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Sehnde Schild an Sehndes Kriegerdenkmal enthüllt
Aus der Region Region Hannover Sehnde Schild an Sehndes Kriegerdenkmal enthüllt
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00:19 19.11.2018
Sehndes Ortsbürgermeister Helmut Süß und Pastor Uwe Büttner enthüllen die Hinweistafel am Kriegerdenkmal. Quelle: Katja Eggers
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Sehnde

 Das Kriegerdenkmal auf dem Sehnder Kirchhof passt mit seiner Botschaft nicht zur christlichen Friedensbotschaft der Kirche und auch nicht zu den Feierlichkeiten des Volkstrauertages, das finden sowohl Ortsrat als auch Kirche. Wenn morgen an dem Gedenkstein wieder Kränze niedergelegt werden, ist auf einer Tafel daher ein Text zu lesen, der auf diesen Widerspruch hinweist. Pastor Uwe Büttner von der evangelischen Kirchengemeinde und Sehndes Ortsbürgermeister Helmut Süß haben das Schild gestern enthüllt, es macht das Kriegerdenkmal nun zu einem Mahnmal.

Die Erklärung zum Kriegerdenkmal ist jetzt auf einer Tafel zu lesen. Quelle: Katja Eggers

Zu lesen ist darauf, dass das Ehrenmal von 1923 mit den Namen der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Sehnde dem Sterben der Getöteten ein höherer Sinn gegeben werden sollte. Der Sinnspruch „Wer als Held sein Blut der Freiheit Gut, seinem Volk und seinem Land gab, der schläft wohl in seinem Grab“ an der Sockelseite verharmlose die Brutalität des Krieges und rechtfertige diesen als Lösung zwischenstaatlicher Konflikte. „Dem müssen wir uns entgegenstellen“, betonte Büttner vor der Enthüllung.

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Süß erläuterte, wie das Kriegerdenkmal an die Kirche gekommen ist. Ursprünglich hatte der Stein an der Kreuzung Bundesstraße 56 und Nordstraße gestanden. Nach deren Ausbau wurde er an das Gotteshaus versetzt. „Wir distanzieren uns von der Verherrlichung des Heldentodes und möchten den Stein nicht mehr unkommentiert auf unserem Kirchenland haben“, erklärte Pastorin Damaris Frehrking. Weil der Stein der Stadt gehört, holte die Gemeinde den Ortsrat ins Boot, der nun auch den Großteil der Tafel finanziert hat.

Von Katja Eggers