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Seelze Für Thomas Keese vergeht kein Tag ohne Vereinsarbeit
Aus der Region Region Hannover Seelze Für Thomas Keese vergeht kein Tag ohne Vereinsarbeit
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18:01 29.07.2019
Timm und Thomas Keese sind beide im Karate-Club aktiv. Quelle: Heike Baake
Seelze

Seit mehr als 40 Jahren können Sportler im Karate-Club Seelze die Kampfkunst erlernen und trainieren. Fast 300 Mitglieder sind in dem Verein beheimatet, die Hälfte davon sind Kinder. Thomas Keese (46) kam im Alter von 15 Jahren zum Verein. „Ich war von Anfang an in guten Händen und fasziniert, dass sich hier so viele Sportler ohne Gegenleistung engagiert haben“, erinnert er sich. Er sei damals, so erzählt er, reiner Konsument gewesen und habe lediglich das Training besucht. Mit Mitte zwanzig aber, als Keese die Möglichkeit bekam als Trainer anzufangen, trat er sein erstes Ehrenamt an. „Ich machte den Übungsleiterschein, obwohl es keine Pflicht war“, erzählt der Vorsitzende.

Wöchentliches Training

Auch heute ist er noch als Trainer aktiv. Während er zur damaligen Zeit nur Kinder trainierte, ist er heute für Erwachsene zuständig und übernimmt einmal wöchentlich eine Trainingseinheit. Zusätzlich ist Keese noch bis zu zweimal wöchentlich für sein persönliches Training in der Halle. Als Wilfried Nickel nach vier Jahrzehnten ankündigte, den Vorsitz abzugeben, wurde Keese angesprochen, ob er sich vorstellen könne, seine Nachfolge anzutreten. „Bevor ich zusagte, habe ich mir alles reiflich überlegt“, erinnert er sich. Nun sei er dankbar für die hervorragende Arbeit, die er von seinem Vorgänger übernommen habe, ergänzt er. Nickel, der neben den Brüdern Klaus und Peter Mergel, zu den Gründungsmitgliedern zählt, ist auch heute noch im Verein aktiv.

Insgesamt kümmern sich zehn Vorstandsmitglieder um die Belange des Vereins und „engagieren sich auf Augenhöhe“, wie Keese sagt. So werden leichte und schwierige Situationen von vielen Schultern getragen. Im Verein sind 20 Trainer aktiv, die an jedem Wochentag ein Training anbieten. „Ohne diese Ehrenamtlichen wäre das Angebot nicht möglich“, sagt Keese. Trotz aller Unterstützung gibt es jedoch für ihn keinen Tag ohne Vereinsarbeit. „Da rufen Eltern an und haben Fragen, oder Interessenten möchten etwas über den Verein wissen“, erzählt er. Zusätzlich bekomme er auch zahlreiche E-Mails, die beantwortet werden müssen.

Umfangreiche Aufgaben

Auch wegen der Zugehörigkeit zum Fachverband fallen zahlreiche Aufgaben an. Nachfragen und Informationen muss der Vorsitzende filtern und weiterleiten. Im Arbeitskreis der Sportvereine setzt sich Keese für die Hallenzeiten ein. „Der Austausch mit den anderen Vereinen ist für uns sehr wichtig“, berichtet er. Als nächste Herausforderung stehen für Keese und sein Team der Nachwuchs-Cup im November an. Aus ganz Deutschland kommen Teilnehmer, um den Seelzer Austragungsort zu besuchen. „Die Aufgaben werden im Team verteilt, jedoch bin ich für den Verband der erste Ansprechpartner“, sagt Keese. Einmal im Monat steht ein Treffen mit den Vorstandskollegen an. Hierfür und für die Hauptversammlung erstellt er die Tagesordnung und übernimmt die Leitung der Sitzungen.

Oft begleitet der Vorsitzende seinen Sohn Timm (11) zum Karatetraining. Dort können Mitglieder oder Eltern ihn jederzeit ansprechen, wenn sie etwas klären möchten. „Da gibt es Fragen zu Prüfungen oder zu den Trainingszeiten, es sind viele Kleinigkeiten“, sagt Keese. Ihm sei die Information für alle Eltern sehr wichtig, deshalb gebe es regelmäßig Elternbriefe.

Der Vorsitzende erinnert sich auch gern noch an seine Zeit als Gerätewart des Vereins. „Da habe ich mich verwirklicht und die Halle mit Spiegeln und japanischen Schriftzeichen gestaltet“, sagt er. Auch bei seiner dreijährigen Tätigkeit als Pressewart hatte er klar abgegrenzte Aufgaben. „Jetzt ist dagegen alles etwas formaler und mit organisatorischer Verantwortung verbunden“, berichtet Keese. Eines seiner großen Ziele ist es, den Verein zukunftsfähig aufzubauen.

Mit viel Herz dabei

Den Vorsitz für einen Verein zu übernehmen, sei nicht immer ganz einfach, sagt er. Dabei denkt Keese an Entscheidungen, die getroffen werden müssen, aber nicht immer gut ankommen. „Ohne Ehrenamt wäre für mich manches einfacher, und ich könnte oft besser schlafen“, erzählt er. Trotzdem möchte er auf keinen Fall darauf verzichten. Es sei für ihn erfüllend, wenn etwas erreicht wurde und er einen Schritt weitergekommen ist. Besonders froh ist Keese über die große Zahl der Kinder im Verein, die vom Vereinsleben und der sportlichen Aktivität profitieren. „Ich lege in mein Ehrenamt sehr viel Herzblut, die Menschen und der Verein sind mir sehr wichtig“, sagt er und fügt hinzu, dass das Ehrenamt für ihn eine große Freude und Bereicherung sei.

Kesse kann sich durchaus vorstellen, das Amt des Vorsitzenden noch einige Jahre weiterzuführen. „Aber in geeigneter Zeit bin ich auch bereit, den Platz frei zu machen“, sagt er. Sohn Timm beeindruckt die Arbeit des Vaters, und auch er könnte sich vorstellen, sich einmal als Trainer zu engagieren. „Es ist cool, Verantwortung zu übernehmen“, sagt er – und sein Vater nickt zustimmend.

Serie stellt Menschen im Ehrenamt vor

Sie arbeiten ehrenamtlich in Vereinsvorständen, engagieren sich in Arbeitskreisen und Ortsvereinen, unterstützen Selbsthilfegruppen und sind in Kirchen aktiv. Sie investieren Zeit, bringen sich mit ihrer Arbeitskraft, Kreativität und Motivation ein, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Für sie ist ihr unentgeltlicher Einsatz selbstverständlich. In unserer Lokalserie „Ehrenamt in Seelze“ stellen wir Menschen vor, die sich mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit für das Gemeinwohl engagieren. Sie berichten von ihren Erfahrungen, Aufgaben und Erfolgserlebnissen.

Von Heike Baake

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