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Sehnde Erstes Graffito an Bahntunnel ist beschmiert
Aus der Region Region Hannover Sehnde Erstes Graffito an Bahntunnel ist beschmiert
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17:00 05.02.2019
Deutlich zu erkennen: „KUKU“ haben Unbekannte mit weißer Farbe auf ein Graffito (rechts) geschmiert. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Sehnde

Erst im August hatten Kinder und Jugendliche bei einer Ferienpassaktion die einst grauen und mit vielen Schmierereien verunstalteten Wände des Bahntunnels an der Chausseestraße bunt bemalt, der Bürgermeister hatte sich noch beim Neujahrsempfang in der vergangenen Woche darüber gefreut – doch jetzt haben Unbekannte einige Teile der großflächigen Gemälde verunstaltet. Das hat Anwohner Manfred Müller beobachtet. „Das begann vor etwa acht Tagen“, sagt der 80-Jährige.

Seit acht Tagen seien viele neue Krakeleien hinzugekommen, berichtet ein Anwohner. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Die markanten Bilder wie der Schriftzug „Sehnde“ in leuchtendem Orange oder die S-Bahn in knalligem Rot sind verschont geblieben, ebenso blau eingerahmte Motive aus Sehndes Skyline wie die Kreuzkirche, der markante Kaliberg und der Wasserturm am Roten Berg in Wehmingen. Doch in eines der großen Graffiti haben Unbekannte mit weißer Farbe die Buchstaben „KUKU“ gemalt. Aber auch zwischen den Bildern – das Gesamtkunstwerk zieht sich über eine Länge von fast 30 Metern hin – haben die Unbekannten undefinierbare Schmierereien hinterlassen. „Vor allem Krakeleien in schwarz und weiß sind dazu gekommen“, berichtet Müller. Besonders im Bahntunnel haben sie sich ausgetobt, auch an den Bordsteinen am Boden.

Politiker reagieren enttäuscht auf die Schmierereien

Ortsbürgermeister Helmut Süß, der bei der Ferienpassaktion im Sommer selbst Hand angelegt und Schablonen ausgesägt hatte, kannte die jüngsten Schmierereien noch nicht. „Das ist erschütternd, ich hoffe, das geht nicht weiter.“ Ganz nach dem Motto „Wehret den Anfängen“ müssten Verwaltung und Politiker die Situation jetzt im Auge behalten. Denn sonst könne sie sich entwickeln wie bei wildem Müll: Erst stehe eine Tüte herum, kurz darauf seien es schon zehn oder mehr. „Die jungen Künstler haben Respekt verdient.“ Passanten, die während der dreiwöchigen Aktion oft stehengeblieben waren, hatten sich ebenfalls durchweg positiv geäußert.

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke hat die ersten Verunstaltungen zwar noch nicht gesehen. Aber auch wenn es nur wenige seien, habe er dafür keinerlei Verständnis. Die Kinder und Jugendlichen hätten sich viele Gedanken über die Verschönerung der vorher tristen Unterführung gemacht und viel Arbeit hineingesteckt. Und Geld habe es schließlich auch gekostet. Mehr als 200 Spraydosen waren für die Aktion verbraucht worden. Man habe eigentlich große Hoffnung in den Ehrenkodex der Sprayerszene gesetzt, dass künstlerische Bilder nicht angetastet würden. Mit den Schmierereien machten die Unbekannten ihre eigene Stadt unschön.

Bürgermeister: Vandalismus ist kaum zu verhindern

Auf ihr Sehnde-Logo waren die Ferienpassteilnehmer im Sommer mächtig stolz. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Aber Vandalismus sei kaum zu verhindern, sagte Lehrke, und erinnert etwa an den Unterstand an der Drösewiese, der vor Jahren immer wieder so weit beschädigt worden sei, dass man ihn schließlich abgebaut habe. Oder an den Bauwagen in der Achardstraße, der ständig aufgebrochen und am Ende sogar abgefackelt worden sei.

Jetzt müssen alle Beteiligten abwarten, denn in diesem Sommer steht der zweite Teil der Ferienpassaktion auf der Ostseite des Tunnels an. Dabei ist die Kooperative Gesamtschule (KGS) Partner. Die Ferienpassaktion im vergangenen Jahr war die erste mit breiter Öffentlichkeitswirkung. Graffiti-Aktionen bietet die Stadt dagegen schon seit zehn Jahren an. Zweimal wurde bereits das frühere Freizeitheim bemalt, ebenso das Vereinsheim des SuS Sehnde, eine Garage des Tennisvereins und mehrere Bauschuttcontainer, die eine Firma kostenlos zur Verfügung stellte.

Von Oliver Kühn

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