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Seelze Stadtverwaltung fordert einen Mindestabstand für den Südlink
Aus der Region Region Hannover Seelze Stadtverwaltung fordert einen Mindestabstand für den Südlink
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00:20 20.06.2019
Blick auf einen Streifen, in dem die Kabel für die Stromtrasse verlegt werden. Mindestens 400 Meter Abstand soll die Trasse zu Wohnbebauung haben, fordert die Verwaltung. Quelle: Tennet
Seelze

Wenn die Stromtrasse Südlink zwischen Gümmer und Lohnde, Almhorst und Kirchwehren und an Döteberg verlegt wird, soll sie mindestens 400 Meter von Wohnbebauung und Häusern entfernt verlaufen. Das fordert die Stadtverwaltung in einer Stellungnahme an die Bundesnetzagentur. Bis zum 12. Juli dürfen die betroffenen Kommunen Einwände und Bedenken sammeln und dort einreichen, so sieht es das Planungsverfahren vor. Von dieser Möglichkeit hat die Stadtverwaltung bereits Anfang Juni Gebrauch gemacht. Dadurch könne die Akzeptanz für die Stromtrasse erhöht und gesundheitliche Gefahren abgewehrt werden, heißt es in dem Schreiben. „Des Weiteren unterstützt der Rat der Stadt Seelze die Forderung nach einer landesweit einheitlichen Mindestabstandsregelung.“

„Ängste und Sorgen ernst nehmen“

„Uns ist durchaus bewusst, dass 400 Meter eine Maximalforderung sind“, sagt Petra Cordes, Ortsbürgermeisterin in Almhorst. „Allerdings ist es uns wichtig, dass die Diskussion um den Mindestabstand endlich geführt wird. Wir wollen, dass die Ängste und Sorgen der Menschen ernst genommen werden.“ Am 13. Mai ist der Ortsrat Almhorst zusammengekommen und hat mit betroffenen Bürgern aus Döteberg, Kirchwehren und Lathwehren diskutiert. Dabei sei schnell klar geworden, dass es große Unsicherheiten und damit auch Vorbehalte gegen den geplanten Trassenverlauf gäbe, sagt Cordes. Insbesondere sei nicht ausreichend erforscht, welche Auswirkungen die unterirdisch verlaufenden Stromkabel auf die menschliche Gesundheit haben. Die Anwohner hätten Angst, dass für die Trasse der kürzeste Weg gewählt werde, um die Kosten gering zu halten, so Cordes. „Es gibt bislang noch keine Mindestabstandsregelung zu Wohnbebauung. Insoweit wäre es durchaus möglich und denkbar, dass die Trasse direkt hinter bewohnten Häusern verläuft.“

„Wir wollen, dass die Ängste und Sorgen der Menschen ernst genommen werden“, sagt Petra Cordes, Ortsbürgermeisterin von Almhorst. Quelle: Thomas Tschörner

Ortsräte formulieren gemeinsame Forderung

Der vorgesehene Korridor für die Stromtrasse verläuft von Garbsen-Frielingen kommend in südöstlicher Richtung bis Almhorst und dabei westlich vorbei an Horst, Lohnde und Almhorst sowie östlich vorbei an Gümmer und Dedensen. Zwischen Almhorst und Kirchwehren knickt die Trasse ab und verläuft nach Westen weiter an Döteberg vorbei. „Der Ortsrat Almhorst hat den Antrag auf eine Mindestabstandsregelung gemeinsam mit dem Ortsvorsteher von Döteberg, Robert Kreimeyer, formuliert und beschlossen“, sagt Cordes. Die Ortsräte Gümmer und Lohnde haben sich dem angeschlossen und den gemeinsamen Brief an Seelzes Bürgermeister Detlef Schallhorn unterschrieben. Die Verwaltung hat die Forderungen aus den betroffenen Kommunen ihrerseits in ihre Stellungnahme an die Bundesnetzagentur aufgenommen.

Zudem wird auf die Naturschutzgebiete hingewiesen, die die Stromtrasse queren wird. In einigen Waldbereichen lebt der geschützte Feldhamster, zudem könnten vier Findlinge in Lohnder Holz, Stieleichen in Kirchwehren und vier gesetzlich geschützte Biotope dem Bau zum Opfer fallen. „Im Bereich Kirchwehren, Lathwehren, Almhorst und Döteberg befinden sich landwirtschaftliche Flächen mit sehr hohem und äußerst hohem ackerbaulichen Potenzial“, führt die Verwaltung weiter auf. Eine Beeinträchtigung dieser empfindlichen Bereiche sollte laut Verwaltung vermieden werden. Nach der Beteiligungsphase, die am 12. Juli endet, werden die Kommunen zu einem Erörterungstermin geladen. Erst danach wird final über den Verlauf der Stromtrasse entschieden.

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