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Sehnde Kochprojekt mit Flüchtlingsfrauen eingestellt
Aus der Region Region Hannover Sehnde Kochprojekt mit Flüchtlingsfrauen eingestellt
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16:01 27.01.2019
In der Küche der AWO-Unterkunft in Höver wurden die Speisen zubereitet. Quelle: Privat
Sehnde

Die Flüchtlingssituation entspannt sich: Das zeigt sich nicht nur an den Asylbewerberzahlen, sondern auch bei den Angeboten für Flüchtlinge. So hat jetzt der Civitan Club Sehnde sein interkulturelles Kochprojekt für Frauen eingestellt. „Die Frauen aus verschiedenen Ländern sollten damit den Alltag in Deutschland kennenlernen und aus ihrer Isolation herauskommen“, resümiert die Vorsitzende Renate Grethe. Und sie sollten etwas für sich selbst machen, ganz individuell. „Das ist uns, glaube ich, gut gelungen.“

Frauen aus Sehnde, Syrien, Irak, Albanien und Somalia trafen sich regelmäßig, anfangs noch mit Unterstützung eines männlichen Dolmetschers. Quelle: Privat

Grund für die Auflösung sei der Umstand, dass einige Frauen als anerkannte Flüchtlinge bereits weggezogen und andere schon auf dem Sprung seien oder sich bereits gut eingelebt hätten. Das Kochprojekt war Ende 2017 auf Initiative von sechs Frauen des Civitan Clubs und mit Beteiligung von hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der AWO-Gemeinschaftsunterkunft in Höver ins Leben gerufen worden. Die Kosten hat der Club aus den Erlösen von Benefizveranstaltungen finanziert. Bei dem Projekt hätten sich jeweils sechs bis acht Frauen etwa aus Syrien, Irak, Somalia und Albanien kennengelernt und sich austauschen können – und auch ihre Kinder mitgebracht. Doch man habe eben ausdrücklich kein Kinderprojekt mit Beteiligung der Mütter veranstalten wollen.

Wie so oft im Leben, ging dabei Vieles über den Magen. Weil alle fremd in Deutschland waren, hatten sich die Flüchtlingsfrauen entschlossen, als erstes ein europäisches Menü zu kochen. Die Zutaten dafür wurden jeweils frisch eingekauft. Die Rezepte aus der arabischen Küche wurden zunächst übersetzt und erklärt, damit sie auch die deutschen Civitan-Frauen verstehen konnten. Gekocht wurde dann in der Küche der AWO-Unterkunft.

Nach dem Essen hätten dann meist soziale und politische Themen angestanden, verdeutlicht Renate Grethe: „Dabei ging es um die unterschiedlichen Traditionen sowie Bildungs- und Berufsmöglichkeiten in arabischen, afrikanischen und europäischen Ländern.“ Auch sie und ihre Mitstreiterinnen vom Civitan Club hätten dabei viel gelernt – etwa, dass viele Syrierinnen ein gutes Bildungsniveau haben und sehr sprachbegabt seien. Zu Beginn habe jedoch ein AWO-Mitarbeiter des Bundesfreiwilligendienstes, der auch Arabisch beherrscht, als Dolmetscher fungiert – als einziger Mann in der Runde. Das sei für eine Frau aus einem afrikanischen Land nicht leicht gewesen, denn in ihrer Tradition sei es Frauen verboten, mit Männern in einem Raum zu sein, geschweige denn zu sprechen oder zu essen.

Doch kein Jahr später sei eine Übersetzung der Gespräche nicht mehr nötig gewesen, da alle Frauen des Wohnhauses Höver bereits einen Deutschkurs absolviert hatten. Dies sei dann auch praktisch erprobt worden, betont Grethe, etwa bei Besuchen des Weihnachtsmarkts in Hannover und der Hildesheimer Altstadt sowie des Doms.

Von Oliver Kühn

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