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Seelze Landwirt Narten produziert Nahrungsmittel
Aus der Region Region Hannover Seelze Landwirt Narten produziert Nahrungsmittel
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00:15 29.12.2018
Landwirt Henning Narten mit Jagdhund Paula und Dekoschwein. Die echten Schweine stehen im Stall. Quelle: Patricia Chadde
Kirchwehren

Henning Narten, den Landwirt aus Kirchwehren, kennen viele aus Ortsrat, Freiwilliger Feuerwehr und Kirchenvorstand. Hauptberuflich ist er aber Landwirt mit dem Schwerpunkt Ackerbau.Die Zutaten für Weihnachtskekse müsste Narten nicht kaufen, denn er produziert sie selbst. Zuckerrüben, Weizen zum Backen und Raps für die Speiseölproduktion gedeihen auf eigenen und gepachteten Flächen und ernähren ein paar hundert Menschen. Nartens Hühner decken allerdings nur den Eigenbedarf.

Unter den rund 550 Einwohnern Kirchwehrens ist Henning Narten einer der beiden verbliebenen Vollerwerbslandwirte. „Mir gefällt die Mischung aus Technik und Natur “, berichtet der passionierte Jäger. Sonntags wünschten sich seine beiden Kinder früher oft „Rehe gucken“ im Wald. Denn der besondere Blick für Natur liegt in der Familie, ebenso wie die Haltung zum Nutztier. „Ich habe geheult, wenn mein Lieblingspferd verkauft wurde“, erinnert sich Narten an die Hannoveraner Pferdezucht seines Vaters. Die selbst aufgezogene Staatsprämienstute Wolke, stolze 26 Jahre auf der Kruppe, darf natürlich bleiben. Aber es gilt das ungeschriebene Gesetz: Auf dem Hof werden die Tiere vernünftig behandelt, aber irgendwann geht es zum neuen Besitzer. Und das kann auch ein Wursthersteller sein. So liefert Henning Narten im Jahresdurchschnitt ein Hand gefüttertes Schwein pro Woche an Dedensens Schlachter Hans-Jürgen Starke und beim Schweinepreisschießen in der nähren Umgebung ist meist eine Narten-Sau der Hauptgewinn.

Doch der Schwerpunkt von Henning Narten liegt im Ackerbau. 40 Hektar gehören zur Kirchwehrener Hofstelle, 125 Hektar bewirtschaftet der gelernte Landwirt insgesamt. Neben Gerste und Triticale betreut er auch Wiesen im Rahmen eines Bewirtschaftungsvertrages, um Heu und Grassilage zu produzieren. „Pferdehalter wollen den ersten Schnitt von Ende Mai, Anfang Juni haben“, berichtet Narten. Der fiel in diesem Jahr auch gut aus. Aber dann kam der heiße trockene Sommer und die zweite Mahd war nicht so toll. „Wir sind noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber wer große Mengen Gras benötigt, wie beispielsweise Milchvieh-Halter, wird schlecht dran sein, wenn der Winter lang wird.“

Henning Nartens Kirchwehrener Hofstelle um 1960, als er von seinen Eltern Ilse und Heino bewirtschaftet wurde. Quelle: privat

Einerseits kann sich Henning Narten seinen Arbeitstag als eigenständiger Landwirt frei einteilen. Auf der anderen Seiten gibt es Abhängigkeiten: Seine Tiere müssen regelmäßig versorgt werden, die Feldarbeiten sind von der Vegetationsperiode und vom aktuellen Wetter abhängig. Außerdem bedeutete Landwirtschaft schon immer harte, körperliche Arbeit bei jedem Wetter, auch wenn der Fortschritt spürbare Folgen hat. Nartens Vater Heino, Jahrgang 1929, schnitt anfangs Gras und Getreide noch mit der Sense und pflügte mit Pferden. „In den 1960er Jahren hatten wir jede Menge Mitarbeiter auf dem Hof, auch wenn nicht alle Vollzeit beschäftigt waren“, weiß Henning Narten aus Erzählungen. Eine Frau fütterte die Schweine, es gab Gespannführer, Knechte und Saisonarbeiter, die Nartens Mutter Ilse täglich mit vier Mahlzeiten beköstigte. Und damit der Melker um 5 Uhr loslegen konnte, holte Heino Narten um 4.30 Uhr frisches Grasklee von der Weide, denn am Kirchwehrener Ring 11 wurde das Futter zu den Tieren im sogenannten Anbindestall gebracht. Nicht umgekehrt, wie auf den Höfen an den Randlagen des Dorfes.

Wenn man, wie Narten in einen landwirtschaftlichen Betrieb hineingeboren wurde und gerne hinein gewachsen ist, dann wirken die Schlagzeilen der Medien zum Thema Landwirtschaft oft schief und unvollständig. „Auf Feiern werde ich gerne mal angepflaumt. Dann wird Massentierhaltung diskutiert, auch Glyphosat ist oft Thema“, berichtet er. Wann es sinnvoll sein kann, Stickstoff in der oberen Erdschicht zu halten und Pflanzenreste nicht tief unterzupflügen. Oder warum verdichteter Boden tiefer gehend gelockert wird, damit es den Kleinstlebewesen gut geht. „Es kommt auf die spezielle Situation an“, weiß Narten und sein Gegenüber antwortet oft: „Ach, das wusste ich gar nicht.“

Henning Narten hält die Auseinandersetzung rund um landwirtschaftliche Themen für wichtig und sinnvoll. Hätte er einen Wunsch frei, würde er sich mehr Achtung für die Wertschöpfung wünschen. „Heute werden Nahrungsmittel schneller mal weg geworfen. Aber die Herstellung ist aufwändig und oft stirbt ja auch ein Tier für die üppig gedeckte Tafel“. Die existentielle Not des Hungers kennt Nartens Generation und die seiner Kinder nicht mehr und das findet der Landwirt schön. Aber er weiß auch, dass in guten Nahrungsmitteln für Mensch und Tier ganz schön viel Arbeit steckt.

Von Patricia Chadde

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