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Seelze Tennet sieht in Westtrasse für Südlink nur Vorteile
Aus der Region Region Hannover Seelze Tennet sieht in Westtrasse für Südlink nur Vorteile
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00:19 23.03.2019
In der gut gefüllten Mehrzweckhalle verfolgen viele Interessierte den Vortrag von Tennet. Quelle: Thomas Tschörner
Gümmer

Der Netzbetreiber Tennet sieht in einer westlich von Hannover verlaufenden Stromtrasse Südlink im Vergleich zur zunächst favorisierten Ost-Variante nur Vorteile: Die Trasse ist kürzer, kostengünstiger und trifft auf deutlich weniger Hemmnisse der Kategorien „hoch“ und „mittel“, zu denen geschützte Landschaftsteile wie wertvolle Wälder und seltene Tierarten ebenso zählen wie die Unterquerung von Wasserläufen wie den Mittellandkanal. In Gümmer haben Vertreter des Unternehmens in der voll besetzten Mehrzweckhalle den Bürgern Rede und Antwort gestanden.

Der Rat der Stadt Seelze hatte sich gegen einen Trassenverlauf durch das Stadtgebiet ausgesprochen. Dann gab die Stadt vorsichtige Entwarnung, weil der Netzbetreiber Tennet die Stromleitung im Osten der Region Hannover bauen wollte. Ende Februar informierte das Unternehmen Seelze und weitere Kommunen darüber, dass die Erdkabel nun doch im Westen verlegt werden sollen. In der Obentrautstadt würde die Leitung Felder und weitere Freiflächen in den Stadtteilen Gümmer, Dedensen, Lohnde, Almhorst, Kirchwehren und Döteberg tangieren. In einer Resolution hatte sich der Rat dann erneut gegen den Trassenverlauf westlich von Hannover ausgesprochen. Tennet will seine Pläne bereits am Freitag, 22. März, bei der Bundesnetzagentur einreichen. Die Stadt hatte deshalb darauf bestanden, dass das Unternehmen die Pläne vor diesem Termin den Bürgern vorstellt.

In Gümmers Mehrzweckhalle bestätigte Tennet-Vertreter Thomas Wagner am Dienstagabend die Einreichung der Planungsunterlagen bei der Bundesnetzagentur am Freitag. Diese würden von der Behörde auf Vollständigkeit geprüft. Wagner rechnet mit in zwei Monaten mit einem Ergebnis, dass dann am 29. Mai bei einem Info-Markt im Schulzentrum I am Planetenring 7 in Garbsen präsentiert werden soll. Alle Unterlagen stünden aber auch auf der Homepage www.tennet.eu zum Download zur Verfügung. „Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns gern anrufen“, sagte Wagner. Bei Fehlern oder falschen Bewertungen könnten die Bürger den Planern auch schreiben, Tennet sei für jeden Hinweis dankbar. Die Planer arbeiten auch vor der ausstehenden Genehmigung bereits an der Detailplanung, weil die Zeit dränge. Wagner rechnet damit, dass die Baugenehmigung 2022 vorliegen werde und bis 2025 die Stromtrasse fertig sein wird. Umweltplanerin Anna Osterath von der Arge Südlink verwies darauf, dass die westliche Variante der Stromtrasse mit 186,2 Kilometern nicht nur kürzer als eine im Osten verlaufende Leitung mit 201,86 Kilometern sei. Es gebe auch weniger Hindernisse. So stelle im Osten der Truppenübungsplatz Bergen ein Problem dar, dazu kämen wie geschlossene Riegel wirkende Waldgebiete, nannte sie Beispiele. Mit sogenannten Unterbohrungen mit Tiefen von fünf bis 50 Metern ließen sich nicht nur Gewässer wie Leine und Mittellandkanal überwinden, auch unter Wälder könnte die Leitung mit dieser Methode verlegt werden.

Gesundheitliche Auswirkungen durch die Gleichstromleitung seien nicht zu befürchten, versicherte Wagner auf Fragen der Bürger. Die vorgeschriebenen Grenzwerte würden deutlich unterschritten. Zu Häusern würde der größtmögliche Abstand eingehalten. Eine Vorgabe des Gesetzgebers gebe es dazu nicht. Deshalb könnten keine konkreten Angaben gemacht werden. Wie viele Grundstückseigentümer von der Leitung betroffen seien, konnte Wagner nicht sagen. Erst nach der Genehmigung würde mit den Eignern Kontakt aufgenommen. Der Tennet-Vertreter betonte die Notwendigkeit der Stromleitung. „Wenn wir als Gesellschaft entscheiden, die Energieversorgung umzugestalten, dann brauchen wir Leitungen –die Maßnahme ist dringend erforderlich.“ Der Zeitplan sei sehr ambitioniert. Die Kritik, dass das Projekt erst auf 3 Milliarden Euro kalkuliert worden sei und nun mit Kosten von 10 Milliarden Euro angegeben werde, ließ Wagner nicht gelten. Der erste Betrag sei für die zunächst geplanten Freileitungen veranschlagt worden, die Erdverkabelung sei deutlich teurer. Allerdings seien beide Beträge nur Schätzungen. Zahlen würden am Ende die Stromkunden. Diese würden aber jetzt schon mit rund 1 Milliarde Euro belastet, die dafür anfielen, dass Windkraftanlagen abgeregelt werden müssten, weil sie ihren Strom nicht ins Netz einspeisen könnten.

Von Thomas Tschörner

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