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Seelze Umzug des Brotkorbs beunruhigt Anwohner weiter
Aus der Region Region Hannover Seelze Umzug des Brotkorbs beunruhigt Anwohner weiter
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13:09 03.10.2019
Die Stadt will den Brotkorb und mehrere Beratungsstellen an der Schillerstraße 2 unterbringen. Quelle: Thomas Tschörner
Seelze

Wohnungseigentümer der Schillerstraße 2 sind beunruhigt über den geplanten Umzug des Seelzer Brotkorbes in das Erdgeschoss ihres Gebäudes. Derzeit ist die Einrichtung, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt, in einer ehemaligen Hausmeisterwohnung des Schulzentrums an der Humboldtstraße untergebracht. Dieses Gebäude soll aber abgerissen werden, weil das Schulzentrum für die neue Bertolt-Brecht-Gesamtschule erweitert werden soll. In einem Antrag fordert die SPD eine nachbarschaftlich verträgliche Lösung. Der Ortsrat Seelze will deshalb erst in seiner Sitzung am 11. November eine Entscheidung treffen.

Im Schulzentrum soll eine Integrierte Gesamtschule eingerichtet werden. Quelle: Thomas Tschörner

Schulzentrum reicht nicht aus

Das Schulzentrum Seelze war über Jahre die Heimat der Geschwister-Scholl-Schule und der Humboldtschule. Sowohl die Haupt- als auch die Realschule sind aber Auslaufmodelle, die durch die im Aufbau befindliche Integrierte Gesamtschule (IGS), die Bertolt-Brecht-Gesamtschule, mit bislang drei Jahrgängen ersetzt werden sollen. Zuletzt war vor den Sommerferien ein Trakt für den siebten Jahrgang umgestaltet worden. „Wir können die IGS nicht nur im Bestandsgebäude umbauen, wir müssen auch Teile des Altbestandes abreißen und neu bauen“, sagt der Erste Stadtrat Steffen Klingenberg. Dies sei auch deshalb notwendig, weil die IGS wegen ihres pädagogischen Konzepts einen höheren Raumbedarf als eine Haupt- oder Realschule hätten. „Und es kommt ja auch noch eine Oberstufe dazu.“ Dies hatte der Rat im vergangenen Jahr beschlossen. Und nicht zuletzt seien die Einwohnerzahlen der Stadt in den vergangenen Jahren gestiegen, was eben auch mehr Schüler bedeute.

Derzeit nutzt der Brotkorb eine ehemalige Hausmeisterwohnung an der Humboldtstraße. Quelle: Thomas Tschörner

Arbeiten sollen zeitnah beginnen

Deshalb werde relativ zeitnah die am Rande des Schulzentrums vom Brotkorb genutzte ehemalige Hausmeisterwohnung abgerissen. „Wir müssen während des laufenden Schulbetriebes bauen“, sagt der Erste Stadtrat. Damit alles geordnet und mit möglichst wenigen Zwischenlösungen über die Bühne gehen könne, sei die Kündigung des Brotkorbs zum Ende des Jahres unumgänglich.

Eigentümer stehen Plänen skeptisch gegenüber

Mit Sorge sehen dagegen Vertreter der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) das Vorhaben. „Der Eingang ist das Problem“, sagt Rainer Albertus von der WEG. Die Entfernung zwischen den beiden Eingangsbereichen betrage nur zweieinhalb Meter. Manfred Schmidt ergänzt, dass sich in den etwa 330 Quadratmeter großen Räumlichkeiten im Erdgeschoss, die vom Brotkorb und Beratungsstellen genutzt werden sollen, rund 30 Jahre lang ein Seniorentreffpunkt befand. Dies habe keinerlei Probleme verursacht. Die WEG befürchtet vor allem den Andrang. Der Brotkorb habe gut 50 ehrenamtliche Mitarbeiter, die Lebensmittel würden mit Kleinlastwagen angeliefert und an rund 700 Bedürftige verteilt. Verderbliche Lebensmittel würden dann auch in dem Gebäude gelagert. Er habe sich die Essensausgabe sechsmal angeschaut, sagt Schmidt. Im Schnitt seien 80 bis 90 Bedürftige anwesend gewesen, darunter zwischen zwölf und 29 Kinder. Die Bedenken kämen allein aus dem Andrang, sagt Schmidt. „Niemand hat etwas gegen den Brotkorb, und niemand hat etwas gegen spielende Kinder“, betont Albertus. Letztlich sei es eine Raumnutzungsordnung. „Zu diesen Bedingungen haben wir unsere Wohnungen nicht gekauft – das sind Dinge, die sieht auch unser Anwalt so“, sagt Schmidt.

