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Seelze Seelzer entzünden Mahnfeuer gegen Südlink
Aus der Region Region Hannover Seelze Seelzer entzünden Mahnfeuer gegen Südlink
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17:14 28.03.2019
Manfred Grages zeigt die Ackerfläche zwischen Lohnde und Gümmer, die von der Südlink-Planung betroffen sein könnte. Quelle: Patricia Chadde
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Lohnde

Der Lohnder Vollerwerbs-Landwirt Manfred Grages und sein gümmerscher Berufskollege Christian Schomburg beziehen Position gegen die geplante Südlink-Trasse. Am Sonnabend, 30. März, wollen sie ab 18.30 Uhr ein Mahnfeuer auf der Fläche gegenüber Edeka Schnobl inklusive geselligem Zusammensein organisieren und die Ablehnung der geplanten Stromautobahn deutlich machen.

Auf der Brachfläche an Lohndes westlichem Ortsausgang Richtung Gümmer planen die beiden Organisatoren ein Treffen mit Gleichgesinnten. Eine Feuerschale soll das Mahnfeuer symbolisieren, das für die ablehnenden Position von Landwirten und anderen Südlink-Gegnern steht. „Folgt man dem aktuellen Planungsstand von Tennet, führt der Südlink über unsere und viele weitere landwirtschaftlich genutzte Flächen und sogar durch Bereiche, die unter Naturschutz stehen oder demnächst stehen werden“, berichtet Manfred Grages.

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Die Fläche der ehemaligen DDR-Grenze wäre perfekt

Zwei Aspekte findet Christian Schomburg bei den Entwürfen zur Streckenführung völlig unverständlich: „Warum nutzt man nicht die Flächen in Staatsbesitz entlang der ehemaligen Grenze zur DDR? Da sind die Besitzverhältnisse doch eindeutig und auch der Verlauf geht schnurgerade von Nord nach Süd“. Natürlich möchten Christian Schomburg und Manfred Grages niemanden die ideale Trassenführung vorschreiben. „Aber man kann wohl erwarten, dass man als Betroffener erst einmal angeschrieben und informiert wird und die Pläne nicht erstmalig der Zeitung entnimmt.“

Schon schlechte Erfahrungen mit Klärwerksleitungen

Es ist nicht das erste Mal, dass Leitungen über Grages Flächen geführt werden. „Die Folgen durch den Bau der Klärwerksleitung vor 40 Jahren kann man sich bis heute angucken“, berichtet der Lohnder. Und der Landwirt ergänzt: „Es ist ja nicht so, dass da umsichtig gearbeitet wird. Vielmehr sind die landwirtschaftlichen Folgeschäden durch die Baumaßnahmen enorm. Bis heute kämpfen wir mit den Folgen der Buddelei.“

Ertragsfähigkeit landwirtschaftlicher Flächen leidet

Natürlich haben die Landvolk-Mitglieder, unter ihnen Schomburg und Grages, erst einmnal ganz sachlich die Fakten zu der geplanten Südlink-Trasse zusammengestellt. „Doch unter Volllast soll sich die Stromleitung bis zu 40 Grad Celsius erwärmen. Darüber trocknet die Erde aus und es wächst nichts mehr.“ Die Bodenstruktur werde durch die erforderlichen Erdarbeiten über Jahrzehnte zerstört. Außerdem werde die natürliche Wasserführung durch Kabel, Rohre und Beton verändert oder sogar zerstört, so dass es zu Beeinträchtigungen des Kapillarsystems im Boden kommen werde. Das wiederum verhindere die ausreichende Wasserversorgung der Kulturpflanzen.

Die Veränderung des Mikroklimas im Boden begünstige auch Schaderreger, zu denen die gefürchtete Krautfäule bei Kartoffeln zählt. Die Stromtrasse soll zwar nur 50 Meter breit werden. „Aber ein Streifen dieses Ausmaßes, der mit Krautfäule infiziert ist, wird das restliche Feld immer in Mitleidenschaft ziehen“, so Landwirt Grages.

Von Patricia Chadde