des Standortes Seelze wurde zunächst Edward Mills ernannt, der als Vizepräsident der Wertschöpfungskette für Honeywells moderne Werkstoffe (Vice President of Integrated Supply Chain für den Bereich Honeywell Advanced Materials) tätig ist. Mittlerweile hat das Unternehmen auch einen neuen Werksleiter: Michael Polzer wird sich beim 59. Nachbarschaftskreis am Donnerstag, 16. Mai, im Werk den Teilnehmern vorstellen. Sowohl Mills als auch Polzer seien interimsweise eingesetzt, sagte Wowtscherk. Mills als Geschäftsführer der Honeywell Speciality Chemicals Seelze GmbH, und Polzer sei als Werksleiter für alle Fragen des Standortes Seelze verantwortlich.

Termin kurzfristig abgesagt

Entsetzt über den möglichen Abbau von Arbeitsplätzen in Seelzes Chemiewerk zeigte sich SPD-Ratsherr Heinrich Aller, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Finanzplanung und Zentrale Dienste (AZD) und ehemaliger Finanzminister Niedersachsens ist. Der AZD habe versucht, einen Termin bei Honeywell zu erhalten. Dieser sei jedoch von dem Unternehmen kurzfristig abgesagt worden. Eine ständige Reduzierung der Mitarbeiter des Werks sei jedoch nicht gut für die Stadt. Aller kündigte an, die Landesregierung einschalten zu wollen. „Wir müssen Tacheles reden“, meinte der Sozialdemokrat.

Von Thomas Tschörner

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