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Seelze Wasserfledermäuse jagen am Stichkanal
Aus der Region Region Hannover Seelze Wasserfledermäuse jagen am Stichkanal
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13:14 26.09.2019
Wasserbauer Karsten Grube überprüft mit einem akustischen Fledermausdetektor, ob die Kästen am Stichkanal besetzt sind. Quelle: Patricia Chadde
Seelze

Karsten Grube ist Wasserbauer. „Ich hatte Nachtschicht am Lindener Hafen und blickte während einer Zigarettenpause auf den Kanal“, erinnert sich der Dedenser an seine erste bewusste Begegnung mit den lautlos agierenden Wasserfledermäusen. Bei einem Umweltseminarprojekt seiner Behörde lieferten ihm die dämmerungsaktiven Insektenjäger sogar die Idee für eine praktische Arbeit.

Wasserbauer gestalten eigenes Umweltschutzprojekt

„Jeder Kursteilnehmer sollte sich ein eigenes Umweltschutzprojekt einfallen lassen“, berichtete Grube. Mancher Kollege legte eine Streuobstwiese an, ein süddeutscher Mitarbeiter von der Donau schuf sogar ein Reservat für Eidechsen. Karsten Grube, Mitarbeiter des Außenbezirks Lohnde des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Braunschweig, wollte dagegen etwas für Wasserfledermäuse machen. „Es sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können“, berichtet Friedhelm Ilse. Auch der Seelzer Nabu-Vorsitzende findet Fledermäuse faszinierend, und weiß, dass die heimischen Arten nach wie vor gefährdet sind. Ilse empfahl, Kästen aus rauem Holz als Unterschlupf für die erfolgreichen Insektenjäger zu bauen. Bei der Wahl eines geeigneten Standortes war der Lohnder Naturschützer ebenfalls behilflich.

Eine Wasserfledermaus geht auf Beutefang. Quelle: NABU/Dietmar NillNABU/Dietmar Nill

Erste Saison verlief erfolgreich

Seit März hängen die hölzernen Fledermauskästen an Akazienstämmen. Diese Bäume säumen den Stichkanal zwischen Letter und Seelze. Damit es keine Störung rund um die tierischen Rückzugsmöglichkeiten gibt, wurde jeder Unterschlupf in rund vier Metern Höhe angebracht. Die umsichtige Standortwahl zahlte sich aus. Schon nach der ersten Saison weiß Karsten Grube, dass er nicht allein als Wasserbauer, sondern auch als Wohnungsbauer erfolgreich ist. Denn zahlreiche Fledermäuse und sogar unterschiedliche Arten nutzen den Unterschlupf. Ob die Holzkästen mit der typischen Öffnung an der Unterseite als Sommerquartier oder nur als Tagesquartier auf dem Zug, bei der Paarung oder als Wochenstube genutzt werden, konnte Grube allerdings noch nicht ermitteln.

Mit Fledermausdetektor auf Pirsch

Doch eines steht fest: Inzwischen ist es kein Zufall mehr, wenn Grube Wasserfledermäusen begegnet. Der Wasserbauer hat sich sogar mit einem Detektor ausgestattet und streift in seiner Freizeit regelmäßig entlang des Kanals. So konnte er anhand der Laute verschiedene Arten identifizieren, die über dem Wasserspiegel des Kanals reiche Insektenbeute machen. „Außerdem habe ich ein weißes Laken unter die Fledermauskästen gelegt“, berichtet Grube von seiner detektivischen Ader. Umfangreiche Kotspuren verrieten ihm, dass ein paar Meter höher das stattliche Nahrungsangebot verdaut wird. Auch Grubes Töchter teilen das väterliche Interesse und haben ein Fledermauslogo für die Holzkästen entworfen, das auch die zukünftigen Behausungen zieren soll. Während Karsten Grube sich dem Bau weiterer Fledermaus-Unterschlupfmöglichkeiten widmen wird, lassen es die Säugetiere während der kalten Jahreszeit sehr ruhig angehen – sie halten Winterschlaf.

Hier kommt kein Mensch vorbei, dafür finden Fledermäuse reichlich Nahrung: am Stichkanal zwischen Letter und Seelze.

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Von Patricia Chadde

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