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Sehnde Feuerwehr wirbt jetzt mit Schaufensterpuppen
Aus der Region Region Hannover Sehnde Feuerwehr wirbt jetzt mit Schaufensterpuppen
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18:41 29.08.2019
Manfred Langeloh (links) und Ortsbrandmeister Gerald Lehrke von der Bolzumer Feuerwehr präsentieren den „Kamerad Schaufensterpuppe" im Dorfladen. Quelle: Achim Gückel
Sehnde

Gut 1,80 Meter groß, Einsatzhelm auf dem Kopf, starrer Blick nach vorn und eine Werbebotschaft auf der Brust: „Wir brauchen dich!“ steht da. Wer das nicht zum Schmunzeln findet, dem fehlt es an Humor.

Sehndes Stadtfeuerwehr macht jetzt mit vier ganz außergewöhnlichen neuen Kameraden Werbung für sich: Sie hat ausgedienten Schaufensterpuppen Einsatzkleidung angezogen und an vier Stellen im Stadtgebiet aufgestellt, wo sie garantiert ins Auge fallen – in einem Schaufenster im Dorfladen in Bolzum, bei Rewe und bei Edeka in Sehnde sowie vor dem Café Engelke am Park in Ilten.

Die Schaufensterpuppen gehen auf Rundreise

„Wir hoffen, dass die Schaufensterpuppen als Werbemaßnahme das Augenmerk auf die Feuerwehr lenken“, sagt Tim Herrmann, Sprecher der Stadtfeuerwehr. Demnächst sollen die vier „Kameraden Schaufensterpuppe“ auch noch an anderen Stellen im Stadtgebiet zu sehen sein, an denen viel Publikumsverkehr herrscht. Denn vielleicht könne auf diese Weise ja der eine oder andere neue Aktive für die Ortsfeuerwehren gewonnen werden, so Herrmann.

Einfach waren die Vorbereitungen für die pfiffige Werbeaktion nicht. Die vier Schaufensterpuppen besorgte sich die Stadtfeuerwehr beim Kaufhof in Hannover. Dort hatten sie ausgedient und waren für 50 Euro pro Stück zu haben. Dann wurde Einsatzkleidung hervorgekramt, die nicht mehr benötigt wird. Und nach dem Ankleiden der Puppen wurden die sperrigen Werbeträger in den Läden verteilt.

Werbeaktion ist ein echter Hingucker

In Bolzum zum Beispiel ist der Feuerwehrmann im Dorfladen schon jetzt ein echter Hingucker. Wie er da starr im Schaufenster steht und auf die Marktstraße blickt, habe er sogar schon manche Passanten regelrecht erschreckt, sagt Frauke Lehrke vom Dorfladen schmunzelnd. Ortsbrandmeister Gerald Lehrke und sein Stellvertreter Manfred Langeloh sind jedenfalls zufrieden mit der Aktion. Wenn auf diese Weise der Dienst in der Feuerwehr ins Blickfeld gerückt und vielleicht der eine oder andere animiert werde, selbst aktiv zu werden, sei viel gewonnen. Denn allein mit dem Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr könne die Truppe auf Dauer nicht bestehen.

"Wir brauchen dich": Die Schaufensterpuppen in Feuerwehrmontur machen mächtig Eindruck. Quelle: Achim Gückel

So sieht das auch Tim Herrmann. „Jede Ortsfeuerwehr ist eine freiwillige Feuerwehr. Das bedeutet, dass alle Mitglieder einem Hauptberuf nachgehen und weit weg an ihren Arbeitsplätzen sind, wenn es tagsüber brennt“, sagt er. Daher sei der Bedarf an aktiven Feuerwehrleuten höher denn je. „Wir müssen da weiter am Ball bleiben“, betont Herrmann.

Alle Schaufensterpuppen sind männlich – aus gutem Grund

Daher kommen die vier Schaufensterpuppen in Einsatzkleidung auch nicht bald wieder in irgendeinen Geräteraum. Mindestens eine werde man als Schauobjekt dauerhaft im Rathaus platzieren, sagt Herrmann – inklusive Werbebotschaft.

Dass es sich bei den vier Schaufensterpuppen ausschließlich um männliche Exemplare handelt, ist indes kein Rückfall in alte Zeiten, als Frauen noch nichts bei der Feuerwehr zu suchen hatten. Wir wollen selbstverständlich Frauen wie Männer animieren, bei uns mitzumachen“, betont Herrmann. Aber mit den weiblichen Schaufensterpuppen, die man durchaus ebenfalls hätte kriegen können, war das so eine Sache. Diese hatten stets einen bronzenen Teint, lange Wimpern und sahen aus wie geschminkt. Das mache sich bei aktueller Mode sicher sehr gut. Aber in Einsatzkleidung und mit Atemschutzgerät vor dem Gesicht sehe es wohl eher seltsam aus.

Werbeaktionen zeigen Wirkung

Die Sache mit den Schaufensterpuppen ist nicht die erste pfiffige Werbeaktion der Sehnder Feuerwehr. Vor rund einem Jahr verteilten die Ortsfeuerwehren rund 1200 knallrote Löscheimer im Stadtgebiet, insbesondere in den Neubaugebieten. Darin befanden sich Infos über Ausbildung und Dienst bei der Feuerwehr und auch eine Einladung zu einer Infoveranstaltung. Die Löscheimer waren seinerzeit als Symbol gemeint. Die Botschaft: Wenn niemand mehr bei der Feuerwehr Dienst tut, dann muss künftig jeder selbst zum Wassereimer greifen, wenn es brennt.

Später gab es noch eine weitere Aktion – und zwar mit Schablonen, die dazu dienten, Werbebotschaften auf das Pflaster zu sprühen. Und auch Stoffbeutel, Regenschirme oder Kugelschreiber mit der Aufschrift „Feuerwehr Sehnde“ wurden schon verteilt. Eine Mitgliedskarte und spezielle Freizeitkleidung für die Aktiven wurden schon 2017 aufgelegt.

Feuerwehrsprecher Tim Herrmann meint, dass die Werbung alles andere als nutzlos ist. „Das hat etwas gebracht“, meint er. Seit der ersten Werbeaktion seien stadtweit 35 neue Aktive hinzugekommen. Viele seien Wiedereinsteiger, die an früheren Wohnorten schon einmal in der Feuerwehr waren. Aber es gebe darunter auch einige komplette Neulinge. Insgesamt zählen die Freiwilligen Feuerwehren im Sehnder Stadtgebiet derzeit etwa 550 Aktive.

Von Achim Gückel

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