Aller fordert verträgliche Lösung

Die SPD fordert einen Kompromiss. „Die Vorlage der Verwaltung ist so nicht zustimmungsfähig“, sagt SPD-Ratsherr Heinrich Aller. Es müsse eine nachbarschaftlich verträgliche Lösung gefunden werden. Er vermisse zudem die Kostentransparenz. „Eine Kompromisslösung mit den Eigentümern ist machbar“, ist Aller überzeugt. Es wäre schlecht, wenn mitten im Zentrum ein Konfliktherd entstünde. „Keiner hat etwas gegen den Brotkorb, aber es müssen akzeptable Bedingungen geschaffen werden.“ So müssten etwa die Zugänge für den Beratungstrakt und den Brotkorb voneinander getrennt werden.

Keine Alternativen in Sicht

Andere Alternativen als die Schillerstraße als neues Domizil für den Brotkorb seien bislang nicht aufgetaucht, sagt Aller. Deshalb müsse für den Haushalt 2020 eine tragfähige Lösung gesucht werden. Dazu gehöre auch die Prüfung der Wirtschaftlichkeit. Möglicherweise sei ein Kauf sinnvoller als ein Mietvertrag über zehn Jahre. Diese Prüfung hatte die Verwaltung bereits angekündigt.

Brotkorb hält Räume in der Schillerstraße für ideal

Für Christiane Heller, zweite Vorsitzende des Brotkorbs, ist die Unterbringung der Einrichtung in den Räumen an der Schillerstraße ideal. „Wir hätten dort eine Küche, einen Raum für die Ausgabe und noch ein Büro, das ist ziemlich optimal“, sagt Heller. Selbst für die Lagermöglichkeiten sei noch genug Platz. Die ehemalige Rossmann-Filiale an der Hannoverschen Straße, die offenbar als Alternative auch im Gespräch war, hält sie für problematisch. „Unsere wartenden Kunden würden sich bei Flügels hinsetzen“, glaubt Heller. Die Bedenken der Bewohner in dem Haus an der Schillerstraße kann sie nicht verstehen, an lange Warteschlangen und großen Lärm glaubt sie nicht. „Wir fangen jetzt schon damit an, unsere Kunden zu erziehen. Die Lebensmittelausgabe erfolgt nur nach Terminvergabe. Kunden, die extra früh kommen, werden wir künftig wieder nach Hause schicken“, sagt Heller. Durch die Vergabe von Terminen können die Wartenden in den neuen Räumen warten und müssten nicht vor dem Haus stehen.

Brotkorb zählt rund 700 Kunden

Rund 700 Kunden sind aktuell beim Seelzer Brotkorb registriert. „Das variiert“, sagt Heller. Großer Wert gelegt werde auf die Vorlage der Bedürfnisbescheinigung. „Kann sie nicht vorgelegt werden, wird der Kunde gestrichen und erst wieder gelistet, wenn die Bescheinigung vorliegt“, erklärt die Vize-Vorsitzende. Jeden Donnerstag kommen zwischen 50 und 90 Familien zur Lebensmittelausgabe des Seelzer Brotkorbs.

Von Sandra Remmer und Thomas Tschörner

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