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Sehnde Beim Tag des offenen Denkmals wird Kirchengeschichte lebendig
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18:09 08.09.2019
Organistin Anne-Katrin Wolpert entlockt der Barockorgel in der St.-Michael-Kirche in Wehmingen Klänge von der Romantik bis zur Moderne. Quelle: Susanne Hanke
Wehmingen/Bolzum

Verborgene Schätze aus der St.-Michael-Kirche in Wehmingen und der St.-Nicolai-Kirche in Bolzum sind am Tag des offenen Denkmals am Sonntag wieder sichtbar geworden. Margret Nolles vom Kirchenvorstand nahm die Besucher mit auf eine historische Entdeckungsreise in die St.-Michael-Kirche. An der konzertanten Barockorgel aus dem Jahr 1855 begleitete Organistin Anne-Katrin Wolpert mit Werken von Bach, Buxtehude und Mendelssohn-Bartholdy die Reise musikalisch.

Bei einer Hochzeit quietschte die Orgel

Aber auch eine moderne Variante von Max Reger hatte Wolpert im Repertoire. „So kommen alle Klangfarben der Orgel zur Geltung“, sagt die Organistin, die von der relativ kleinen Orgel mit ihrem breiten Spektrum an Klangfacetten beeindruckt ist. Tischlermeister Daniel Schleth aus dem Ort, so Nolles, habe sie selbst gebaut und der Gemeinde als Geschenk überlassen – weil das damalige Konsistorium die Orgel nicht bezahlen wollte, da sie diese als nicht zeitgemäß ansahen. Im Krieg wurden allerdings viele Pfeifen ausgebaut und viel Blei eingesetzt, sodass das Klangbild durcheinander geriet.

Nach der Grundrestaurierung seien aber alle Teile in Originalfassung ersetzt worden und sogar die Hütchen aus Kuhhaut, die als Ventile dienen, wieder eingebaut worden, erzählt Nolles erfreut. Einmal aber fing die Orgel an zu quietschen – und das mitten bei einer Hochzeit, erinnert sich die engagierte Hobbyhistorikerin. Damals sei der Motor ausgefallen, und sie hätten eigenhändig die Bälge getreten. „Aber der Organist hat so heftig in die Tasten gehauen, dass wir das Tempo nicht halten konnten“, sagt sie und lacht. Die Wehminger sehen ihre Kirche, die im Jahr 1799 auf Bestreben von Pastor Petrosilius erbaut wurde, als Mittelpunkt ihres Dorfes.

Kirchenvorsteher rettet Glasfenster

Auf dem Kirchenfenster in der St.-Michael-Kirche ist in wundervollen Farben die Szene von Christie Geburt zu sehen. Quelle: Susanne Hanke

Per Hand hat sie auch die mechanische Uhr zweimal in der Woche aufgezogen, bis zum Ende der Achtzigerjahre. Das mechanische Werk funktioniert immer noch einwandfrei und ist inzwischen 150 Jahre alt. Eine besondere Augenweide sind die bildgewaltigen Glasfenster an den Altarseiten, welche die Geburt und Auferstehung Jesu Christi darstellen. Diese sollten eigentlich ausgetauscht werden, erinnerte sich Nolles, da sie angeblich nicht zum Stil der Kirche passen. Das aber verhinderte der damalige Kirchenvorsteher Gustav Hänjes, der mit seinem Krückstock auf den Boden haute mit der deutlichen Ansage: „Diese Fenster bliebet hier.“

Bauer Dickewolt stiftet Gotteshaus

In Bolzum steht die St.-Nicolai-Kirche seit 1282 im Dorf. Das war einem Sturz von Bauer Luloff Dickewolt zu verdanken, der sich im Jahr 1277 auf dem Weg zur Kirche in Lühnde im Winter ein Bein brach und daraufhin sein Grundstück für den Bau einer Kirche in seinem Heimatort Bolzum zur Verfügung stellte. Im Jahr 1609 wurde sie erneuert und erweitert. Vor zwei Jahren ist das Gotteshaus grundlegend renoviert worden, wobei etwa die Bänke durch Stühle ersetzt wurden. Das Schmuckstück in St. Nicolai – die Kirche ist dem Heiligen Nikolaus geweiht – ist der Kanzelaltar. Er wurde 1722 vom Hildesheimer Bildschnitzer Ernst Dietrich Bartels angefertigt und zeigt die vier Evangelisten und Christus mit der Weltkugel.

Alle diese Kostbarkeiten konnten an diesem Tag erkundet werden. Aus Hannover waren Heidi Busche und Klaus Hanisch als Besucher mit dabei. „Wir sind sonst immer vorbeigefahren und konnten diesmal einen Blick in die Kirchen werfen und viele interessante Details erfahren“, erzählten sie.

Die 1282 erbaute St.-Nicolai-Kirche in Bolzum wurde vor zwei Jahren grundlegend renoviert. Quelle: Susanne Hanke

Von Oliver Kühn

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