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Sehnde Container für Kita kommen erst in sechs Monaten
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17:19 12.11.2019
Das Dach der Kita Ladeholzstraße ist zwar mit Stützen abgesichert, trotzdem darf niemand das Grundstück betreten. Quelle: Thomas Böger
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Sehnde

Die provisorische Verteilung der Kinder aus der Kita Ladeholzstraße nach deren Sperrung Ende Oktober wird voraussichtlich noch etwa ein halbes Jahr andauern. Dann sollen die 133 Jungen und Mädchen wieder gemeinsam auf einem Grundstück betreut werden – allerdings für mehrere Jahre in Containern.

Die in den Siebzigerjahren errichtete Kita war vor wenigen Wochen wegen Einsturzgefahr geschlossen worden. Nach einer Notbetreuung richtete die Stadtverwaltung vorerst zusätzliche Gruppen an fünf verschiedenen Standorten ein. Sämtliche Kinder im Vorschulalter sind seitdem in der Astrid-Lindgren-Grundschule untergebracht. Das habe aus pädagogischer Sicht auch Vorteile, meint Katharina Strauß, Leiterin des städtischen Fachdienstes Kindertagesstätten und Jugend: Die beiden Gruppen könnten gezielter gefördert werden, als das in altersgemischten Gruppen möglich sei.

Betreuung weiter zu gewohnten Zeiten

Weitere Gruppen der Kita Ladeholzstraße haben in der ehemaligen Außenstelle des Hortes Kunterbunt an der Breiten Straße Unterschlupf gefunden, der gerade zwei Wochen zuvor ein neues Domizil bezogen hatte. Jeweils eine Kleingruppe fand im Kinder- und Jugendtreff sowie in der Kita Marggrafstraße Platz, eine Gruppe musste nach Ilten ausweichen. Die Kinder würden zwar in anderen Räumen betreut, aber zu den gewohnten Zeiten, betont Strauß.

Das wird auch noch einige Zeit so bleiben. Man wolle zwar möglichst schnell alle Kinder und Mitarbeiterinnen wieder an einem Standort zusammenführen, aber dazu brauche man ein geeignetes Grundstück, sagt Bürgermeister Olaf Kruse. Darauf müssen nicht nur mobile Einheiten für die Gruppen, einen Bewegungsraum, die Küche, einen Personalraum und Sanitäranlagen untergebracht werden, sondern pro Kind ist auch ein Außenbereich von zwölf Quadratmetern vorgeschrieben. Für die aktuell 133 Kinder bedeutet das einen Bedarf von knapp 1600 Quadratmetern. Und zentral gelegen soll der Standort auch noch sein. „Ich will die Kinder nicht an den Ortsrand abschieben“, erklärt Kruse. Für manche Eltern könnte eine Randlage Transportprobleme bedeuten, beispielsweise wenn sie kein Auto hätten, ergänzt Strauß.

Neubau ist wahrscheinlichere Lösung

Ob das Gebäude an der Ladeholzstraße saniert oder ein Neubau errichtet wird, steht noch nicht fest. „Wir warten das statische Gutachten ab“, sagt der Bürgermeister und macht deutlich, dass die Entscheidung auch vom Ausmaß der ermittelten Schäden abhängig ist. Noch ist das Gutachten nicht da, aber im Rathaus rechnet man jeden Tag damit. Nach Einschätzung von Strauß geht die Verwaltung „nach den bisherigen Erkenntnissen“ jedoch davon aus, dass ein Neubau wahrscheinlich die wirtschaftlichere Lösung wäre.

Für Ende des Monats ist ein Elternabend geplant, bei dem die Stadt über das weitere Vorgehen informieren will, kündigt Strauß an. Die Einladungen würden noch in dieser Woche verschickt. Kruse betonte in diesem Zusammenhang, dass sich nicht nur die Mitarbeiter bei der kurzfristigen Bewältigung der Probleme stark engagiert hätten. Auch die Eltern hätten ganz überwiegend Verständnis für die Situation gezeigt. „Das ist nicht selbstverständlich“, sagt der Bürgermeister.

Stadt überprüft jetzt alle Gebäude

Warum die Schäden in der Kita Ladeholzstraße erst entdeckt wurden, als sie schon ein so gravierendes Ausmaß angenommen hatten, dass das Gebäude gesperrt werden muss, können weder der neue Verwaltungschef Olaf Kruse noch seine Stellvertreterin Bettina Conrady erklären. Schon mehrfach hätten Erzieherinnen in der Vergangenheit auf Risse hingewiesen, berichtet sie. Die Mitarbeiter vom Fachdienst Gebäudewirtschaft hätten sich die Situation angesehen und zuvor keine ernsten Gefahren festgestellt. Ein Statiker ist laut Conrady zuletzt 2016 in dem Kindergarten gewesen.

Ob es gesetzliche Vorgaben für den Abstand von Begutachtungen solcher Gebäude gebe, wisse er nicht, sagt Kruse, der zum Zeitpunkt der Sperrung noch nicht im Amt war. „Das wird jetzt geprüft.“ Man nehme den Vorgang aber zum Anlass, alle Kitas, Schulen und andere städtischen Gebäude zu überprüfen, kündigt Conrady an. „Es wird eine komplette Bestandsaufnahme geben.“

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Von Thomas Böger

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