Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Seelze Schüler lernen etwas über Energiesysteme  und Chemie
Aus der Region Region Hannover Seelze Schüler lernen etwas über Energiesysteme  und Chemie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:48 29.04.2018
Hausmeister Andreas Seydel (links) und Klimaschutzmanager Gunter Stegemann zeigen den Teilnehmern des Zukunftstages die Versorgung durch erneuerbare Energien. Quelle: Patricia Chadde
Anzeige
Seelze

 Zukunftstag hieß es am Donnerstag in Seelzer Schulen. Anstelle des regulären Unterrichts stand ein Schnuppertag in der Berufswelt auf dem Stundenplan. Dabei konnten die Schulbesucher mal ganz andere Arbeitsbereiche kennen lernen, von deren Existenz sie vorher vielleicht noch gar nichts wussten. Die Jugendlichen schauten sich unter anderem in der Stadtverwaltung und dem Chemieunternehmen Honeywell um erfuhren etwas über spezialisierte Arbeitsbereiche, die nicht jedem bekannt sind.

Nora (12) erlebte am Donnerstag schon ihren zweiten Zukunftstag. Im vergangenen Jahr schaute sie hinter die Kulissen eines  Altersheimes. „Einiges fand ich damals neu und auch ungewöhnlich, aber vieles kannte ich auch schon“, resümierte Nora . Jetzt war sie eines der Mädchen und Jungen, die bei der Stadt Seelze ihren Zukunftstag absolvierten. Sie lernten beispielsweise den mobilen Hausmeister der Stadt, Andreas Seydel, kennen. Der gehört zur Abteilung 5.1. für Gebäudemanagement und marschierte mit fünf Zukunftstagsteilnehmer vom Rathaus zur DRK-Kita Nimmerland in Seelze-Süd. Doch ging es dabei gar nicht um die Betreuung des Nachwuchses in Seelze, sondern um die besonderes energieeffiziente Ausstattung des Gebäudes. Gunter Stegemann, Klimamanger der Stadt Seelze, erläuterte den interessierten Zuhörern zusammen mit Andreas Seydel die Funktionsweise der Holzpelletheizung. Im Gegensatz zu Erdöl, mit dem früher bevorzugt geheizt wurde, wird sie durch die erneuerbare Energie des Holzes auf die erforderliche Temperatur gebracht. Da staunte Viktoria (11), die bereits den zweiten Zukunftstag bei der Stadt Seelze verbrachte. Auch Neele wiederholt den Zukunftstag bei der Stadt gerne, „weil das immer anders und immer interessant ist“, wie die Zwölfjährige findet. Nachdem sie im letzten Jahr die Aufgaben des städtischen Betriebshofes kennengelernt hatte, schaut sie sich jetzt auf dem Dach der DRK-Kita Nimmerland um, wo große schwarze Flächen montiert sind. „Sie  liefern uns die Möglichkeit, Solarthermie zu nutzen“, erläutert Klimamanager Gunter Stegemann der aufgeschlossenen Schülergruppe und hat gleich mal eine Frage: „Fließt das Wasser da langsam oder schnell durch?“ Antonia (13) denkt kurz nach und gibt dann die richtige Antwort: „Das Wasser muss langsam durchfließen, damit es sich besser erwärmen kann“. Die anderen nicken, denn das klingt logisch und ist es auch. „Wir heizen zu Hause mit Gas, aber es wäre schön, wenn wir auch so etwas auf dem Dach hätten“, ergänzt Antonia und zeigt auf die schwarzen Rechtecke. Auch Philipp freut sich, dass er mit dem mobilen Hausmeister und dem städtischen Klimamanger durch Seelze-Süd streifen kann. „Aber der Regen nervt“, findet der Zwölfjährige und liefert Gunter Stegemann damit das nächste Stichwort zum facettenreichen Themenfeld der erneuerbaren Energien. Denn auch Wasserkraft zählt zu den Ressourcen, die sich effizient nutzen lassen, beispielsweise zur Stromgewinnung. Und wenn die fünf Schüler beim nächsten heißen Sommertag ein passendes T-Shirt auswählen, greifen sie garantiert zu etwas Hellem. Denn unter einem schwarzen Kleidungsstück, wird es viel wärmer, als unter einem weißen, selbst wenn das Stoffmaterial identisch ist. Das kann man bei der Energiegewinnung nutzen und im Alltag umgehen. Fazit: Aprilwetter ist unberechenbar, weshalb die Nutzung von Sonnenerergie nicht so berechnbar ist, wie die eines Wasserfalls. Zweitens: die Stadt Seelze bietet hochinteressante Arbeitsbereiche und von manchen hatte man nicht die leisteste Ahnung  – jedenfalls bis zu diesem Zukunftstag

Die Schüler schauen sich bei der Werkfeuerwehr auch den Schutzanzug gegen Chemikalien an. Quelle: Thomas Tschörner

Hochspezialisierte Berufe hatte auch das Werk der Chemiefirma Honeywell zu bieten. Auszubildende standen den 46 jungen Besuchern Rede und Antwort. Auf dem Programm stand auch ein Abstecher zur Werkfeuerwehr, deren 40 Angehörige über acht Fahrzeuge verfügen. Allerdings seien die Feuerwehrleute nicht hauptberuflich tätig, sagte der Leiter Jörg Oehlsen. „Wir haben alle einen Job im Werk und werden bei Bedarf alarmiert.“ Weil ein Brand in einem Chemiewerk schnell katastrophale Folgen haben könnte, werde vorbeugend alles getan, um den Ausbruch eines Feuers zu vermeiden. Mit Erfolg. „Es brennt hier relativ selten.“

Jörg Oehlsen verdeutlicht den Besuchern, wie schwer die Ausrüstung der Werkfeuerwehr ist. Quelle: Thomas Tschörner

Die jungen Besucher konnten sich von dem Gewicht der Ausrüstung der Feuerwehrleute einen Eindruck verschaffen und die Wärmebildkamera in einem dunklen Raum testen. Außerdem erfuhren sie, dass ein Fettbrand nie mit Wasser gelöscht werden dürfe. Das Wasser einen niedrigeren Siedepunkt, verdampfe deshalb sofort und nehme dabei das heiße Fett mit. 

Von Patricia Chadde und Thomas Tschörner