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Seelze Rat verabschiedet Karsten Balzer mit Lob
Aus der Region Region Hannover Seelze Rat verabschiedet Karsten Balzer mit Lob
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16:30 21.12.2018
Karsten Balzer (rechts) übergibt seinem Nachfolger Steffen Klingenberg ein historisches Schaubild. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Der Rat der Stadt Seelze hat den Ersten Stadtrat Karsten Balzer mit viel Lob in den Ruhestand verabschiedet. In der Sitzung am Donnerstagabend wurde zudem Steffen Klingenberg als neuer Erster Stadtrat ernannt.

Steffen Klingenberg wird von Bürgermeister Detlef Schallhorn zum neuen Ersten Stadtrat ernannt. Quelle: Thomas Tschörner

Balzer habe 24 Jahre lang in der Obentrautstadt seine Fußstapfen hinterlassen, sagte Bürgermeister Detlef Schallhorn. Der Erste Stadtrat, der auch Kämmerer war, war vom 1. Dezember 1995 bis 31. Dezember 2002 zunächst Dezernent im Angestelltenverhältnis, bevor er Anfang Januar 2003 für acht Jahre zum Ersten Stadtrat gewählt wurde. Balzer habe sich maßgeblich um die Verwaltungsreform verdient gemacht, habe die Stadt 2006 nach einem Bürgermeister-Rücktritt durch schwieriges Fahrwasser geführt und als Hüter der Finanzen die Obentrautstadt von der Strafbank geholt und zu einer Vorzeigekommune gemacht. Eine ruhige Hand habe Balzer auch bei der Räumung einer Zwei-Tonnen-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg bewiesen, von der er bei der Rückkehr aus dem Urlaub erfahren hatte.

Heiger Scholz, ehemaliger Seelzer Stadtdirektor und jetzt Staatssekretär im Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, erinnerte an die Einstellung Balzers. Die Stadt habe damals einen Kandidaten mit betriebswirtschaftlichem Studium gesucht. Zudem sollte der Bewerber nicht den typischen Verwaltungsblick haben, und auch Balzers Führungserfahrung als Offizier der Bundeswehr sei gefragt gewesen. Scholz verwies auf die Auftragstaktik als eine Erfindung des deutschen Militärs, bei der Ziele definiert werden – ohne den genauen Weg zu diesen vorzuschreiben. Nur wenige Verwaltungen sei so grundlegend umgestaltet worden wie die Seelzer, sagte Scholz. „Wir haben fast jeden Arbeitsplatz angefasst.“ Deshalb sei landauf, landab auch vom „Seelzer Modell“ die Rede gewesen. Die Zusammenarbeit mit Balzer sei stets freundschaftlich gewesen. „Wir haben uns nie angebrüllt –aber wenn wir es getan hätten, hätte es trotzdem weiter funktioniert.“

Bürgermeister Detlef Schallhorn verabschiedet Karsten Balzer in den Ruhestand. Quelle: Thomas Tschörner

Viel Lob erhielt Balzer auch aus den Ratsfraktionen. Der Erste Stadtrat sei allen auf Augenhöhe begegnet und habe jeden mitgenommen, sagte SPD-Fraktionschef Alexander Masthoff. Balzer sei stets für ein Gespräch bereit gewesen und habe sich die Zeit genommen. Dieses gute Verhältnis gelte es auch zu seinem Nachfolger Klingenberg aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit Balzer sei immer sehr gut gewesen, lobte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Willms. Bei seinen Haushaltseinbringungen habe der Kämmerer stets klar Worte gefunden und dabei nicht nur die Situation Seelzes beschrieben, erinnerte Grünen-Fraktionschef Knut Werner. „Sie werden uns fehlen, Sie waren sehr tief in die Materie eingedrungen.“ Der Start des Bürgerforums mit Balzer sei verkorkst gewesen, räumte der Fraktionsvorsitzende Harald Scupin ein. „Wir waren nicht unschuldig daran.“ Als Neuling im Rat hätte das Bürgerforum stets ein gewisses Misstrauen gehabt, auch wo dies nicht gerechtfertigt gewesen sei. „Auch wenn wir es nie zugegeben haben, haben wir Sie schätzen gelernt“, sagte Scupin. Von einer guten Arbeit sprach auch André Meyer, Fraktionsvorsitzender von Die Linke. Balzers Hilfe habe die Ratsarbeit enorm erleichtert. Seelze sei eine graue Maus und praktisch eine Hartz-IV-Kommune gewesen, die auf Zuschüsse angewiesen sei, sagte FDP-Fraktionschef Harald Temmler. „Heute sind wir immer noch eine graue Maus, aber das Fell hat nicht mehr so viele Löcher.“ Das Balzer mit 59 Jahren in den Ruhestand ginge, sei ungewöhnlich. „Da kriege ich noch Bewerbungen von 59-Jährigen, Sie können sich gern bei mir melden“, scherzte Temmler.

Balzer gab das Lob an den Rat zurück. „Ich habe den allerhöchsten Respekt vor Ihnen, das ist das schwierigste Ehrenamt der Welt.“ Für eine geringe Aufwandsentschädigung müssten die Ratsmitglieder viel leisten, und sich teilweise wie etwa bei der Auseinandersetzung um die Zukunft des Alten Rathauses in Letter in „Pöbel-Mails“ beschimpfen lassen. Er werde jetzt erst einmal nichts tun, außer sich um den Haushalt zu kümmern, sagte Balzer. Und als Lego-Technik-Fan habe er sich zu Weihnachten den Millenium-Falken mit 7500 Teilen geschenkt.

Der scheidende Erste Stadtrat erhielt viel Applaus. In der Sitzung hatte zudem sein Nachfolger Steffen Klingenberg von Bürgermeister Detlef Schallhorn die Ernennungsurkunde erhalten.

Von Thomas Tschörner

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