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Seelze Diese Seelzerin kämpft auf Facebook für sichere Straßen
Aus der Region Region Hannover Seelze Diese Seelzerin kämpft auf Facebook für sichere Straßen
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11:05 10.09.2019
"Menschen sollen das Gefühl bekommen, dass ihnen zugehört wird": Kim Bolm will die Straßen in Seelze sicherer machen und hat die Facebookseite "Save the streets" ins Leben gerufen. Quelle: Linda Tonn
Seelze

Kim Bolm hat gezählt: „Innerhalb von einer Stunde sind 200 Autos durch die Bremer Straße gefahren“, sagt sie. „Auf der Kolbestraße waren es knapp 100.“ Vergangene Woche hat sich die 30-Jährige abends zwischen 18 und 19 Uhr auf die Bank zwischen die beiden Straßen gesetzt und Strichlisten geführt. „Manchmal wusste ich gar nicht, wo ich hinschauen soll, so viele Autos waren es.“ Es ist nicht nur der permanente Lärm, der die Seelzerin jetzt handeln lässt – auch dass die meisten Autofahrer die Geschwindigkeitsbegrenzungen missachten, macht sie wütend.

Autofahrer ignorieren Spielstraße

Tempo 30 gilt auf der Bremer Straße, die Kolbestraße ist sogar eine Spielstraße, in der die Autos nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen. Doch daran hält sich fast niemand. „Schon als Kind habe ich die Autofahrer angehalten und auf die Spielstraße aufmerksam gemacht“, erzählt Bolm. Geändert habe sich seitdem nicht viel. Auch deshalb solle ihr neuer Protest nachhaltiger sein. Im Rat der Stadt Seelze und im Ortsrat hat sie bereits auf die Anliegen der Anwohner aufmerksam gemacht. Vor ein paar Tagen hat sie in der Kolbestraße mit Kreidezeichnungen auf die Spielstraße hingewiesen – der Regen hat sie jedoch mittlerweile abgewaschen.

Mit Kreidezeichnungen weisen die Anwohner auf die Spielstraße in der Kolbestraße hin. Quelle: privat

Positive Reaktionen auf Facebook

Der Einsatz der Anwohnerin ist nicht unbemerkt geblieben. Auf Facebook haben Seelzer Fotos der außergewöhnlichen Straßenkunst gepostet und mit eigenen Erfahrungen kommentiert: „Ich fahre im Kreuzweg und in der Kolbestraße immer unter 10 km/h. Deswegen werde ich von anderen Verkehrsteilnehmern angehupt, der Mittelfinger kommt manchmal zum Einsatz“, schreibt etwa Klaus Fischer. Sie sei mit ihrem Sohn fast angefahren worden, berichtet hingegen Jacqueline Geisler. Auch die Polizei Seelze hat an dieser Stelle schon kontrolliert und massive Verstöße festgestellt.

Lkw werden über Bremer Straße geleitet

„Natürlich fahren derzeit durch die Sperrung der Hannoverschen Straße mehr Fahrzeuge als gewöhnlich hier vorbei“, sagt Bolm. Auch Lkw würden über diese Strecke umgeleitet. „Dennoch werden hier massiv die Schilder ignoriert – und das gefährdet die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern“, so die 30-Jährige. Um etwas zu verändern, will sie den Protest der Anwohner organisieren und hat bei Facebook die Gruppe „Save the streets“ gegründet. Sie sei sich sicher, dass es solche Probleme nicht nur an der Kolbestraße gäbe, sagt Bolm.

Die Studentin will Seelzern eine Plattform bieten, auf der sie sich austauschen und ihre Stimme erheben können. „Ich bin mir sicher, dass viele Menschen etwas bewegen können“, sagt sie. In einem nächsten Schritt will sie ein großes Treffen organisieren, bei dem Anwohner über Probleme in ihren Stadtteilen sprechen können. „Ich bin in Seelze aufgewachsen und konnte meinen Schulweg immer allein und sicher bewältigen. Das sollen meine Kinder später auch noch können“, sagt Bolm.

An der Kreuzung Kolbestraße/Bremer Straße halten sich nur wenige Autos an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Quelle: Linda Tonn

Sie fordert von der Politik schnelle Lösungen: Der Ortsrat Seelze hat ihr versprochen, ein Komitee zu gründen, das nach Lösungen für die Situation an der Kolbestraße und der Bremer Straße suchen soll. „Mal sehen, ob sich da etwas ergibt“, sagt Bolm. Ihrer Meinung nach müssten die Schilder, die auf die Spielstraße hinweisen, größer sein. „Auch über ein Lkw-Fahrverbot könnte man sprechen. Es geht schließlich um die Sicherheit aller.“

Während der Tage, an denen die Kreidezeichnungen auf den Straßen waren, seien die Autofahrer langsamer gefahren, hat die Studentin beobachtet: „Das ist zwar nur ein kleiner Erfolg – aber das ist doch schon mal was.“

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Von Linda Tonn

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