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Sehnde Bürger sollen bei Verkehrsentwicklung mitreden
Aus der Region Region Hannover Sehnde Bürger sollen bei Verkehrsentwicklung mitreden
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16:34 06.02.2019
Die verkehrsträchtigste Stelle im Stadtgebiet: Die Kreuzung von Peiner Straße (B65), Lehrter Straße (B443) und Nordstraße. Quelle: Katja Eggers
Sehnde

Die Nachbarstadt Lehrte ist schon mittendrin, die Stadt Sehnde geht es jetzt an: Für den Zeitraum bis 2030 sollen bis zum nächsten Jahr ein Verkehrsentwicklungsplan (VEP) und parallel dazu auch ein Lärmaktionsplan (LAP) für das gesamte Stadtgebiet erstellt werden. Damit nicht nur Fachleute über das Thema diskutieren, soll die Erstellung von einer sogenannten Großen Lenkungsgruppe begleitet werden: Dort sind außer Vertretern der Verwaltung und der Politik etwa auch die Polizei, Schulen, Geschäftsleute, der Seniorenbeirat und der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club mit im Boot. Kernstück sollen Bürger-Workshops sein, in denen alle interessierten Sehnder mitarbeiten können. „Ich hoffe, dass sich daran viele Bürger beteiligen und Anregungen einbringen“, sagte Edgar Bäkermann, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt, bei der Präsentation am Dienstagabend. Er habe dazu schon viele Anfragen erhalten.

Wie kommen Kinder sicher zu Schule, wie Senioren mit Rollstuhl zum Bus und zum Einkaufen, wo kann man gut mit dem Fahrrad unterwegs sein und wie sieht es mit der Ruhe in Haus und Garten aus? Diese und viele andere Fragen stehen dabei zur Diskussion. Ein zentrales Thema wird dabei die immer älter werdende Gesellschaft sein, in Fachkreisen auch „rollende Rentner“ genannt. „Der demografische Wandel stellt andere Ansprüche an die Verkehrsplanung“, betonte Heinz Mazur vom beauftragten Verkehrsplanungsbüro PGT aus Hannover. Der Seniorenbeirat Sehnde beschäftigt sich schon geraume Zeit mit Verkehrsproblemen und hat etwa Bordsteinabsenkungen für ältere Menschen mit Rollatoren gefordert. Zudem betreibt er seit Jahren einen Seniorenfahrdienst, und auch ein Fahrsicherheitstraining in Zusammenarbeit mit der Landesverkehrswacht Niedersachsen und der Polizei hatte er schon organisiert.

Gutachter: Stadt muss knappen Straßenraum optimieren

Die Kreuzung von Peiner Straße (B65), Lehrter Straße (B443) und Nordstraße in Richtung des zweitgrößten Ortsteils Ilten gesehen. Quelle: Katja Eggers

Grundsätzlich gelte es, den knappen Straßenraum bei einem ständigen Verkehrswachstum auch baulich zu verbessern, verdeutlichte Mazur. Veränderungen im Bestand seien aber stets besonders schwierig. Ebenso müssten immer strengere Auflagen beim Umweltschutz oder die Zunahme der Elektromobilität bedacht werden. Schwierig sei dies, weil die Probleme in der Kernstadt und den Ortsteilen sehr unterschiedlich seien. Aber auch das Radwegenetz soll deutlich ausgeweitet werden, nicht zuletzt, weil immer mehr Senioren auf kraftschonende E-Bikes umsteigen. „Velorution“ wird dies unter Experten genannt.

Das Verkehrsplanungsbüro hat auch bereits erste Zählungen vorgelegt. So seien beim öffentlichen Nahverkehr in Sehnde 2000 Fahrgäste am Tag gezählt worden. „Das ist schon eine gute Zahl“, sagte Mazur. Die verkehrsträchtigste Kreuzung ist erwartungsgemäß der Knotenpunkt von Peiner Straße (B 65) Lehrter Straße (B 443) und der Nordstraße im Stadtzentrum. Dort hat das Büro zwischen 12.000 und 13.000 Fahrzeuge am Tag gezählt. Für die anderen Ortsteile waren dies zwischen 6000 und 8000 am Tag. Zudem haben die Kreuzung rund 550 Radfahrer am Tag überquert. „Das sind moderate Zahlen“, bilanzierte Mazur.

Lärmminderung ist das Ziel der Verkehrsplanung

Wie laut es in Sehnde ist, auf der Straße, auf Schienen und durch Fluglärm, soll der Lärmaktionsplan festhalten. Dabei sei die Lärmminderung das erklärte Ziel der Verkehrsplanung. Vom Land würden dafür jedoch nur Bundes- und Landesstraßen berechnet, und auch die Bahnstrecke nach Hildesheim ist außen vor. „Das ist Quatsch“, urteilt Mazur. Sein Büro habe deshalb bereits Nachberechnungen angefordert. Auch in diesem Fall sei eine Bürgerbeteiligung vorgesehen, bei der die Sehnder ihre Beobachtungen und Erfahrungen mit einbringen können.

Von Oliver Kühn

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